Nachlassformationen

Studien zum literarischen Archiv: Richard Leising und Helga M. Novak

Literarische Nachlässe haben in den letzten Jahren einen qualitativen Zugangswechsel erfahren – sie sind zu einem literaturwissenschaftlichen Untersuchungsgegenstand eigenen Rechts avanciert. Damit drängen sich neue Fragen auf: nach dem Status von Werk und Nachlass, einem spezifischen Nachlassbewusstsein und der Rolle der Nachwelt.
Unter dem Begriff der Nachlassformation führt die vorliegende Studie die verschiedenen Diskussionskomplexe zusammen, beschreibt den Nachlass als zugleich historisches sowie singulär-vielschichtiges Gebilde und entwickelt darauf aufbauend erstmals eine Analyse-Methodik zur Interpretation literarischer Archive. Anschließend findet der theoretische Ansatz Anwendung im Rahmen zweier groß angelegter Fallstudien zu dem Dichter Richard Leising und der Autorin Helga M. Novak. Die Auseinandersetzung mit ihrem Wirken im historischen Kontext von DDR und deutscher Zweistaatlichkeit provoziert eine für die Nachlassforschung zentrale Frage: Wie manifestiert sich das Spannungsverhältnis von Schreiben und literarischer Öffentlichkeit in der konkreten Nachlassformation?
The study focuses on the literary estate as an independent object of research in literary studies and develops a methodological approach to the analysis of authors‘ archives. Two case studies then examine the papers of the poet Richard Leising and that of the author Helga M. Novak, who both began their writings in the GDR.
Katrin von Boltenstern ist promovierte Kultur- und Literaturwissenschaftlerin. Momentan arbeitet sie als Referentin für die Geschäftsstelle Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in Berlin.
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