Völkische Wissenschaften im 20. Jahrhundert

Expertise und "Neuordnung" Europas

Völkische Konzepte spielten im 20. Jahrhundert eine zentrale Rolle. Aktuelle Studien über die Verflechtung ihrer Akteure in die Gewaltpraktiken im »Dritten Reich« rücken auch ihre Transformation danach stärker in den Vordergrund.
Wissenschaft und Politik bildeten im 20. Jahrhundert Ressourcen füreinander aus. Die Politik profitierte von der Legitimation durch Expertisen. Umgekehrt sicherte sie völkische Forschungsprogramme ab. Beide bildeten keine statischen Systeme, sondern flexible Netzwerke aus. Es geht um die Wirkmächtigkeit von Anthropologen, Demographen, Historikern, Geographen, Raumplanern und Soziologen in der radikalen Homogenisierung Europas.

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Vorwort
Pages: 7–8
Völkische Wissenschaft und Antisemitismus
Was bedeutet die Formel „jüdischer Geist“ um 1900?
Pages: 39–61
Vom Paradigma zur Praxis
Die „Geschichte der Judenfrage“ und die nationalsozialistische „Judenforschung“
Pages: 77–86
Ordnung aus dem Geist der Krise
Raumordnung als „Völkische Planwirtschaft“ nach 1933
Pages: 119–136
„Umwanderer“-Selektion und Politikberatung
Die politisch-wissenschaftliche Kooperation der Einwandererzentralstelle und des Deutschen Ausland-Instituts in Stuttgart
Pages: 137–152
Hans Steinacher
Die Stilisierung zum ersten Soldaten des „Volkstumskampfes“ und nach 1945 zum NS-Opfer
Pages: 153–176
„1933 brachte die Wandlung“
Rassen, Volkskörper und Anthropologie des „Deutschen Ostens“ bei Egon Freiherr von Eickstedt
Pages: 235–250
Der prognostizierte Volkstod
Friedrich Burgdörfer, Robert René Kuczynski und die Entwicklung demographischer Methoden vor und nach 1933
Pages: 251–272
Walter Hotz und das Handbuch der Kunstdenkmäler im Elsaß und in Lothringen
Wandlungen und Kontinuitäten von Ressourcenensembles und mentalen Dispositionen 1920 – 1972
Pages: 273–291
Robert Van Roosbroeck
Ein flämischer Historiker und seine Beziehung zu Deutschland
Pages: 293–311
Der Kampf um Geschichte
Der Fall Alfred C. Toepfer und der Nationalsozialismus
Pages: 313–336
„Recht auf die Heimat“ und Volksgruppenrecht
Eine Skizze der zentralen Paradigmen der Vertriebenenforschung
Pages: 337–346
Ein Abschied auf Raten
Ostforschungstraditionen und ihre Nachwirkungen in der bundesdeutschen Ostmitteleuropaforschung
Pages: 347–361
Das Collegium Carolinum in München und einer seiner Vorläufer
Die Sudetendeutsche Anstalt für Landes- und Volksforschung in Reichenberg
Pages: 363–377
Register
Pages: 399–408
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