Der fünfte Band der Reihe trägt den Titel Ethik und Politik aus interkultureller Sicht. Neben einer begrifflichen, methodischen und inhaltlichen Klärung, was aus interkultureller Sicht bedeutet, werden in den verschiedenen Beiträgen ethische und politische Ansätze im heutigen Weltkontext der Philosophie erörtert. Interkulturell orientiertes philosophisches Denken weist alle Zentrismen zurück, ohne jedoch die jeweilige kulturelle Sedimentiertheit in Frage zu stellen. Folgerichtig wird so auch ein jeder Monismus abgelehnt. Das heutige Angesprochensein der Kulturen verlangt von uns, von den beiden Fiktionen einer totalen Identität und völligen Differenz unter den ethischen und politischen Modellen Abschied zu nehmen. Die These von der Überlappung zielt auf das Wahrnehmen von grundsätzlichen Ähnlichkeiten und erhellenden Differenzen in den Ansätzen. Wer einen Pluralismus bejaht, muß auch bereit sein, im Geiste der Toleranz die unterschiedlichen Ansätze zur Ethik und Politik ernst zu nehmen. Wer den Konsens zu sehr betont, liebäugelt mit irgendeinem Identitätsmodell, vernachlässigt den Kompromiß. Tatsache ist jedoch, daß gerade Kompromisse zur Konfliktlösung beitragen. So sind die Beiträge dieses Bandes dem Ziel gewidmet, sowohl eine theoretische Begründung als auch eine praktische Bewältigung der interkulturellen Verständigung in Ethik und Politik zu leisten.

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Table of contents

R.A. MALL: Was heißt 'aus interkultureller Sicht'? Ryosuke OHASHI: Die Zeit der Weltbilder. Wilhelm HALBFASS: Beobachtungen zur Grundlegung einer interkulturellen Ethik. Franz Martin WIMMER: Polylog der Traditionen im philosophischen Denken. Dieter SENGHAAS: Interkulturelle Philosopie angesichts der Fundamentalpolitisierung der Welt. Bernhard WALDENFELS: Der Andere und der Dritte in interkultureller Sicht. Ernst Wolfgang ORTH: Universalität und Individualität der Kultur. Hans Rainer SEPP: Werte und Variabilität. Denkt Scheler über den Gegensatz von Relativismus und Universalismus hinaus? Önay SÖZER: Kultur als Inszenierung. Andreas CESANA: Kulturelle Identität, Inkommensurabilität und Kommunikation. Morteza GHASEMPOUR: Zarathustras Konzeption einer elementaren Ethik und Nietzsches Zarathustra-Rezeption. Yihong MAO: Sein, Wert, Erfahrung des Lebens. Das Verhältnis zwischen Mensch und Natur aus der Sicht des Daoismus. Byung-Chul HAN: Liebe, Gerechtigkeit und Gesetz. Ein interkultureller Streifzug. You-Zheng LI: Ethics and the Present World-Context. Gregor PAUL: Grundprobleme idealistischer und neokonfuzianischer ( Li xue) Philosophie. Die Ontologisierung der Ethik, Tradition, Moderne und Humanität. Rafael Angel HERRA: Rassismus und Selbstbetrug. Douwe TIEMERSMA: Über ethnisch-narrative und ethische Identität (Senghor und Ricœur). Bina GUPTA: Status and Gender-Ascribed Stereotypes: A Bi-Cultural Comparison. John ERPENBECK: Interkulturalität, sozialer und individueller Wertewandel. Ole DÖRING: Gedanken zur Interkulturellen Philosophie aus praktischer Perspektive. Angela Ales BELLO: Religiosität aus interkultureller Sicht. Heinz KIMMERLE: Das Problem des Todes aus interkultureller Sicht. Frank VIELLART: Phénoménologie et Non-Dualité. Notker SCHNEIDER: Interkulturalität und Toleranz im Ausgang von John Locke.

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