Tabu

Interkulturalität und Gender

Als Meidungsgebote nehmen Tabus kulturelle Regelungsfunktionen ein und dienen der Sicherung einer Wertegemeinschaft. Sie beziehen sich auf kulturelle Felder, die emotional stark besetzt sind. Deshalb werden Tabuverletzungen nicht nur durch konkrete Strafen geahndet, sondern sind vor allem durch Affektökonomien reguliert, durch die sich Gefühle von Schuld, Scham und Peinlichkeit unwillkürlich einstellen. Nur wenige Tabus wie das Tötungs- oder das Inzesttabu haben universelle Bedeutung. Viele Tabus sind kulturspezifisch und in ihrer Geltung und Reichweite geschlechtsspezifisch codiert. Der Band „TABU“ nimmt insbesondere solche Phänomene in den Blick, denn gerade in der Auseinandersetzung mit Interkulturalität und Gender erweisen sich Tabus als Bedeutungsknoten von Kultur. Eine herausragende Rolle spielen dabei die Künste, die Tabus nicht nur reflektieren, sondern durch die Inszenierung von Tabubrüchen ihr innovatives Potential freisetzen.

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Tabus als Grundbedingungen von Kultur
Sigmund Freuds Totem und Tabu und die Wende in der Tabuforschung
Pages: 17–50
Zur Kulturspezifik von Tabus
Tabus und Euphemismen in interkulturellen Kontaktsituationen
Pages: 51–70
Mythos und Tabu
Über Medeas Mord an ihren Kindern
Pages: 101–120
Kannibalisches Begehren
Liebe, Erotik und der Wunsch nach Einverleibung
Pages: 121–139
Tödliche Sehnsucht
Suizidalität und sexuelle Leidenschaft: Die zwei Seiten eines (weiblichen) Tabus
Pages: 141–159
Variationen des Geschlechts
Intersexualität als Tabu
Pages: 161–175
Zwischen Berührungsangst und Schutzfunktion
Das Tabu und seine Beziehung zu den Toten
Pages: 191–201
Körper zeigen
Performance-Kunst als Tabubruch
Pages: 247–259
Nigger und Judensau
Tabus heute
Pages: 261–273
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