DIE RÖMERBRÜCKE VON MOSTAR

EIN BEITRAG ZUR GESCHICHTE UND ORGANISATION DES BAUWESENS IM OSMANISCHEN REICH

in Oriens
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1 Über die Brücke von Mostar und ihren Architekten Hayreddin habe ich am Türkischen Histo- rikerkongress zu Ankara im Herbst 1948 ein kurzes Referat gehalten. Doch lehne ich für die Form, wie es in den zwar gedruckten aber noch nicht veröffentlichten Kongressberichten erschienen ist, entschieden die Verantwortung ab, da meine Korrekturen nicht berücksichtigt worden sind. Im vorliegenden Aufsatz wird nun dieses Thema auf Grund neuer Quellen und Gesichtspunkte um- geändert und erweitert vorgelegt. Übrigens hat schon F. Babinger auf die den Ausgangspunkt dieses Aufsatzes bildende Urkunde hingewiesen: F. Babinger, Die Brücke von Mostar, Morgenblatt, Zagreb, LIII. Jg., Nr. 115 vom 15. Mai 1938. Zwei Dokumente über diese Brücke ferner in dem Artikel Mostarski stari most, erschienen in Napyedak, Jhrg. 1932, S. il f. (Zitiert nach Hazim Sabanovic, Izdavanje Turskih Izvora za Istoriju Nagik Naroda, Prilozi, I, Sarajevo 1950, S. 134). Diese Publikation habe ich nicht einsehen können. 1 In der Liste der Werke Sinans aufgeführt, s. Sälih, Tezkiret ül-bünyän, Istanbul 13 15, S. 40 Nr. 8; zur Brücke vgl. Johann Keller, Die Baukunst Bosniens und der Hercegovina, in: Bosnien und die Hercegowina,, Die österreichische Monarchie in Wort und Bild, Wien 1901, S. 4z4 f. 3 Fehim Bajlaktalovic, Encyklopädie des Islam, s.v. Mostar und die hier verzeichnete Literatur, sowie Bosnien und die Hercegowina, S. 116 ff., S. 425 f.

1 S. o. S. 87, Anm. 3. Vergleiche ferner Herbert Taub, Führer durch Jugoslawien, Zürich 1929, S. 239, der über die Brücke von Visegrad schreibt: "Sie ist ein Wunderwerk der Technik und wurde vom Vezier Ahmed Sokolovic Pascha im Jahre 1571 durch ragusanische Baumeister erbaut, wovon eine Steintafel in der Mitte der Brücke in türkischer Schrift Kunde gibt." Davon, dass in der Inschrift von ragusanischen Meistern die Rede ist, kann natürlich keine Rede sein. Auch nach Johann Kellner, Bosnien und die Hercegowina, S. 426, dürften "dalmatinische und vielleicht sogar italienische Baumeister" die Ausführung der Brücke von Mostar besorgt haben.

1 Vgl. Johann Georg von Hahn, Albanesische Studien, Jena 1854, S. 41 ff.; Constantin Jirecek, Das'Fürstentum Bulgarien, Prag-Wien-Leipzig 1891, S. 208 ff., 312, 463; K. Kikoloff, Das Hand- werk und Zunftwesen in Bulgarien während der türkischen Herrschaft und nach der Befreiung, Leipzig 1908, S. 24; Anton Pelz, Über das Rhodope-l2andgebiet südl. und südöstl. von Tatar Pa- zard,4ih, Jahrbuch der k.k. geolog. Reichsanstalt, 39. Bd., S. 69-78, Wien 1849, S. 76. 2 Felix Kanitz, Die Zinaaren, Eine ethnographische Studie, Abhdlg. der k.k. geographischen Gesellschaft, S. 44-48, Wien 1863, S. 46 f.; Ami Boue, Die Europäische Türken, 2 Bde., Wien 1889, II, S. 44; Jirecek, Bulgayien, S. 125, 208 ff.; R. Staudinger, Der historische Wohnbau in Serbien und seine geographischen Zusammenhänge, Bulletin de la Societe de Geographie de Beograd, 18. Bd., S. 57. Vgl. ferner noch Evliya C,elebi, Seyahatname, V, Istanbul 1315, S. 315, nach welchem die Bevölkerung des Städtchen Maydos bei Gallipoli die vorzüglichen Zimmerleute-Meister stellte, die die Häuser von Istanbul zu errichten pflegten. 3 Felix Kanitz, Donau-Bulgarien und der Balkan, Hist.-Geogr.-Ethnogr. Reisestudien aus denJahren 186o-1873, 2. Bd., Leipzig 1877, S. 32; F. Kanitz, Zinzaren, S. 46 f.; s. a. Jilecek, Bulgarien, S. 208 ff. 4 Beschreibung eines Aufmarsches der Bauleute, Ende des 16. Jh. bei Hans Lewenclaw, Neuwer Musulmanischer Historia Türckischer Nation ... Frankfurt am Main 1595, S. 506 f.; im 17. Jh. Evliya Velebi, Seyahatname, I, Istanbul 1314, S. 627 ff., ausführlicher in Evliya Efendi: Narration of travels in Europe, Asia and Africa in the '7th century, transl. by J. v. Hammer, 2 Bde, London 1834, II, S. 229 ff.

