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Die Transkription gibt die Dokumente seiten-, zeilen- und zeichengetreu wieder. Unsichere Lesarten sind mit einem [?] gekennzeichnet. Abkürzungen wurden in runden Klammern () aufgelöst. Wörter in einer humanistischen Kursive, insbesondere bei lateinischen Ausdrücke, sind kursiv gesetzt. Ausgeschmückte Buchstaben am Satzanfang zeichnet die Transkription durch doppelte Striche ||A|| aus. Durchstreichungen wurden als solche kenntlich gemacht. Marginalien im Text sind als Fußnoten übernommen. Auch Erläuterungen für ein leichteres Textverständnis finden sich im Anmerkungsapparat. Wenn vorhanden, wurde auf eine frühere Edition verwiesen. Die Abkürzung „HAStK“ steht für das Historische Archiv der Stadt Köln.

1 Bittschreiben Franz Hogenbergs (1570)

Überlieferung: HAStK 45 – Reformation. N. 4. Fol. 90.

fol. 90r:

||H||ochachtbarn vorsichtig vnnd weisegnedige herrnn, Ob Ich woll ver:hoffet, Ich In E. G. promulgertenEdictis vnnd Jungster warnung5nit solte begriffen sein, In ansehungIch nun bei sechs Jahr alhie gewohnet,vff der Maler Gaffell beeÿdet, vndseidthero der alter Catholischen Religion,dauon Ich auch nit abzoweichen ge:10meint, mich verhalten, Den:noch weÿll meine haußherinnemir dorumb angelegen, vnnddamit Ich alles argwohns enthabenn,hab Ich nit vnderlassen mogen mich15bei E. G. In vnderthenigkeit an:zogeben. ||V||nnd gelangtderwegen an E. G. mein vn:derthenig pitten, dieselbe mich beivorlengst verlehendter beiwohnung20gnediglich schutzen wollen, Ichwoll mich hinwider In allem ge:horsam dermassen verhalten, damitkeine klagt von mir vernommennwerden solle, Vnnd vmb E.25G. In aller vnderthenigkeit zuuerschuld(en),woll Ich Ieh Jeder zeith gehorsam er:funden werden.E. G.gehorsamer Beiwoner:30Franciscus Hogenbergus

fol. 90v:

Supp(licati)o Francisci Hogenbergi:Doceat de CatholicaReligione, vel nonhabebit salvum conductum15Commorat[io] vf dem Hündtrugg(en) [?] In dem kreuz2Abibit in continenti3Hat 14 tag erhalth(en)

Edition:

Mit zahlreichen Transkriptionsfehlern gedruckt bei Holt, Paul: Aus dem Tagebuch des Johann Rethius, 1571–74. Ein Beitrag zur Geistesgeschichte und zur stadtkölnischen Politik. In: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 21 (1939), S. 47–110, hier S. 100.

2 Auszug aus dem Verhör von Gerhard Lomar (1579)

Überlieferung: HAStK 45 – Reformation. N. 49. Fol. 38v–39r.

fol. 38v:

It(em) gefragt, Ob In seinem hauß auch Sacramentaausgetheilt? Anthwordt, Ja, aber nit so duckals daselbst gepredigt worden.It(em) Ob Ehr auchs In and(ere)n heusern Zur Predigt5gewest? Sagt, Im Hauß Zu Gelch(en) vffenhewmart, Als Carl de(r) Meyer darInne(n) gewonethat, vngefehr fur 2 Jahrn. Den Predicanthab Ehr nit behalten. It(em) auch In Hanß MontisHauß vf de(n) Brüggen gelegen, vnd In Pulsters hauß10bouen Muren geleg(en), vorch Im Nassawer hoff amRhein, ungefehr fur ein Jar od(er) and(er)thalb gelitt(en), Alseiner drin gewonet gnant Rolandt. It(em)nach Ind(er) kimnade vf d(er) Breid(en) straßn.It(em) wehr die Predicant(en) besoldet? Anthwordt15Die Geselschaft hab sich selbst angriffen, vnd hett(en)Ime ethwas vf die handt geben. Als Er4 komme(n).Vnd wan d(er)selb wid(er) verreisen wollen, So hetteein Jeglich(er) nach sein gutt(en) willen ethwas beigelegtvnd In dem armen hetten sie eine bux gehapt,20darin man noch ethwas geworpen welchs dem:nach Inen nach gelegenheit vßgetheilt word(en).It(em) gefragt, Ob auch In sein hauße kind(er) gethaufftod(er) leuthe Zu thauff geben? Anthwurdt Ja,Seine selbst dochter sei mit Frantz Hochenberger25Ehelich zusamen geben durch H(ern) Andreß Vunßvnd sei diesen negst verlitt(en) Weiter bescheh(en)It(em) Henosch Brugmanns Nichte sei verlitt(en) Jahr Imkleine(n) Pallas mit ein(em) von Anthorf Zu samen geben,Zu welch(er) Zeit dan Herman von Merhems fraw

fol. 39r:

mit Iren dochtern dar beigewesen vnd solch(es)Zugeseh(en) hetten.It(em) gefragt, Ob alle vurb(en) Predigten bey tagod(er) aber bei nacht bescheh(en)? Anthwordt5Jed(er) Zeit beÿ tage, vnd sei wol ein Jahr od(er)zweie das Ehr erstlich alhie solliche Predigt(en)gehort.

