Schreibtischtäter vor Gericht

Das Verfahren vor dem Münchner Landgericht wegen der Deportation der niederländischen Juden (1959 - 1967)

Im Zentrum der Untersuchung steht das Gerichtsverfahren gegen Wilhelm Harster vor dem Münchener Landgericht wegen Beihilfe zum Mord in 82.854 Fällen.
Als Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Den Haag war er maßgeblich mitverantwortlich für die Deportation eines Großteils der niederländischen Juden. Mitangeklagt waren Wilhelm Zoepf, der Leiter des Haager »Judenreferates«, sowie
die dort angestellte Gertrud Slottke. Die Darstellung setzt die Biographien der Beschuldigten in den Zusammenhang von Gene-ration und Weltanschauung und fragt nach ihrer Verantwortung für die Deportationen. Dabei wird die zeitgenössische Forschungsperspektive der 1960er Jahre auch mit dem aktuellen geschichtswissenschaftlichen Erkenntnishorizont abgeglichen. Resümierend stellt der Autor dieses erste Verfahren gegen einen sogenannten Schreibtischtäter in den Kontext der »Bewältigungsgeschichte« der jungen Bundesrepublik Deutschland.
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Biographical Note

Christian Ritz, Dr. phil., geb. 1964, seit 2009 wiss. Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg und am Forschungs- und Dokumentationszentrum für Kriegsverbrecherprozesse an der Universität Marburg.

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