1 Vgl. den in der Zeitschrift Anat, I, Konya, 1949, Nr. 9, S. 22 veröffentlichten Gerichtseintrag von 979 (1571/72), wo es sich um die Abkommandierung eines Afzal Ahmed b. Mahmud zu Reparatnrarbeiten in Zypern handelt und der einen Bürgen zu stellen hatte. 2 Vgl. etwa Kämil Su, Balskesire dair vesikalar, Kaynak, V., Balikesir 1937, Nr. 51, S. 73: "berat-i ferifle mimar olan ..." " 3 Vgl. z.B. Ahmed Refik, Onuncu asr-i hicride Istanbul hayatz (961-1000), Istanbul 1333, S. 64 ff., Nr. 4 von 972 (x564). 4 Evliya Celebi, Seyahatname, Bd. V, Istanbul 1315, S. 389, 572, 586; VI, Istanbul 1318, S. 108, 180, 194, 229, 415, 454, 469, 478, 492, 513; VII, Istanbul 1928, S. 40, 46, 53, 61, 149, 350, 352, 355, 359, 365, 368, 370, 379, 391, 433, 437, 445, 668; VIII, Istanbul 1928, S. 202, 276, 287, 295, 3o6, 312, 3,7, 327, 341, 361, 381, 389, 613, 647, 7o5, 718, 736. - Diese Aufzählung ist selbstverständlich nicht erschöpfend. 1 S. mein Neues zur balkantürkiscken Forschung, ZDlI�G, Bd, 103, 1952, S. 73.

1 Muzafier Erdogan, Osman mimari tarihinin arsiv kaynaklart, Tarih dergisi, III, S. 95-122, Istanbul 1953, S. 121. 2 M. Erdogan, ebenda, S. 115; s. a. S. 105. 3 Nic. Höniger v. Königshofen a.d. Tauber, Des Türckischen Kaysers und Otkomanischen Reichs- 6eschreibung, Basel 1578, S. XXXJ; Ali Faik, L'olkswirtsclaaftspoliEik der Türkei im 16. und 17- Jh., ungedruckte Kieler Diss. 1921, S. 85 dagegen spricht von 44 Hofbaumeistern. 1 Eine vollständige Liste der Hassa mimarlan liegt noch nicht vor, vgl. vorderhand I. H. Konyali Azadlt Sinan (Sinan-i atik), Istanbul 1953, S. 77, nach welchem dieser IS u 1 t a il i e m i r i m i- m a r>, etwa Sultansarchitekt, gewesen wäre; A. Refik, Türk mimarlarx, Istanbul 1937; Necmettin Emre's Kritik an diesem Buch, Arkitekt, VII, Ist., 1937 S. I ff.; Kemal Altan, Mimari eserlerimiz ve mimarlart2nzz, Arkitekt, VI, Istanbul 1936, S. 154, 196, 345 ff.; izzet Kumbalacllar, Türk mimarlarx, Arkitekt, VII, Istanbul 1937, S. 59 f., 85 f.; M. Zarif Orgun, Hassa mimardarx, Arkitekt VIII, Istanbul 1938, S. 336 ff. und M. Erdogan, a.a.O., S. I05 ff. Über die Laufbahn bis zum obersten Baumeister finden sich Angaben in Sd'i, Tezkiret ül-bünyarz, Istanbul 1315 und ufinzar Mehmed Aga ve Risale-i mimariyesi, äusserst nachlässig hrsg. von Tahsin Öz, Arkitekt nesriyatindan Nr. 16, Istanbul 1944. 1 Solche finden sich erwähnt in pagatay Ulucay, Saruhanogullarx, S. 134 und 143 in Gerichts- einträgen von 1075 (1665) und 1081 (1670/71). 1 Von M. Erdogan, a.a.O., S. 121 ohne Erläuterungen erwähnt; vgl. a. den Ausdruck A y a k n a i b i, s. Anhegger, Balkanforschung S. 72. 7 Vgl. Ismail Hakki Uzun<;aI�ll1, Osmanlz devletinin saray teskilatz, Ankara, 1945, S. 207 und

R. Anhegger, L'yyubä'nin menäkib-i Sultan Süleyman, Tarih dergisi, I, Istanbul 1949, S. 128 sowie M. Erdogan, Osmanh mimari ... S. 107, ihn, 116 und 121. 1 Neben bzw. unter ihm waren noch andere Beamten, wie der S e h r e m i n i, B o s t a n c 1 b a s dir B i n a e m i n I e r i usw. am Bauwesen interessiert, hatten aber nur verwaltungs- technische Aufgaben. 2 Erwähnenswert ist das Zeugnis Businello's über die osmanische Baupolizei unter der Leitung des Mimarba./2, s- P. Businello, Historische Nachyichten von der Regierungsart, den Sitten und Gewohn- heiten der osmanischen Monarchie, Stockholm 1778, S. 20; vgl. a. J. Tr. Plaut, Türkisches Staats- lexikon, Hamburg 1789, S. 120.

