Das weiblich Erhabene

Sappho bis Baudelaire

Das weiblich Erhabene? Ein weiblicher Körper im Zeichen des Erhabenen? Das vorliegende Buch untersucht ein Skandalon - und zeigt zugleich seine Notwendigkeit auf. In der Ästhetik des 18. Jahrhunderts steht das Männlich-Erhabene dem Weiblich-Schönen in strengster Dichotomie gegenüber. Durch den Rekurs auf die Geschlechterdifferenz wird das diffuse Feld des „undeutlich Erkannten“ naturalisiert, stabilisiert und vor allem geordnet. Zu seinem eigenen Erhalt ist der Diskurs des Erhabenen folglich auf die Erzeu-gung einer ästhetischen Geschlecht-erspannung angewiesen, der die Untersuchung in ihren Einzellek-türen nachgeht. Von Sapphos Be-schwörung eines leidenden Körpers an der Grenze der Darstellbarkeit über Richardsons im Tod trium-phierende Clarissa, Burkes revo-lutionäre Furien und Kants Lob der Erhabenheit der Saitischen Isis bis hin zur Erhebung der toten Frau zum „Poetischsten aller Themen“ in der kalkulierten Poesie Poes und Bau-delaires, sind es Figurationen erha-bener Weiblichkeit, die die Grenzen des Ästhetischen fortwährend reizen und überschreiten.

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