ANDREAS GRYPHIUS’ LEICHABDANKUNG AUF DEN ARZT HEINRICH FIERLING, SIGISMUND PIRSCHERS LEICHENPREDIGT UND DIE THEOLOGIA MEDICINALIS

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Diese Studie befaßt sich mit Gryphii Leichabdankung auf den Glogauer Arzt Heinrich Fierling und verortet diese innerhalb der Tradition der theologia medicinalis. Besonderes Augenmerk wird dabei der Bezeichnung des Todes als Arzt, der genuin christlichen Verarbeitung stoischer Motive sowie den rhetorischen Strategien hinsichtlich der Artikulation des Affektes der Trauer gewidmet. Aufschlußreich ist Gryphii Leichabdankung zudem bezüglich ihrer martyrologischen Reflexionen, die in der in die damalige Situation der in Schlesien verfolgten evangelischen Kirche übertragbaren Feststellung kulminieren, daß die Glanzzeiten der Kirche stets diejenigen gewesen sind, in denen diese bedrängt und unterdrückt gewesen ist. Mit seiner Leichabdankung auf Fierling verfolgt Gryphius im Sinne einer indirekten Mitteilung das Ziel, in den zeitgenössisch-politischen Kontext hineinzusprechen: Die Befindlichkeit der lutherischen Christen im von der habsburgischen, römisch-katholischen Reaktion betroffenen Schlesien ist nicht Schicksal, sondern Konkretion der von Gott selbst kausierten tentatio, die einesteils darauf abzielt, die constantia der Verfolgten auf die Probe zu stellen, die aber zudem dafür sorgt, daß an der geschundenen Kirche der gemarterte Leib des leidenden und sterbenden Christus selbst epiphan und erfahrbar wird.

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