DER PROPHET ALS FÜRBITTER: ZUM LITERARHISTORISCHEN ORT DER AMOS-VISIONEN

in Vetus Testamentum
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In der Frage, wie sich die Fürbitter-Tätigkeit eines Jesaja, Jeremia oder Amos zur Gerichtsverkündigung dieser Propheten verhält, spielen die Amos-Visionen eine Schlüsselrolle, weil hier der Weg vom Fürbitter zum Unheilspropheten gleichsam abgeschritten wird. Eine Neuuntersuchung der ursprünglich 4 Visionen (Am. vii 1-8; viii 1-2) zeigt, daß die einzelnen Szenen nicht isoliert je für sich gelesen und interpretiert werden dürfen. Vielmehr handelt es sich bei ihnen um einen literarisch einheitlich konzipierten, von vornherein auf viii 2 ausgerichteten Zyklus, der auf theologische Leittexte der Urgeschichte und die Plagenüberlieferung zurückgreift und das sich anbahnende Ende Israels als partielle Rücknahme der Schöpfung interpretiert. Insofern kann man von einer dramatisch inszenierten theologischen Reflexion sprechen (vgl. Gen. xviii 22-33), die der bleibenden Unbußfertigkeit des Volkes die (fast) unausschöpfliche Langmut Gottes entgegenstellt. Der Zyklus läßt sich darüber hinaus als literarische Fortführung und Exegese der Kernsammlung des Amos-Buches (Am. iii-vi), vielleicht auch schon von Teilen des Hosea-Buches lesen, womit sich u.a. das Fehlen der Schuldthematik in den Visionen selbst zwanglos erklärt. Literargeschichtlich sind die Visionen nicht vor der (früh-)nachexilischen Zeit anzusetzen.

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