Handgebrauch

Geschichten von der Hand aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit

Dieser Band bietet aufgrund seiner interdisziplinären Perspektive, die Ansätze der Medizin-, Kunst-, Kultur- und Liturgiegeschichte miteinander verbindet, Einsichten in die kulturelle Bedeutung der menschlichen Hand in der Vormoderne.

Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen greifen u. a. voneinander abweichende religiöse Traditionen auf und vergleichen diese in einem neuen Licht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Waschen der Hände (im Christentum, Judentum und Islam), der mit der Hand zusammenhängenden Materialität (Gießgefäße, Handprothesen), auf der Frage des Einsatzes der Hand in verschiedenen Kontexten (als wichtigstes Instrument des Arztes, des Künstlers, in der Masturbation), ihrer symbolischen und liturgischen Aufladung (etwa in der Hagiographie, in Geistergeschichten), auf Gesten (insbesondere Schmähgesten) und der plastischen Abbildung der Hand (mittelalterliche Handreliquiare, medizinische Handmoulagen).

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„Lavabo in innocentia manus meas ...“
Zwischen Schuldanerkennung und Schuldabwehr: Händewaschen im christlichen Kult
Pages: 59–77
Manus medici
Die Bedeutung der Hand bei der ärztlichen Diagnose und Therapie in Antike und Früher Neuzeit
Pages: 159–172
Polydaktylie in der Vormoderne
Eine Spurensuche
Pages: 173–209
Invektive Hände
Schmähgesten im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit
Pages: 211–234
Untote Hände
Religionsgeschichtliche Beobachtungen über Hände ohne Körper
Pages: 235–251
Unerlaubter Handgebrauch
Masturbation und ihr Platz in der Wahrnehmung des sexuellen Verhaltens im Mittelalter
Pages: 253–283
Künstlerhände
Pages: 285–309
Robert Jütte leitet seit 1990 das Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart.
Romedio Schmitz-Esser ist seit 2017 Professor für Mittelalter an der Universität Graz
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