Der Kunstlehrer Jacotot

Jacques Rancière und die Kunstpraxis

Es handelt sich bei dem vorliegenden Buch um die erste umfassende Einführung zu Rancières ästhetischem Denken und seiner Relevanz für die Kunstpraxis.
Jacques Rancière hat die Frage der Gleichheit in den Mittelpunkt der Kunstbetrachtung gestellt und damit international gerade an Kunsthochschulen Furore gemacht. Volkmar
Mühleis widmet sich eingehend Rancières ästhetischem Denken und befragt es erstmals kritisch im Rahmen der Kunstpraxis. Dabei zeigt sich zum einen die besondere Qualität von Rancières Ansatz für den Kunstdiskurs – der stets die Freiheit, aber kaum ihre Bedingung, die Gleichheit, verhandelte –, zum andern aber auch seine Schwächen. So operiert Rancière mit einem medialen Begriff, der kaum den Anforderungen technologischer Kritik heutzutage standhält. Wenn er ästhetische Erfahrung in Anspruch nimmt, ohne zu klären, was Erfahrung hier im Einzelnen heißt, so verbleibt er seinem emanzipatorischen Gedankengut nach in einer rationalistischen Tradition. Mit Blick auf die Schriften von Bernard Stiegler, Bernhard Waldenfels und Käte Meyer-Drawe zeigt Volkmar Mühleis, wie diese besondere Qualität von Rancières ästhetischem Denken auf ganz andere Art die gegenwärtige Debatte bereichern kann.

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Volkmar Mühleis ist als Philosoph an der LUCA School of Arts in Brüssel und Gent tätig. Er lehrt dort Philosophie und Ästhetik und forscht zum Verhältnis von Philosophie und Kunstpraxis. Ausgehend von der responsiven Phänomenologie vertieft und erweitert er sie im Vergleich mit interkulturellen Fragestellungen, technikphilosophischen Aspekten und ökonomischen wie politischen Zusammenhängen. Seine Monographien erscheinen seit 2005 im Wilhelm Fink Verlag. Volkmar Mühleis ist freier Mitarbeiter der Philosophischen Rundschau und darüber hinaus Buchrezensent des Deutschlandfunks. Er veröffentlicht eigene Prosa, Lyrik und Musik, u.a. bei Art Paper Editions.
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