3 Urteil (12. Februar 1579)

Überlieferung: HAStK 45 – Reformation. N. 49. Fol. 63.

fol. 63r:

Anno (15)795Jouis6 12. februarÿ||I||st bej einem Erb. Rathe verdragen, Die hochnThornmeistere, den, vff den Thörn wesende Bur:5geren7 wegen Ihrer Verwirckung gegen den ver:buntt Brieff, daß sie benenttlich Conventiculagemacht, daselbst alß Diacon sich brauchenlaßen. In ihren heuseren Bejkumpsten gehoopttvnnd In andern heuseren gehalten zu werden,10sich der ortt Ehelig beuelhen laßen, kindergethaufft, oder auch Sacramenta administriertzuwerden befurdertt 200 dall8 sträffgeltzbar erlegen sollen, ehe sie van dem Thornabgelaßen.15||V||nnd sall Inen nach erlegung der sträff ernstlichIngebunden werden, sollen auch bij E. G. pflicht(en)geloben, sich hinfurtter bij solchen oder d(er)gleich(en)Conuenticulen nichtt finden zulaßen, oder auchzubefurdernn dergleichen Beikumpsten20heimlich oder offenttlich gehalten9. Vff hohestraff einß Er[b] Raths

fol. 63v:

||D||a uber Jemandtz diese Boÿßen Zuerlegen sichbeschweren wurde solchs an ein Erb. RatheZubrengen, vmb mitt denselben vermogh deßheill. Reichs abscheidtz vnnd Constitution(is)105Zuuerfaren, Vnnd seintt dieß die PersonenJ[ohannes] BennoniusJohan BrugkmanNiclaß von der BanckGoddartt Roderdam et uxor10N. Greiser Zur kemmerM. Heinrich Steinschmid(er) Zerlilin [?]Gerhardt Loman in der hellenHerman van der SchurenHanß Montes vff der Brugh15Wilhelm vnd Engelbrechtt MontesPeter Clermuntt vff dem NeumarttFranß Hogenbergus cum UxoreKuertt von Eßen botte sall Ingeschloßen4 wochen mitt waßer vnd Brott gespeiset20werd(en).

4 Gnadenurteil (März 1579)

Überlieferung: HAStK 45 – Reformation. N. 49. Fol. 67.

fol. 67r:

||Namen in dern heusern||11Predigtenn gescheen Vnnd sonstDiacon gewest+ Jehan Brinkman5Johan Greuser Zur Kemnade Breidestraß+ Andreas Polster bowen MurenFrantz von Hohenbergh bei den WeisenfrawenHans vnnd Wilhelm Montes vf der Brugk||D||iese sollen beschickt vnnd In ver:10strickung genommen werden nichtvß der Statt abzuweichen, sonderderwill sie mitt dem Tormganck ver:schontt werden soll ein Ieder 50 Reichsdall12 Zu straff gebenn vnnd darbeneben15In Eidtz stadt geloben sich der conuenti:culen heimblichen oder offentlich(en) be:kumpst vnnd vergaderung andererfrembder Religion Dan in dieser Stattlofflichen herbracht sich Zuenthaltten20sich dabei nicht finden Zu lassen vff straffverlierung vnnd verwirckung burger:licher freiheitt vnnd dieser Stattwohnung

fol. 67v:

Daruber diese leuthe die straff nicht erledigen vndsoll solchs an einem Rath gelegt werden vnndvorigen verdregen nach dieselbe zu gehorsamm

soll (den Rat) belehren über (seine) katholische Religion oder er wird kein Geleit haben

wohnt auf dem Hunnenrücken in dem Kreuz (genannten Haus)

er wird sofort abziehen

Über der Zeile ergänzt: „anhort“.

Marginalie: Anno 79. am 12. februarÿ vf dem Thorne(n) den daselbst lersame(n) Burger(n) außgesaght(en) vnd vorgehalt(en) vti intg [?].

Meint „dies Iovis“ – lt. Donnerstag.

Marginalie: anzusagen, d[a]z sie.

Meint „Taler“, d. h. 200 Reichstaler.

Marginalie: zu werden.

Marginalie: vnd waß sich sunst gepuren soll.

Marginalie: a[nno] 1579 in Martio.

Meint „Reichstaler“.

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Das Auge der Geschichte

Der Aufstand der Niederlande und die Französischen Religionskriege im Spiegel der Bildberichte Franz Hogenbergs (ca. 1560–1610)

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