Den Neoklassizismus weiterdenken: Gadamer und die hermeneutische Reichweite des „Klassischen“

In: Perspektiven der Philosophie
Author:
Rosa Maria Marafioti
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Zusammenfassung

Um den Begriff des Neoklassizismus angesichts der heutigen Herausforderungen weiterzudenken, kann der Versuch unternommen werden, das Klassische anhand der Hermeneutik Gadamers neu zu bestimmen. Gadamer erhebt das Klassische zur „wirkungsgeschichtlichen Kategorie schlechthin“, da sich in ihm die Vermittlung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zuspitzt. Der Klassiker vermag den historischen Abstand zu überwinden, weil er die jeweilige Gegenwart in einer solchen Weise anspricht, als wäre er mit ihr gleichzeitig. Diese „Gleichzeitigkeit“ kommt dem Klassischen jedoch erst dank einer freien Wahl des Interpreten zu, der die Vergangenheit „über-liefert“, indem er seine Zugehörigkeit zur Tradition anerkennt und so die Wahrheit seiner eigenen Lebenswelt hervorscheinen lässt. Insofern unser Horizont heute nicht mehr nur unsere eigene Vergangenheit umfasst, sondern zugleich mit demjenigen der anderen Kulturen verschmolzen ist, lässt sich der Neoklassizismus als Dialog zwischen verschiedenen Sprachwelten umdeuten, aus dem eine mehrstimmige Überlieferung erwachsen könnte.

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