Tierische Organe in menschlichen Körpern

Biomedizinische, kulturwissenschaftliche, theologische und ethische Zugänge zur Xenotransplantation

Die Knappheit an Spenderorganen ist ein großes Problem. Um diesem abzuhelfen, gibt es Forschungsbemühungen, tierische Zellen und Organe als Ersatz zu verwenden. Bei der sogenannten Xenotransplantation sollen Zellen und/oder ganze Organe vom Tier dem Menschen implantiert werden. Wenngleich sich die medizinische Forschung noch im vorklinischen Stadium befindet, ist in absehbarer Zeit mit klinischen Studien zu rechnen. Mit der Xenotransplantation gehen zentrale Fragen zum praktischen und ethischen Selbstverständnis des Menschen einher, die verschiedene Felder der Angewandten Ethik betreffen: Wie ist die Xenotransplantation ethisch zu bewerten? Was bedeutet sie für die personale Identität? Wie lässt sich das Verhältnis von Mensch und Tier in ethischer und anthropologischer Perspektive begreifen? Was bedeutet dies für den Umgang mit Tieren? Und welche kulturellen und religiösen Herausforderungen können sich ergeben? Das Buch geht diesen und weiteren Fragen nach, indem es den gegenwärtigen biomedizinischen Forschungsstand der Xenotransplantation anschaulich darstellt, um diese dann aus kulturwissenschaftlicher, theologischer und ethischer Perspektive zu reflektieren.
Jochen Sautermeister, geb. 1975, Studium der Katholischen Theologie, Psychologie, Philosophie in Tübingen und Jerusalem, Dr. rer. soc. (2006), Dr. theol. (2013), 2004 bis 2014 Wiss. Mitarbeiter/Akademischer Rat a. Z. am Lehrstuhl für Moraltheologie an der LMU München. 2014 bis 2017 Inhaber der Stiftungsprofessur für Moraltheologie; seit 2016 Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie sowie Direktor des Moraltheologischen Seminars; seit 2012 Teilprojektleiter des DFG-Sonderforschungsbereichs Transregio 127 »Biologie der xenogenen Zell-, Gewebe- und Organtransplantation«.
Forschungsschwerpunkte: Biomedizinische Ethik, Moralpsychologie, Ethik und Empirie, theologisch-ethische Zugänge zur Autonomie.