Vor aller Augen

Studien zu Kunst, Bild und Politik

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»Geschichte zerfällt in Bilder, nicht in Geschichten.« Wenn Walter Benjamin mit seiner These Recht hat, steht die Bildforschung vor einer wahrhaft großen Herausforderung. Es gilt, das Universum der Bilder zu sichten und auf den gebührenden Begriff zu bringen. Michael Diers tut dies, indem er in exemplarischen Analysen jeweils einen bedeutungsvoll sprechenden Gegenstand – Kunstwerk oder allgemeines Bild – in den Mittelpunkt rückt und einlässlich als ästhetisches und historisches Zeugnis ins Auge fasst. Sein Blick reicht dabei vom Ende des 15. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Öffentliche Bilder und damit Beiträge zur politischen Ikonographie liefern Sujets und Themen der Studie. Das klassische Gemälde ist ebenso vertreten wie das Graffito, die Collage wie der Film. Auch Tanz und Theater kommen mit ihren Bildvorwürfen sub specie von Politik, Geschichte und Ästhetik zur Sprache. Dass sich der behandelte Zeitraum weit erstreckt, lässt sich mit dem erwähnten paradigmatischen Vorgehen sowie mit einem berühmten Diktum Giorgio Vasaris, des Gründervaters der Kunstgeschichte, erläutern: Es komme darauf an, Vergangenes als Gegenwart zu erfahren, die Gegenwart als künftige Historie anzusehen. Diers expliziert kein historisches Kontinuum, sondern analysiert charakteristische und repräsentative Einzelfälle, die jeweils für ihre Epoche einstehen.

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Vorwort
Pages: 9–17
Sicht, Gesicht, Geschichte
Eine (Über-)Zeichnung von Alberto Giacometti
Pages: 19–26
Auf die Stirn geschrieben
Domenico Ghirlandaios Porträt eines Alten mit seinem Enkel
Pages: 27–47
Der öffentliche Raum als Schauplatz
oder Die Erfindung des Zuschauers um 1500
Pages: 49–65
Affekt und Effekt
Körpersprache und Bildrhetorik bei Diego Velázquez Eine Randbeobachtung
Pages: 67–78
Ende der Kunst und Anfang des Bildes
Der Start ins Medienzeitalter um 1800
Pages: 79–107
Ein Scherbengericht
Zur politischen Ikonographie von Heinrich von Kleists Lustspiel Der zerbrochne Krug
Pages: 109–122
Ereignis Bild
Fotografie, Politik und (Be-)Deutung
Pages: 123–139
„Public Viewing“
oder Das elliptische Bild aus dem „Situation Room“ in Washington
Pages: 141–158
Max Liebermann und Edouard Manet
Zum Verhältnis von Sammlung, Kunst und Politik
Pages: 159–177
Eine politische Landschaft
Max Beckmanns Der Strand als künstlerisches Manifest
Pages: 179–182
Blätter, die die Welt bedeuten
Eine Lektüre von Löschblättern
Pages: 183–189
Die Doppelte (Ent-)Täuschung
Bilder nach Bildern bei Thomas Demand
Pages: 191–207
„Jeder Griff Muss Sitzen“
Eine Handreichung in Sachen Joseph Beuys
Pages: 209–226
(Un)Clrd
Schwarzweiß im Farbfilm. Politische Aspekte einer Hybridästhetik
Pages: 227–244
Dis/Tanzraum
Ein kunsthistorischer Versuch über Pina Bauschs Le Sacre du Printemps
Pages: 245–265
Disiecta membra
Die Collage als symbolische Form bei Thomas Hirschhorn
Pages: 267–281
Kreuzbilderrätsel
Aus Anlaß einer Werbeanzeige von Hermès
Pages: 283–286
Zeichen an der Wand
Notizen zu Aktualität und Ästhetik des politischen Graffito
Pages: 287–299
Beschreibung als Methode
Statt eines Nachworts
Pages: 301–305
Dank
Pages: 307
Anmerkungen
Pages: 309–365
Bildnachweis
Pages: 367–370
Drucknachweis
Pages: 371–372
Personenregister
Pages: 373–378
Farbtafeln
Pages: 379–396
Michael Diers ist Kunsthistoriker und lehrt in Hamburg und Berlin. Freiberuflich ist er als Autor, Kritiker und Ausstellungsmacher tätig. Seine Lehre und Forschung folgen der Devise einer Neonskulptur von Maurizio Nannucci aus dem Jahr 1999: »All art has been contemporary«.
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