Das technisierte Gehirn

Neurotechnologien als Herausforderung für Ethik und Anthropologie

Die modernen Neurotechnologien sind eine Herausforderung für unsere ethische Reflexion. Als homo faber formte und formt der Mensch die Welt zwar schon immer nach seinen Vorstellungen. Mit den modernen Neurotechnologien wird der Mensch aber in besonderer Weise selbst das Objekt seines Technisierungs- und Gestaltungswillens. Die Technik kann immer tiefer in das Gehirn eindringen. Gleichzeitig werden durch immer genauere Kenntnisse neurophysiologischer Prozesse und Zusammenhänge zunehmend technische 'ErSetzungen' von Gehirnleistungen möglich. Was aber sind die ethischen und anthropologischen Implikationen von solchen 'Verschmelzungen' eines Gehirns mit technischen Systemen? Was bedeutet es normativ, wenn sich mit der 'Modulation' von Gehirnfunktionen auch die individuelle Persönlichkeit verändert? In diesem interdisziplinären Band werden die Technisierung des Gehirns und die Konsequenzen für unser Selbstbild und für unser Handeln diskutiert. Die ethische und anthropologische Reflexion wird dabei um neurowissenschaftliche, medizinische, juristische, historische, wissenschaftstheoretische, ökonomische und technikphilosophische Perspektiven ergänzt.

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Der technische Zugriff auf das menschliche Gehirn.
Methoden – Herausforderungen – Reflexionen
Pages: 11–19
Gehirn-Computer-Schnittstellen für schwerstgelähmte Menschen.
Klinische Möglichkeiten, technische Grenzen und ethische Fragen
Pages: 51–62
Hirneingriffe historisieren
Ethische Standpunkte zur Lobotomie in den 1940er und 1950er Jahren
Pages: 63–86
Neurotechnologisch modifizierte Rechtssubjektivität
Persönlichkeitsschutz im Recht der Neuro- und Informationstechnologie
Pages: 87–104
Exzeptionalismus ›revisited‹
oder: Von der Naturalisierung durch Technisierung
Pages: 119–138
(M)othering the male brain
Das Geschlecht des technisierten Gehirns
Pages: 139–161
Etablierung neuroelektrischer Systeme und Ausweitung ihres Anwendungsbereichs
Forschungsethische Aspekte des technischen Zugriffs auf das menschliche Gehirn
Pages: 219–232
Ethisches Selbstverständnis des Menschen
Kriterien für Einsatz und Entwicklung von Neurotechnologien
Pages: 233–249
Technisierte moral agents?
Wechselwirkungen zwischen der neuroscience of ethics und dem therapeutischen Einsatz von Neurotechnologien
Pages: 251–272
Das Handeln in den Zeiten der Neurotechnologie
Von der Technisierung des Gehirns zur Technisierung der Verantwortung
Pages: 273–297
Wie frei ist der Mensch?
Zum Dialog zwischen Hirnforschung und theologischer Ethik
Pages: 299–310
Neuroenhancement
Vom technizistischen Missverständnis geistiger Leistungsfähigkeit
Pages: 383–397
Die anthropologische Dimension der Technisierung des Menschen
Ein Plädoyer für eine anthropologisch fundierte ›Gelassenheit‹
Pages: 399–420
Von der natürlichen zur künstlichen Künstlichkeit?
Überlegungen zur ethischen Bewertung neurotechnologischen Enhancements aus anthropologischer Perspektive
Pages: 421–437
Die Bedeutung des Leibes in der Neurowissenschaft
Phänomenologische Überlegungen zur Embodied cognition am Beispiel der Körperbehinderung
Pages: 439–461
Die Technisierung des Gehirns
Muss sich der Mensch zwischen Natur und Technik neu verorten?
Pages: 463–477
Neurotechnologie und Menschenbild
Anmerkungen zu den anthropologischen Reflexionsfiguren ›Homo faber‹ und ›Cyborg‹
Pages: 479–501
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