Posthumanistische Pädagogik

Unterwegs zu einer poststrukturalistischen Erziehungswissenschaft

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Existenzphilosophie, Kritische Theorie und (Post-)Strukturalismus stimmen darin überein, dass die Rede von dem Menschen überholt ist. Zum einen hat der Humanismus seine praktische Geltungskraft und seine theoretischen Begründungsansprüche verloren, zum anderen hat sich die Sonderstellung des Menschen in Abgrenzung zum Tier wie zur Maschine durch die Erkenntnisse der empirischen Natur- und Humanwissenschaften als Illusion erwiesen. Das Ende des Menschen als Fundamentalkategorie bedeutet jedoch nicht, dass auch die Frage danach verschwunden wäre, wie die Menschen mit sich und Anderen/m umgehen. So beansprucht der Transhumanismus als Erbe des Humanismus dessen Vervollkommnungsideen technologisch realisieren und die Endlichkeit und Unvollkommenheit des Menschen in einer Symbiose mit der Maschine überwinden zu können. Statt um den Übermenschen, der als maschinentechnische Neugestaltung das Vacuum, das die These vom Ende des Menschen in der Anthropologie hinterlassen hat, theo-technologisch ausfüllt, geht es im Posthumanismus um ein anderes Verständnis des Menschen jenseits der Abgrenzungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Wesen. Die hier versammelten Beiträge verstehen sich als Stationen auf dem Weg zu einem solchen posthumanistischen Verständnis des Menschen und erkunden das neue Problemfeld, das sich nach den »Enden des Menschen« aufgetan hat, mit dem Ziel einer Posthumanistischen Pädagogik, die für die Zukunftsprobleme offen ist.

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Identitätsrettung in Therapieansätzen der Humanistischen Psychologie
Zur implementierung einer neuen Technologie des selbst
Pages: 97–132
Der gesprochene Körper
Zur Authentizität von Körpererfahrungen in Körpertherapien
Pages: 133–144
Verstimmte Ohren und unerhörte Stimmen
Zur Medialität der sinne
Pages: 145–165
Kehrseiten des Menschen
Probleme, Fragen und Wege der Historischen anthropologie
Pages: 167–193
Wendungen zum Anderen
Pages: 195–208
Die Frage des Anderen
Pages: 209–235
Zwischen Widerfahrnis und Responsivität
Die Frage des Fremden
Pages: 255–265
Generative Differenz, Generationsdifferenz, Kulturdifferenz
Fremdheit zwischen Generationen
Pages: 267–308
Antihumanismus, Transhumanismus, Posthumanismus
Die Enden des Menschen und seiner humanistischen Bildung
Pages: 331–361
Die performative Kraft von Paradoxien
Theoriebildung in posttheoretischen Zeiten
Pages: 389–422
Textnachweise
Pages: 423–425
Michael Wimmer, Dr. phil., ist seit 2000 Ordentlicher Professor für Systematische Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg.
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