Fleisch

Die Geschichte einer Industrialisierung

Blick ins Buch

Roh, gekocht, kalt, heiß, fettig oder mager – Fleisch ist heute überall und jederzeit verfügbar. Die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Fleisch als Konsumware unterscheidet unsere Moderne von allen vorherigen Epochen. Wer verstehen will, warum und wie wir Fleisch essen, muss ins Berlin des 19. Jahrhunderts zurückgehen. Hier erlangte Fleisch jene Selbstverständlichkeit, die im Zentrum der aktuellen Ernährungsdebatten steht.
Christian Kassung beschreibt in diesem Buch die Kulturtechniken der industriellen Schweinefleischproduktion von der Zucht, der Haltung, der Schlachtung bis hin zur Distribution und Zubereitung. Er schildert, wie erst durch die Verschränkung einer Vielzahl industrieller Prozesse und Technologien die energiereiche Ernährung der arbeitenden Bevölkerung sichergestellt werden konnte. Der Fleischkonsum wurde damit im großstädtischen Alltag so stark wirksam, dass unser kulinarisches System dadurch bis heute geprägt ist. All dies fügt sich zu einer Geschichte des Überflusses zusammen – und regt zum Nachdenken über die historischen Bedingungen unserer eigenen Ernährungskultur an.
Meat: available everywhere. In bulks. In the morning, at noon, in the evening, at night. Cold, hot, greasy, lean. Roughly trimmed, but above all shaped and processed. The ubiquitous availability of meat as a consumer good distinguishes our modern age from all previous epochs of humanity. The industrialisation of animal breeding, slaughter, meat processing and marketing has made meat a matter of course. So self-evident that it requires a conscious decision to change to a diet without meat.
Christian Kassung ist seit 2006 Professor für Kulturtechniken und Wissensgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Kassung ist Vizedirektor des „Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik” und Vorstandsmitglied sowie Principal Investigator am Exzellenzcluster „Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor”.