Die Anerkennung der Religionsfreiheit auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil

Texte zur Interpretation eines Lernprozesses

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Die Anerkennung der Religionsfreiheit auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil stellt einen historisch außergewöhnlichen Akt des Gewaltverzichts durch eine Religionsgemeinschaft dar. Vor allem mit der Erklärung »Dignitatis humanae – Über die Religionsfreiheit« verabschiedet sich die Kirche von der Vorstellung eines »katholischen Staates« und bestätigt damit lehramtlich die Trennung von Religion und Politik. Nachdem die katholische Kirche vor allem im 19. Jahrhundert und bis weit in das 20. Jahrhundert hinein bestimmte Freiheitsrechte, wie eben die Religionsfreiheit, entschieden abgelehnt und an der Idee eines konfessionellen Staates festgehalten hat, war der Schritt zu ihrer Anerkennung eine enorme Herausforderung. Ziel des Bandes ist es, den politischen Gewaltverzicht der katholischen Kirche als Lernprozess darzustellen, der – aus je unterschiedlichen Perspektiven – unterschiedlich interpretiert werden kann.

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Dignitatis humanae
Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Recht der Person und der Gemeinschaft auf gesellschaftliche und bürgerliche Freiheit in religiösen Belangen
Pages: 13–37
Die religiöse Toleranz in einer Staatengemeinschaft
Ansprache an den Verband der katholischen Juristen Italiens am 6. Dezember 1953: [„Toleranzansprache“]
Pages: 38–47
Quanta cura
Enzyklika über die Irrtümer der Zeit
Pages: 48–63
Hermeneutik der Diskontinuität und Hermeneutik der Reform
Zur Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils
Pages: 72–81
„Dignitatis humanae“ und „Quanta cura“
Die Verurteilung der Religionsfreiheit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil
Pages: 82–91
Wahrheit und Freiheit
Die „Erklärung über die Religionsfreiheit“ des II. Vatikanischen Konzils
Pages: 110–142
Keine Freiheit für den Irrtum
Die Kritik der katholischen Kirche des 19. Jahrhunderts an den Menschenrechten als staatsphilosophisches Paradigma
Pages: 185–220
Karl Gabriel ist Seniorprofessor am Exzellenzcluster Religion und Politik der Universität Münster.

Christian Spieß ist Professor für Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) und Mitglied des Berliner Instituts für christliche Ethik und Politik (ICEP).

Katja Winkler ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Theologische Ethik/Sozialethik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen.
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