Rettung und Erlösung

Politisches und religiöses Heil in der Moderne

Unsere Welt voller Untergänge und Katastrophen ist zugleich eine Welt voller Rettungen, Retter und Rettungsgeschichten. Täglich werden Rettungspakete geschnürt und Rettungsschirme gespannt, damit angesichts der drohenden Untergangsszenarien solches Rettungshandeln als alternativlos erscheine. Derartige Heilsversprechen lassen sich einerseits als Diskursinstrument zur Plausibilisierung und Invisibilisierung politisch kontingenten Handelns betrachten. Andererseits bilden sie ein zentrales und historisch tief eingewurzeltes Basisnarrativ unserer Kultur, welches die Beiträger von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart in ihrer religiöstheologischen, biopolitischen, sozialgeschichtlichen, technischen und medialen Dimension erkunden. Gegenstand sind literarische Texte sowie bioethische, populäre, ästhetische und politisch-philosophische Diskurse vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

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Johannes F. Lehmann promovierte an der Universität Freiburg und habilitierte sich an der Universität Essen. Zurzeit hat er den Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn inne. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts und dabei insbesondere kulturwissenschaftliche Fragestellungen: Recht und Literatur (Biopolitik), historische und literarische Anthropologie, die Geschichte der Affekte/Emotionen sowie die Geschichte literarischer Gegenwartsbezüge.
Hubert Thüring ist Universitätsdozent für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Basel. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen Gedächtnis und Leben (Biopolitik), Psychiatrie und Justiz, Editions- und Textphilologie (Nietzsche-Edition), Textgenese und Schreibprozess sowie Literaturgeschichtstheorie und Vergleichende Literaturwissenschaft (Schwerpunkt Italien).
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