Ver-antwortung

im Anschluss an poststrukturalistische Einschnitte

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Die gegenwärtige Verwendung des Begriffs der Verantwortung weist auf einen gravierenden Verlust hin. War und ist das Andere in der »Antwort« noch indirekt erkennbar, scheint es in der Selbstverantwortung vollständig zu verschwinden. Das Selbst tritt an die erste Stelle.
Die kritischen, psychoanalytischen und poststrukturalistischen Einschnitte des 20. Jahrhunderts drängen und fordern. Ohne an Radikalität verloren zu haben, stoßen sie uns weiterhin durch unsere Wirklichkeitsverständnisse, gerade in Anbetracht aktueller Probleme von Subjekt und Gesellschaft. Es zwingt sich weiterhin ein Denken des Anderen auf – ein Denken im Antworten – im »Sich-verantworten« – im »Ver-antwortet-werden« – ein Denken, welches nicht in einer rein affirmativen Bewegung verbleibt und das Andere in einer imaginären Schließung verkennt. Dieses Buch versammelt verschiedenste kritische Beiträge, die diesem Drängen folgen und das Eigene eines Denkens des Anderen dafür selbst an die Grenzen zu führen versuchen.

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Einleitung
Im Bann des Anderen
Pages: 9–18
Systematisieren ohne System
Rhapsodie und Konstellation als Gestaltungsformen erziehungswissenschaftlichen Denkens
Pages: 19–31
Anders-Denken anders denken
Warum die Bildungsforschung keine Bildung findet
Pages: 33–57
Antworten auf den Anspruch des Fremden?
Zur (Un-)Darstellbarkeit von Fremdheitserfahrungen und Bildungsprozessen in Clemens J. Setz’ Roman Indigo
Pages: 59–75
Ein (misslungenes) narratives Interview
Oder: vom Anderen in einem Gespräch verantwortet-werden
Pages: 77–100
„Erinnerungen ans Versäumte“
Zur Frage der Verantwortung einer Erziehung ‚nach Auschwitz‘
Pages: 101–114
Diesseits von Paternalismus und Aktivierung
Anmerkungen zu den Diskursen pädagogischer Verantwortung
Pages: 127–153
Ermöglichung oder Abwehr des Neuen im Generationsverhältnis
Zur Dynamik kultureller Weitergabe und generativer Verantwortung
By: Vera King
Pages: 155–170
Vulnerabilität
Ein pädagogisch-anthropologischer Zugang zur Verantwortung
Pages: 171–185
Übertragung
Wissenschaft als soziales Band
Pages: 207–222
Und wenn der, die, das Andere eine Maschine ist?
Eine Bruchstückfolge
Pages: 223–237
Die Scham
Zwischen Affektpolitik und Selbstverlust
Pages: 239–259
Geschichten des Schweigens
Verantwortung: Anerkennung, Verstehen und Gerechtigkeit im disziplinären Zwischen historisch-systematischer Lektüren
Pages: 261–281
Nicht-Wissen und schweigendes Wissen als Herausforderung
Ikonische, performative, materiale Perspektiven
Pages: 283–299
Robert Wartmann ist seit 2011 Sozialarbeiter bei Mook Wat e.V. ASP. Sara Vock ist seit 2015 Sozialarbeiterin bei der Björn Schulz Stiftung. Beide sind Masterstudenten an der Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Universität Hamburg.
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