Emersive Bilder

Angriff der Bilder auf ihr Publikum

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Das Horrorfilmgenre liefert faszinierende Beispiele dafür, wie Filme über sich selbst und andere Mediendispositive reflektieren und die Bilder in einer Lebendigkeit in Aktion treten, indem sie das Publikum direkt anzugreifen scheinen.
Wenn Kong sich aus seinen Fesseln befreit, um zu zerstören, wenn Carol Anne sich im Informationschaos des Weißen Rauschens verliert und wenn japanische Teenager von einem tödlichen Videovirus heimgesucht werden, dann befinden sich die Zuschauenden inmitten von Leinwandgeschichten der dunklen Art. Es sind Erzählungen, in denen Filme über die Mediendispositive Kino, Fernsehen und Video reflektieren. Im Mittelpunkt von Michael Fürsts umfassender Studie steht das Verhältnis zwischen Bild und Zuschauenden. Das Bild wird zum Akteur und tritt in der Gestalt des Monsters in Erscheinung, um das Publikum tätlich anzugehen. Es ist ein Angriff, der die sichere Grenze zwischen Zuschauenden und Bild aufzulösen scheint.

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Michael Fürst ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Kulturstiftung des Bundes und freier Ausstellungsmacher. Zuletzt war die Ausstellung „Am I Dandy? Anleitung zum extravaganten Leben“ (2016) im Schwulen Museum* zu sehen, die von ihm mitkuratiert wurde. Er war als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Ausstellung »Weltreise. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger« (2015/2016) der Staatsbibliothek zu Berlin und der Künstlerin Ulrike Ottinger tätig. Am Schwulen Museum* in Berlin hat er von 2008 bis 2016 zahlreiche Ausstellungen realisiert. Von 2007 bis 2011 lehrte und forschte er am Studiengang Medienwissenschaften der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, wo er auch sein Lehramtsstudium der Fächer Deutsch und Kunst abgeschlossen hat. Bevor es ihn dann vollständig in die Welt der Ausstellungen verschlug, hatte er die Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Braunschweiger Zentrum für Gender Studies inne. Seine Interessen und Arbeitsschwerpunkte sind: Bildwissenschaft, Dispositivtheorie, Gender und Queer Studies, Filmwissenschaft, Museums- und Ausstellungstheorie, Monster.
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