Perspektiven auf die Seele: Grundrisse zu einer philosophischen Hintergrundgeschichte tiefenpsychologischer Systeme

In: Perspektiven der Philosophie
Author:
Thorsten Lerchner
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Zusammenfassung

Der folgende Beitrag thematisiert die philosophische Geschichte tiefenpsychologischer Gedankengebäude. Vier Thesen dazu stehen im Vordergrund: Erstens werden psychodynamische Vorstellungen übers Unbewusste vorbereitet durch die Abgrenzung des Mystikers Jakob Böhme (1575–1624) gegenüber dem neuzeitlichen Rationalismus und dessen Überzeugung von der prinzipiellen Transparenz allen Seins. Zweitens finden Böhmes Ideen in den willensmetaphysischen Denkern Arthur Schopenhauer (1788–1860) und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775–1854) zwei wirkmächtige Multiplikatoren, welche allerdings die geheimnisvollen Tiefen der Seele unterschiedlich bewerten, und zwar entweder als hinderlich oder als hilfreich fürs bewusste Leben. Drittens speist diese Weggabelung in der Romantik zwei psychologische Traditionslinien und bedingt die diametrale Grundhaltung gegenüber dem Unbewussten in Sigmund Freuds (1856–1939) Psychoanalyse sowie Carl Gustav Jungs (1875–1961) Analytischer Psychologie. Viertens und letztens radikalisiert James Hillman (1926–2011) mit seiner postmodernen Archetypal Psychology Jungs Überzeugung von der förderlichen Wirkung unbewusster Prozesse aufs bewusste Seelenleben dahingehend, dass er dem Bewusstsein eine autonome Existenz neben dem Unbewussten abspricht und in Umkehrung des alten rationalistischen Ideals die prinzipielle Intransparenz allen Seins behauptet.

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