1TophapusarayxarsivikxlavuzuI, Istanbul 1938, S. 47, Nr. D 5991; auch hier dem 16. Jhdt. zugewiesen, dagegen wird das Hamam unrichtig nach Ayas verlegt, obschon deutlich Yere- gümü zu lesen steht. Zu Yeregümü vgl. Avni Candar, Anadolu cografya luga�t sinaflan, I, A�xkara,. Ankara o.J., S. 63. Auch Yerköyü genannt, vgl. Kätib �elebi, Cihännumä, Istanbul 1145, S. 644 und Ebü Bekr Feyzi, βM&tsa-t afrväl fi memälik Ell-i �0:Mtf:M, ist. Üniv. Ktb., Fotokopiler Nr. 28, S. 219.

1 Mit pir ist nicht unbedingt nur "alt" gemeint, es kann und dürfte hier wohl eher im Sinne von "erfahren" gebraucht sein. 2 Im Ferman wird der Rang Hayreddin's nicht genannt, was in Urkunden auch sonst vorkommt, vgl. z.B. Ahmet Refik, Türk mromarlarx, S. 90, Nr. 24 von 981/1573: M i m a r S i n a n, S. 104, Nr. 35 von 986/1578: Mimara hüküm und S. 118, Nr. 51 von 994/1585: C ami -i je- r i f i n b i n a m i m a r i o 1 a n ... ; weiter Ahmed Refik, istanbul kayat� (96i-iooo), S. 29, Nr. 11 von 980(1572): Bazi mimarlar, S. 23, Nr. i von 966(1559): Mimara hüküm; S.64-ff.,NI.4 4 von 972 (1564): M i m a r i 1 e. 3 Herrn Doz. Orhan Bozkurt möchte ich auch an dieser Stelle für seine liebenswürdigen Er- läuterungen danken. In seinem oben S. 95 erwähnten Buch über die Brücken von Sinan hat er

zum erstenmal ein bisher nicht behandeltes Gebiet der Tätigkeit dieses bedeutenden Architekten untersucht. Doch bedürfen seine historischen Ausführungen kritischer Überprüfung. Als ein uns hier angehendes Beispiel sei erwähnt, dass der Verfasser S. 9 f. einen Hayreddin, der K a d i von Drama war, mit dem M i m a r Hayreddin identifiziert und so zu weitreichenden Schlüssen über die Tätigkeit Hayreddin's als Brückeninspektor usw. im Balkan kommt. 1 Vgl. meinen Aufsatz, Neues zur BalkanJorschu�rg, ZDMG, I04 (1953), S. 82 f.: die Beschreibung von Üsküb bei M. 'A�lk, Katib gelebt und Esiri.

1 Der Leitung der Wiener Nationalbibliothek, die mir durch Übersendung der verlangten Photokopien diese Übersetzung ermöglichte, möchte ich auch an dieser Stelle meinen verbind- lichen Dank aussprechen.

1Seyahatname, II, Istanbul 1314, S. 223, vgl. a. IV, Istanbul 1314, S. 77. 1 Seyahatname, V, Istanbul 1315. S. 43 f., vgl. a. II, S. 323. 3 Seyahatname, IV, S. 76 ff. Bei der Beschreibung dieser Brücke stellt Evliya �elebi folgenden Vergleich an: "Es ist zwar richtig, dass auch die Mostar-Brücke in der Hercegowina aus einem Bogen besteht, aber die Eleganz und vollkommene Ordnung des Maasswerkes findet sich bei keiner anderen berühmten Brücke." 4 Scheint von Evliya (yelebi nicht besucht worden zu sein; zum Bau vgl. A. Gabriel, Voyages arch8ologiques dans la Turquie Oriental I, Paris 1940, S.70 ff.

1 III, S. 463 ff. Bei der Beschreibung der Brücken von Edirne nennt Evliya �elebi keine Yeni (Neu)-Brücke. Es kann sich aber kaum um eine andere als die 16o8-15 erbaute Ekmekviog1u Ahmed-Brücke handeln. Heute wird die 1842-47 unter Abdülmecid errichtete und daher auch dessen Namen tragende Brücke meist Yeni Köprü genannt. (S. Osman Nuri Peremeci, Edirne tarihi, Istanbul 1940, S. 80 f.). Von der Gazi Mihal-Brücke sprechend stellt Evliya felebi fest, ihre Bögen seien nicht so hoch wie die der Mostar- und Batman-Brücken. 2 Vielgepriesener Palast von Hia, der für den Sassanidenprinzen Behram Gor in der Wüste erbaut wurde.

1 Also ein Jahr weniger als nach dem anderen Chronogramm; doch haben alle drei Hss. die gleiche Schreibung. Im Druck ist durch Einführung eines V ä v (-- 6) bei k ö p r ü und Weglassung des H e (= 5) in g e 9 e r ü z das Chronogramm so verändert worden, dass sich statt 973 wieder 974 ergibt.

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