Standardisierung und Naturalisierung

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Standards vermitteln die Beziehungen zwischen Menschen, Dingen und Zeichen – besonders wirksam dort, wo sie nicht als Konvention, sondern als ›natürlich‹ erscheinen. Prozesse der Standardisierung und Naturalisierung gewinnen in modernen Gesellschaften zunehmend an Relevanz, sei es im Bereich der Ökonomie, des Selbstmanagements oder der (Lebens-)Wissenschaften. Verfahren der Standardisierung und der Naturalisierung stehen dabei in einem systematischen Verhältnis, sie erscheinen als komplementäre Operationen, durch die kulturelle Praxen, Wahrnehmungen und Technologien in einen Zustand der Selbstverständlichkeit übergehen. Aus medien- und kulturwissenschaftlicher Perspektive suchen die Beiträge des Bandes die Auseinandersetzung mit aktuellen und historischen Phänomenfeldern sowie mit übergreifenden theoretischen Konzeptualisierungen.
Standards have gained increasing relevance in modern societies in central areas such as economic exchange, (information) technology, and the (life) sciences. Organizing the relations between humans, things, and discourse, standards become especially powerful where they appear as ‚natural‘. The collection examines inherent links between standardization and naturalization from the perspective of media and cultural theory, presenting case studies and conceptual discussion.

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Red and Black Boxes
Koloniale Standardisierung als Metroklasmu
Pages: 47–67
Stille Post
Automatismen der Formerzeugung
Pages: 69–91
„Das ist kein neuer Kalter Krieg“
zum Zusammenhang von Metadiskurs und Standardbildung aus diskurslinguistischer Sicht
Pages: 109–127
Standardisierung im Internet
wer gestaltet das Internet der Zukunft?
Pages: 129–143
„Vivete sani e amatemi“
Paolo Mantegazza und das Gespenst der Biopolitik
Pages: 145–159
Standards for Group Action
Anfänge des US-amerikanischen Managements zwischen Biochemie, Sozialtheorie und Wissenschaftsgeschichte
Pages: 161–180
Zurück in die Zukunft
Theorie und Geschichte der Frankfurter Küche
Pages: 181–197
Authentische Amputationen
Zum Umgang mit extremen Wünschen in der Medizin zwischen körperlicher Integrität und Normalität
Pages: 199–218
Universale Konstrukteure?
Vom αὐτός des Lebendigen zur Affirmation der synthetischen Biologie als universale Ingenieurswissenschaft
Pages: 233–243
Automatismen sind unberechenbar
Naturalisierungen emergenter Prozesse sind Versuche, dies zu kaschieren
Pages: 245–251
Martin Müller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Exzellenzcluster »Bild Wissen Gestaltung« sowie am Institut für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuvor forschte er am Graduiertenkolleg »Automatismen« an der Universität Paderborn. Forschungsaufenthalte als Gastwissenschaftler führten ihn u.a. an die Universidad de Buenos Aires (2016), an die Paris-1 Panthéon-Sorbonne (2013) und an die Columbia University nach New York (2012).
Christoph Neubert, Dr. phil., ist Akademischer Rat mit dem Schwerpunkt Mediengeschichte an der Universität Paderborn und Mitglied des Graduiertenkollegs „Automatismen“. Davor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrgebiet für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik der Fernuniversität Hagen und am Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg/SFB „Medien und kulturelle Kommunikation“ an der Universität zu Köln.
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