Die Untersicht als ein Gestaltungsmittel in Rembrandts Frühwerk

in Oud Holland – Journal for Art of the Low Countries
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An einigen Frühwerken Rembrandts läßt sich nachweisen, daß der Künstler das Gestaltungsmittel der Untersicht ganz absichtsvoll verwandt hat (vgl. Anm. 7). Es diente ihm offensichtlich dazu, Darstellungen in ihrer Wirkung zu dramatisieren. Er wählt für bestimmtc Zentralfiguren (meist eine einzelne Gipfelfigtir) eine tiefere Anschauungshöhc, um den Betrachter direkter an der Ungleichheit menschlicher Begegnungen teilnehmen zu lassen, um die verbildlichten Spannungen intensiver auf ihn zu übertragen. Das Auge, das von der Dominanz einer figürlichen Erscheinung im Bilde betroffen werden soll, hat an ihr emporzublicken. - Dabei fällt auf, daß Rembrandt vorzugsweise die Anschauung aus der Perspektive der 'Untergebenen', der im Bild tiefer Gestellten entwickelt. Auf diese Weise wird der Betrachter selbst in ihre Rolle gedrängt, wenngleich offen bleibt, inwieweit Rembrandt sich mit ihnen identifiziert. In seiner Anwendung der Untersicht bezieht sich Rembrandt auf Lastman, der sie mit einigen gestalterischen Mitteln veräußerlicht (vgl. Anm. 20). Mehr und mehr löst er sich von dessen Formensprache und läßt eine Entwicklung erkennen: Bei einzelnen (früheren) Werken wirken auf ein und demselben Bild mehrere Blickpunkte. Dabei fällt die Gesamtkomposition nicht auseinander 27. Der Augen-punkt liegt in der Regel tiefer als bei späteren Beispielen. Allmählich geht die Anschauung in eine vereinheitlichte Blickhöhe über, die zunehmend zur Normalsicht findet 28. Auch die im Zusammenhang mit der Untersicht erwähnten Kompositionsmittel Rembrandts, wie der mächtige Figurentypus, die psychologische Differenzierung von Blick und Haltung in einzelnen Darstellungen, verlieren an Bedeutung und kehren in späterer Zeit nicht mehr in dieser Form wieder.

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