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Walter Ballhause und sein Album Soziale Fotos
Series:  vita activa
Kurz nach Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 fotografiert Walter Ballhause das Elend der untersten Gesellschaftsschicht und den aufkommenden Terror durch die Nationalsozialisten auf den Straßen Hannovers. In nur drei Jahren entsteht so ein Werk, das in Umfang, thematischer Komplexität und stilistischer Gestaltung einmalig ist für die Darstellung des von großer Not geprägten Alltags in der niedergehenden Weimarer Republik. Walter Ballhauses Bilder müssen in diesem Rahmen als beispiellos gelten. Es ist zu bedenken, dass etwa die Fotos der Farm Security Administration (FSA), heute populäre Ikonen einer aus gegenwärtiger Sicht frühen Sozialfotografie, erst ab 1935 in den USA entstehen: zwei Jahre nach dem Ende von Ballhauses Fotografieren. Er praktiziert sozialdokumentarische Fotografie zu einer Zeit, in der wegweisende Vorbilder für diesen fotografischen Bereich vor allem in Deutschland noch rar oder unbekannt sind.
Das Wunderbare und die narrative Refiguration im Roman (Wieland, Tieck, Goethe)
Author:
Die Gattung Roman etabliert sich als kulturelles Leitmedium der anbrechenden Moderne durch eine poetologische Diskriminierung des Wunderbaren. Gleichzeitig lässt sich aber auch beobachten, dass in Romanen immer wieder thaumaturgische Erzählungen eingeflochten werden. Wie ist diese spannungsvolle Konstellation einander gegenüberstehender erzählerischer Gattungen zu verstehen? In „Thauma(u)topoiesis“ wird die Einbettung thaumaturgischer Erzählungen in den Roman des 18. Jahrhunderts literaturgeschichtlich eingeordnet und hermeneutisch ausgelegt. Die vorliegende Arbeit rekonstruiert eine literatur- und geistesgeschichtliche Verschiebung im Problemfeld des Wunderbaren von der ontologischen Skepsis der Aufklärung gegenüber dem Wunder hin zu ästhetischen, poetologischen und ethischen Dimensionen einer poietischen Verwunderung. Durch die eingeflochtenen thaumaturgischen Erzählungen wird im aufgeklärten Roman die Diegese hin zu einer Hermeneutik der Selbst-Auslegung geöffnet.
– oder: Warum es gut ist, sich selbst zu achten
Author:
Selbstachtung heißt, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Doch obwohl sie elementar für ein gelingendes Leben und unsere moralische Praxis ist, sind wir nicht zur Selbstachtung verpflichtet. Gegenüber anderen Menschen haben wir Achtungspflichten aufgrund des Gebots, nicht zu schaden, aufgrund ihrer moralischen Rechte und eventuell auch aufgrund besonderer Nahbeziehungen, in denen wir zu ihnen stehen. Auch wenn wir uns selbst gegenüber keine derartigen Pflichten haben, ist insbesondere die Moral innerhalb von Nahbeziehungen wichtig für unser Verständnis von Selbstachtung. An ihnen lässt sich nachvollziehen, dass zu unserer moralischen Praxis auch die persönlichen Haltungen gehören, in denen wir einander begegnen. Selbstachtung ist eine selbstreflexive Haltung, die wir unter bestimmten Bedingungen einnehmen können. Sie einzuüben ist notwendig, um mitbestimmen zu können, wer man ist und sein will, und um sich um seiner selbst willen wertschätzen zu können.
Zur ästhetischen Maschinerie der Religion
Religiös zu glauben ist nicht nur ein Fürwahrhalten, sondern bedeutet auch existenziell einzutauchen in einen Imaginationskomplex und bisweilen an einer „ästhetischen Maschinerie“ (Kant) zu partizipieren, um so mit dem eigenen Unbewussten und möglicherweise auch mit etwas den Menschen Übersteigendem in Kontakt zu treten. Dieser evolutionären Strategie auf die Spur zu kommen und sie wissenschaftlich zu beleuchten, ist Aufgabe der vorliegenden religionsphilosophischen Studie, die den Brückenschlag zwischen Hermeneutik des Imaginären, analytischer Annäherung an religiöse „Wahrheiten“ und einer Theorie der religiösen Erfahrung versucht.
