Jenseits der Technik: Leibniz und das Wunder

In: Perspektiven der Philosophie

Zusammenfassung

Leibniz nimmt unter Denkern seiner Zeit insofern eine Sonderstellung ein, als er einerseits – anders als die Empiristen und Rationalisten – am Begriff des Wunders festhält, andererseits – anders als die Okkasionalisten – darauf dringt, dass nur unmittelbares göttliches Eingreifen in den Naturablauf als Wunder anzusehen ist. In einer Stufenfolge von „Wundern der Technik“ (artifices) über „Wunder der Natur“ (merveilles) zu den eigentlichen Wundern („miracles“) und schließlich zu den „Mysterien“ (Dreieinigkeit, Inkarnation – „mystéres“) zeigt sich ein Ordnungsprinzip, mit dem Leibniz die verschiedenen Seins- und Erkenntnisebenen auseinanderhält. Seitenblicke auf den Wunderbegriff von Martin Deutinger (der die Idee der Relativität der Wunder ausbaut: für einen Stein wäre pflanzliches, für eine Pflanze tierisches Leben, für ein Tier das Können des Menschen, für den Menschen das eines Engels ein Wunder) und von Malebranche (der Wunder als direkte Mitteilung Gottes auffasst, ohne dass ein Naturgesetz durchbrochen werden muss) runden den Essay ab.

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