Der Streit um die Willensfreiheit bei Martin Luther und Erasmus von Rotterdam

In: Perspektiven der Philosophie

Zusammenfassung

2017 wurde als Reformations- und auch als Luther-Jahr gefeiert. Luthers historische Bedeutung und sein Einfluss auf die deutsche Sprache und Kultur stehen außer Frage. Es erscheint aber fragwürdig, dass er wesentlich mit dem Mittelalter gebrochen und den Weg zu einem neuzeitlichen Verständnis von Glaube und Religion gewiesen hätte. Im Vergleich mit mittelalterlichen Denkern und der Aufwertung des Menschen in der Renaissance verfehlt Luther erreichte Rationalitätsstandards und proklamiert eine irrationale Theologie. Ein wichtiger Beleg hierfür ist die mit Erasmus von Rotterdam ausgetragene Kontroverse über die Willensfreiheit des Menschen. Während Luther zur Position des späten Augustinus zurückkehrt, die den Menschen zu einem Spielball der göttlichen Gnade macht, verteidigt Erasmus sowohl die Würde des Menschen als auch die Vorstellung eines gütigen Gottes. Nach einem kurzen Überblick zum historischen Kontext werden die beiden Positionen vorgestellt, interpretiert und miteinander verglichen. Abschließend wird eine Bewertung der Standpunkte vorgenommen.

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