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Aufbauend auf meinem Artikel "Spielen und Zuschauen in Jakob Bidermanns Philemon Martyr: 'Theatrum Mundi' als dramatisches und pädagogisches Prinzip des Jesuitentheaters" [Daphnis 29 (2000)], analysiert der vorliegende Essay, wie Bidermann im Philemon Martyr (1618) die Idee des 'theatrum mundi' einsetzt, urn rivalisierende theologische und theatertheoretische Positionen anzugreifen. In theologischer Hinsicht richtet sich Bidermanns 'theatrum mundi' gegen jene Denker, die, wie die Dominikaner, eher deterministische Ansichten zur menschlichen Willensfreiheit vertreten. In theatertheoretischer Hinsicht kritisiert Bidermann jene humanistischen Dramatiker, die rein zwischenmenschliche Konflikte bevorzugen und das menschliche Dasein als bIoSes gesellschaftliches Spiel darstellen, das wir – ohne göttlichen Regisseur und göttliches Publikum – auf der Biihne des Lebens treiben. Bidermann dagegen ordnet solch existenzielle Performanz auf der 'scena vitae' in ein religiöses Welttheater ein. Bidermann inszeniert beide Auseinandersetzungen auf performative Weise.

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