Zugänge zur Welt können wir beispielsweise sinnlich, körperlich, haptisch, medial oder sprachlich schaffen. Sie ermöglichen dem Menschen Erfahrungsdimensionen in der konkreten Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst, den Anderen und der Welt. Welt- bzw. Erkenntniserschließungen finden ihren konkreten Ausdruck in der personalen Identitätskonstruktion und vermitteln sich – neben anderen Möglichkeiten – sprachlich. Die sprachliche Mitteilung schöpft sich aus Narrativen, Metaphern, Begriffen oder Definitionen. In ihnen werden – auf je eigentümliche Art und Weise – die jeweiligen (historischen) Erfahrungen sprachlich gewendet und gefasst. In und mit (hier:) Begriffen und Definitionen finden wir demnach sprachliche Zeugnisse personaler, historischer, anthropologischer und weltlicher Erfahrungen vor. Diese ermöglichen es, das Erfahrene zu fassen bzw. zu erfassen und in ihren diskursiven Verwendungsweisen die Spannweite von Selbst-, Welt- und Anderenzugängen und Verhältnissen zum Ausdruck zu bringen. Um ihre versprachlichten Zugänge zu verstehen, sehen wir uns herausgefordert, diese in ihrem historisch-kulturellen Kontext zu analysieren. Wohlwissend, dass sich die je faktisch-empirische Heterogenität menschlichen Erfahrens, Erkennens und Handelns schwerlich bzw. kaum in Definitionskorsette einschließen lassen, sind es die Definitionen, welche uns gemeinsame Weltzugänge qua eines gemeinsamen Verstehenkönnens ermöglichen. Die hier vorliegenden Beiträge zum Themenschwerpunkt »Definitionen in der Erziehungswissenschaft« zeigen die Möglichkeiten und Grenzen jener ›Instrumentarien‹ zur Erfassung von ›Welt‹ im Kontext erziehungswissenschaftlicher Verwendungsweisen auf.

Im »Allgemeinen Teil« befindet sich die Dortmunder Abschiedsvorlesung von Lothar Wigger, in welcher er die Verhältnisse zwischen Individuum und globaler bzw. globalisierter Welt auf der Folie von Bildung zu klären versucht. Juliane Brauer verweist in ihrem Beitrag auf die bildungstheoretische Bedeutung von Emotionen und analysiert aus einer kulturwissenschaftlichen Betrachtungsweise deren Möglichkeiten und Grenzen im Kontext historischen Lernens. Eckhard Glöckner befragt unter Rekurs auf eine Tagung anlässlich des zehnten Todestages von Gernot Koneffke die Aktualität Kritischer Bildungstheorie.

Die Rubrik »Rezensionen« ermöglicht kritisch-erhellende Zugänge auf allgemeinpädagogische Erkenntnisweisen.

Die Schriftleitung bedankt sich bei allen Autorinnen und Autoren und den Begutachterinnen und Begutachtern der eingegangenen Beiträge.

Ein besonderer Dank gilt den Salzburger Mitarbeiter_innen Theresa Lechner und Matthias Steffel bei der redaktionellen Gestaltung des Heftes.

Salzburg, Sabine Seichter

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