Archäologie offenbart

Cäciliens römisches Kultbild im Blick einer Epoche

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Die marmorne Liegestatue der frühchristlichen Jungfrau und Märtyrerin Cäcilie, die sich seit ihrer Entstehung zum Jubeljahr 1600 an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort in Rom befindet, gilt aufgrund innovativer Rahmung und Formensprache als bahnbrechend in der westlichen Kunst. Im Hinblick auf ihren kulturellen, religiösen, sozialen und politischen Hintergrund wurde sie aber bislang noch nie umfassend untersucht. Die vorliegende, interdisziplinäre Studie widmet sich genau diesem Kraftfeld. Es bestimmt die Genese, Bedeutung und frühe Rezeption des Grabbildes Cäciliens wie auch des Stifters, Kardinal Paolo Camillo Sfondrato. Die Figur wirkt nicht nur im gesamten Kircheninnenraum der der Heiligen geweihten Basilika, sondern strahlt in eine wegweisende, frühmoderne Welt aus. Zugleich reflektiert sie Zeitströmungen derart, dass sie als künstlerische Summe ihrer Epoche gelten kann.

The reclining marble statue of the early Christian virgin martyr Cecilia, completed by the Holy Year of 1600 and still in its original setting in the Roman basilica bearing the saint’s name, has long been recognised as a seminal work in Western art. Yet its cultural, religious, social and political background has never been comprehensively investigated. This interdisciplinary analysis explores the constellation of forces that shaped the genesis, meaning and early reception of the sculpture – a funeral image for both its donor, Cardinal Paolo Camillo Sfondrato, and Cecilia – as well as its impact on the church interior and the contemporary viewer. The cult image emerges as a synthesis of an epoch that is fundamental to our understanding of early modern culture.

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Biographical Note
Tobias Kämpf, B.A. (Hons) in the History of Art, University College London, M.A. in Combined Historical Studies at the Warburg Institute, Ph.D. in the History of Art, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, is Akademischer Rat at the Institute of Art History at Ruhr-Universität Bochum. He has published extensively on the history of Western art from the Renaissance to the present day.
Review Quotes
“magnificent volume.”
M. Lindeijer, in: Analecta Bollandiana, 136 (2018), pp. 205-209.

Table of contents
Archäologie offenbart: Cäciliens römisches Kultbild im Blick einer Epoche

Frontispiz
Einführung: Annäherungsversuche an eine Figur

1. Ein neuer Mittelpunkt für Santa Cecilia: Die Stiftung des Paolo Camillo Sfondrato/ 1. 1 Vom Oratorianerzögling zum Kardinalnepoten und in die nachpontifikale Phase: Sfondratos Werdegang bis 1598
1. 2 Vorzeichen und Vorstufen der Grabung Sfondratos im römischen Heiligenkult
1. 3 Der Reliquienfund und seine unmittelbaren Folgen

2. Der Cäcilienaltar als Selbstdarstellung und Rechtfertigung seines Stifters/ 2. 1 Sfondratos Grabbild: Die Vereinnahmung der Statue
2. 2 Cäcilie als Identifikationsfigur und Leitbild
2. 3 Sfondrato als Pilger und Eremit
2. 4 Sfondratos Bemühen um Heiligkeit
2. 5 Kunstgeschmack und Mäzenatentum als Mittel sozialer Profilierung

3. Voraussetzungen und Charakteristika von Sfondratos Ausstattungskampagne: Der Cäcilienaltar als Gemeinschaftswerk

4. Cäcilie und die Künstler: Ein Figurenideal als Leitbild/ 4. 1 Raffael-Rezeption in der Altaranlage und in den Werken Bagliones
4. 2 Die Cäcilienbilder Guido Renis und ihr Hintergrund

5. Francesco Vanni als mutmaßlicher Anreger von Statue und Altaranlage/ 5. 1 Vanni in Santa Cecilia
5. 2 Vanni und die Liegefigur am Altar

6. Merkmale der Statue

7. Rahmung und Aufstellung der Plastik

8. Die Wirkung der Plastik und ihrer Aufstellung

9. Der unversehrte Körper als Heilsbringer

10. Katholisches Idealbild und Kultstatue

11. Die Skulptur als Bedeutungsträger der Basilika

12. Die künstlerische Summe einer Epoche

Schriftquellen
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Nachwort
Readership
All those interested in the intellectual, religious and artistic history of Early Modern Europe.

Für all jene, die sich für die Kunst-, Religions- und Geistesgeschichte des frühmodernen Europa interessieren.
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