Goethe, Ritter und die Polarität

Geschichte und Kontroversen

Polarität: das ist die Idee, dass die Naturphänomene von Gegensätzen beherrscht werden, die einander symmetrisch gegenüberstehen. Diese Idee leitete so verschiedene Forscher wie Goethe und Ritter, den Entdecker des UV-Lichts.
Während derzeit über die richtige Methode in der Grundlagenforschung heftig gestritten wird, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Nicht anders als heute hielten schon um 1800 viele Denker nach tiefen Symmetrien Ausschau – eine Suche, die sie in ihren eigenen Kategorien führten. Was das damals genau bedeutet hat und was sich daraus noch heute lernen lässt, zeigen in diesem Band auf kontroverse Weise Physiker, Philosophen und Wissenschaftshistoriker. Genies von Newton bis Hegel werden in frisches Licht getaucht und etablierte Resultate zum Auge oder zum UV-Licht werden neu beleuchtet.
While there is currently fierce debate about the right method in basic research, it is worth taking a look at the past. Not unlike today, many thinkers around 1800 were already looking for deep symmetries. In this volume, physicists, philosophers and historians of science show in a controversial way what this meant at that time and what can be learned from it today.
Olaf L. Müller ist Professor für Naturphilosophie und Wissenschaftstheorie an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Anastasia Klug und Derya Yürüyen sind am Lehrstuhl für Naturphilosophie der Humboldt-Universität zu Berlin tätig.
Troy Vine war ebenfalls dort beschäftigt und ist seit kurzem Direktor des englischen „Holistic Science Masters“ am Schumacher College in Großbritannien und lehrt dort Physik und Philosophie.