Denken durch die Dinge

Siegfried Kracauer im Kontext

Siegfried Kracauer ist trotz der erfreu-lichen Fortschritte, die die Herausgabe seiner Werke in den letzten Jahren gemacht hat, immer noch weit weni-ger bekannt als viele seiner Zeitgenos-sen. Obwohl seine Theorien und Konzepte in jüngster Zeit zunehmen auf Interesse gestoßen sind, bedarf die Eigenart seines philosophischen Den-kens noch immer der genaueren Auf-arbeitung. Diese Besonderheiten werden freilich erst dann hinreichend sichtbar, wenn Kracauers Werk von seinem Kontext her wahrgenommen und untersucht wird: denn die bestehenden Berüh-rungspunkte mit den philosophischen und ästhetischen Konzepten von Ben-jamin, Adorno, Cassirer, Warburg und anderen werfen einerseits die Frage nach Kracauers Selbständigkeit auf und sind andererseits der Schlüssel für deren Beantwortung. Der Band setzt hier an und versucht, in einer verglei-chenden interdisziplinären Perspektive die internen Strukturen und die spezifi-sche Produktivität von Kracauers Schaffen zu klären. Dabei wird ein Realismus sichtbar, der keineswegs ‚wunderlich’ ist, wie Adorno mit kriti-schem Akzent noch in den 60er Jah-ren bemerkte, sondern sich durch eine Nähe zu den Phänomenen und eine ungewöhnliche analytische Schärfe gleichermaßen auszeichnet.

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Vielschichtige Oberflächen
Kracauer und die Modernität von Weimar
Pages: 11–27
Das anschmiegende Denken
Kracauers Erotik der Wirklichkeit
Pages: 47–84
„Begrenzen ohne zu definieren“
Kracauers Ästhetik der Aufmerksamkeit als „praktische Phänomenologie“
Pages: 85–100
Verfallenheit ans Objekt
Zur Auseinandersetzung über eine Grundfigur dialektischen Denkens bei Adorno, Benjamin, Bloch und Kracauer
Pages: 119–134
„Realistisch sein, ohne zu verdinglichen“
Siegfried Kracauers Dingwahrnehmung im Kontext von Walter Benjamin, Ernst Cassirer und Hans Blumenberg
Pages: 135–150
MedienRevolution
Zum utopischen Diskurs in den Medientheorien Kracauers und Benjamins
Pages: 151–168
Unsichtbares sichtbar machen
Visualisierungsstrategien bei Siegfried Kracauer
Pages: 169–188
Gruppenporträt und Ornament der Masse
Zum Verhältnis von Geschichtsphilosophie, Ästhetik und Soziologie bei Alois Riegl und Siegfried Kracauer
Pages: 189–205
Bild, Kultur und Theorie
Siegfried Kracauer und der Warburg-Kreis
Pages: 207–224
Einleitung, Dorothee Kimmich, Frank Grunert

I. Methodische Optionen: Oberfläche, Konkretion, Wahrnehmung
Vielschichtige Oberflächen. Kracauer und die Modernität von Weimar, Dagmar Barnouw
Kracauers Ideal der Konkretion, Dirk Oschmann
Das anschmiegende Denken. Kracauers Erotik der Wirklichkeit, Helmut Stalder
„Begrenzen ohne zu definieren“. Kracauers Ästhetik der Aufmerksamkeit als „praktische Phänomenologie“, Dorothee Kimmich

II. Die Objektivität der Dinge: Undurchdringlichkeit, Verfallenheit, Realismus
Undurchdringlichkeit. Oder: Über Kracauer und die „Fruchtbarkeit des gegenständlichen Widerstandes“ in der deutschen Kulturphilosophie der 1920er Jahre, Joachim Jacob
Verfallenheit ans Objekt. Zur Auseinandersetzung über eine Grundfigur dialektischen Denkens bei Adorno, Benjamin, Bloch und Kracauer, Gérard Raulet
„Realistisch sein, ohne zu verdinglichen“. Siegfried Kracauers Dingwahrnehmung im Kontext von Walter Benjamin, Ernst Cassirer und Hans Blumenberg, Stephanie Waldow

III. Der Vorrang des Optischen: Bilder und Medien
MedienRevolution. Zum utopischen Diskurs in den Medientheorien Kracauers und Benjamins, Günter Butzer
Unsichtbares sichtbar machen. Visualisierungsstrategien bei Siegfried Kracauer, Markus Schroer
Gruppenporträt und Ornament der Masse. Zum Verhältnis von Geschichtsphilosophie, Ästhetik und Soziologie bei Alois Riegl und Siegfried Kracauer, Claus Volkenandt
Bild, Kultur und Theorie. Siegfried Kracauer und der Warburg-Kreis, Detlev Schöttker

Namenverzeichnis
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