Konversionen

Fremderfahrungen in ethnologischer und interkultureller Perspektive

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Volume Editors: Iris Därmann, Steffi Hobuß, and Ulrich Lölke
Unter dem Begriff der Konversionen erkundet dieser kulturwissenschaftliche Band Formen einer Umkehrung, die einsetzt, wenn die Erfahrung des Beobachtetwerdens als zentraler Bestandteil von Fremderfahrungen anerkannt wird. In den versammelten Texten wird ausgeführt, wie diese aus der ethnologischen Feldforschung gewonnene Erinnerung als Vorbild für andere disziplinäre Perspektiven dienen kann.
Die Ethnologie liefert dabei den viel zu lange vernachlässigten Hinweis auf die Wichtigkeit des Blicks des anderen in der Fremderfahrung; die philosophische Perspektive auf interkulturelle Dialoge liefert den Hinweis auf die Wichtigkeit des Sprechens des anderen. Aus diesen Hinweisen ergeben sich Ansprüche an ethnographische und literarische Texte und an andere wissenschaftliche Disziplinen sowie an eine angemessene Lektürepraxis. Die Texte des vorliegenden Bandes versuchen, diese Ansprüche exemplarisch einzulösen. Sie zeigen in einer neuartigen interdisziplinären Zusammenstellung sowohl einzelne Fälle der Umkehrung von Blickrichtungen als auch das Prinzip der Kritik und Erweiterung einer eurozentristischen Philosophie durch die Einführung einer ethnologischen und interkulturellen Perspektive.

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Iris Därmann studierte Philosophie, Soziologie und Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum und promovierte mit einer Arbeit zur phänomenologischen Mediengeschichte. Habilitation mit einer Studie zum Verhältnis von Ethnologie, Psychoanalyse und Philosophie seit 1900. Sie ist seit 1997 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Lüneburg.
Steffi Hobuß studierte Philosophie, Germanistik, Sozialpsychologie und Geschichte und promovierte 1994 mit einer Arbeit über Wittgenstein. Seit 1996 lehrt sie Sprachphilosophie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Lüneburg.
Ulrich Lölke studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Theologie und hat mit einer Arbeit zur Philosophie im postkolonialen Afrika an der Heinrich–Heine–Universität Düsseldorf promoviert. Er lehrt seit 2000 am Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Lüneburg.
Einleitung
Steffi HOBUSS: Fremderfahrungen und Fremddarstellungen: Von hier nach dort und zurück
ETHNOGRAPHISCHE UND LITERARISCHE INVERSIONEN
Hans-Ulrich SANNER: „Are you Hitler’s son?“ Bilder der Fremden im Spiegel der Hopi-Ritualclowns
Russell WEST: „White Aboriginals“: White Australian Literary Responses to the Challenge of Indigenous Histories
Madelena GONZALEZ: East, West: The Dislocation of Culture
Iris DÄRMANN: Symbolische und pikturale Wirksamkeit bei Lévy-Strauss und Lacan
Maria-Sibylla LOTTER: Personen: Ein Kulturvergleich
KRISE UND KONVERSION DES EUROZENTRISMUS
Heinz KIMMERLE: Dialoge als Form der interkulturellen Philosophie
Ulrich LÖLKE: Endogene Wissenstraditionen als Herausforderung der Philosophie: Die Praxis interkultureller Philosophie in Afrika
Helmut HEIT: Die Griechen, die Barbaren und Wir: Kontinuität und griechischer Ursprung in westlichen Identitätskursen
Leo KREUTZER: Depp im globalen Dorf? Lokales Wissen und das Wissen der Wissenschaft
Autorinnen und Autoren
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