Die Hand am Werk

Poetik der Poiesis in der russischen Avantgarde

Kunst = Neues Sehen. Diese Formel prägt die Avantgarde. Bis in die Gegenwart hinein bestimmt sie unser Denken. Wo aber liegen die blinden Flecken dieses Optozentrismus? Am Leitfaden der Gesten des Berührens, Gebens, Zeigens und Werkens beleuchtet die Studie Schlüsselszenen taktiler Interaktion zwischen Subjekt und Artefakt und beobachtet die Herausforderungen, die dem Auge durch die Hand erwachsen. Dabei werden Krisen einer visuell dominierten Perspektive auf die Künste wahrnehmbar, die zur Neubestimmung von Ästhetik und Poetik unter Einbezug haptischer Erfahrung auffordern. Denn die Augenversessenheit der Avantgardeforschung verstellt nicht nur den Blick auf ihren Gegenstand – sie steht mit ihrer Handvergessenheit prototypisch für eine systematische Verengung in den Literatur-, Kunst- und Kulturwissenschaften.

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Einführung
Pages: 9–29
Sprechen
Von der Hand in den Mund
Pages: 31–136
Schreiben
Schrift als Spiel
Pages: 137–220
Zeigen
Theater zwischen Darstellen und Durchleben
Pages: 221–281
Werken
Das Wort als Werkzeug
Pages: 283–319
Handeln
Poetik der Operativität (Sergej Tret’jakov)
Pages: 321–390
Geben
Poetik des Lebens
Pages: 391–429
Berühren
Tastexperimente am Text
Pages: 431–478
Bibliographie
Pages: 487–528
Register
Pages: 529–531
Susanne Strätling ist seit 2016 Professorin für Komparatistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
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