Formen, Funktionen und komparatistische Analysen von Traum-im-Traum-Strukturen
Der Traum im Traum kann Potenzierung des Traums sein oder in Abgründe falschen Erwachens führen. Diese erste komparatistische Monografie zu der Thematik zeigt nicht nur das Spektrum der Formen, sondern auch ihre Anbindung an grundlegende Fragen nach der Zuverlässigkeit der Wahrnehmung und der Realität der Welt. Im Rahmen der vergleichenden Untersuchung von Werken aus Literatur, Film, Fernsehserie und Comic aus diversen kulturellen Kontexten zeigt sich der Traum im Traum in all seinen Gestalten. Diese werden dabei in strukturalistischer Tradition als Traum-im-Traum-Strukturen begriffen. Zahlreiche Einzeluntersuchungen oft komplexer und ambivalenter Beispiele bilden neben Einblicken in die Literaturgeschichte des Traum im Traum den Kern des Buches. Unter Rückgriff auf Methoden der Narratologie, der Phantastiktheorie und der kulturwissenschaftlichen Beschreibung von Traumdarstellungen entsteht ein umfassendes Bild dieses Phänomens.
Die Heilige Schrift wurde zu einer Grundlage für die christliche Unterweisung in Konstantinopel, indem sie im Gottesdienst zu jedem Tauftermin sowie nach der Taufe eine Art der Katechese darstellte. Zudem galt die Bibel als eine Basis für Erziehungs- bzw. Bildungszwecke in Konstantinopel. Der vorliegende Band beleuchtet aus theologischer Perspektive die etablierten Bibeltexte in der artifiziell zu verstehenden Zeitperiode zwischen dem 7. und dem 10. Jh., in der ein steigender Rekurs auf die patristische Schriftauslegung zu beobachten ist. Diese trug neben der Überlieferung des eindrücklichen theologischen Gehalts auch zur aktiven Einbettung der Schrift in liturgische Riten bei. Neben der Aufteilung der alttestamentlichen Perikopen fokussiert sich die vorliegende Untersuchung auf einige Evangeliumstexte, die sich als eine postbaptismale Katechese erwiesen. In einem abschließenden Beitrag wird die Rolle der Psalmen im Schulwesen und in den christlichen Familien untersucht.
Eine religionspädagogische Diskussion pluralistischer Ansätze der Moralpsychologie
Ethische Bildung heute steht vor der Herausforderung, unterschiedliche Vorstellungen von Moral zu verstehen und konstruktiv mit ihnen umzugehen. Zwar hat sich die Religionspädagogik in den letzten Jahren intensiv mit verschiedenen Aspekten von Pluralität befasst, eine Auseinandersetzung mit Fragen der moralischen Pluralität fand jedoch noch kaum statt: Wie lässt sich ethische Bildung in einem Umfeld denken, in dem unterschiedliche Normen und Wertesysteme aufeinandertreffen und es konkurrierende Vorstellungen davon gibt, was Moral überhaupt ist? Mit einem Rückgriff auf aktuelle Ansätze der Moral- und Sozialpsychologie werden diese Fragen in der vorliegenden Arbeit aufgegriffen und religionspädagogisch diskutiert. Dabei werden Erweiterungen, Ergänzungen und Korrektive zu etablierten Konzepten ethischer Bildung vorgeschlagen. Vertreten wird ein pädagogischer Ansatz, der Moral pluralistisch denken kann, ohne sich dabei in eine relativistische Haltung aufzulösen.
Eine kritische Analyse der Konstruktion von Schüler:innen im Religionsunterricht
Author:
Diese Untersuchung verfolgt das Ziel, die Kategorie des Schülerbildes in den religionspädagogischen Diskurs einzuführen. Es wird gefragt, inwiefern konstruktivistisch geprägte Erkenntnisprozesse nicht auch hinsichtlich der – bislang vernachlässigten – Frage, wie Religionspädagog:innen in Theorie und Praxis über Schüler:innen denken und welches implizite Schülerbild somit meist unbewusst konstruiert wird, eine Rolle spielen. Im Sinne einer Heuristik werden Dimensionen herausgearbeitet, die den Konstruktionsprozess eines Schülerbildes maßgeblich mitbeeinflussen. Es wird untersucht, inwiefern ein Schülerbild im Kontext religionspädagogischer und -didaktischer Vollzüge wirksam ist und daher als ein Impetus zur Selbstreflexion wahrgenommen werden sollte. Zu diesem Zweck werden ausgewählte religionspädagogische Entwürfe hinsichtlich ihres jeweiligen Schülerbildes analysiert und die religionspädagogische Bedeutung des Schülerbildes anhand einer fünffachen Kategorisierung konkretisiert.
Author:
Poetische Gerechtigkeit ist ein seit der Antike bekanntes und in der Aufklärung zum normativen Prinzip erhobenes Konzept, das in der Gegenwart weitgehend als obsolet abgetan wird und heute meist nur noch in populärliterarischen Werken präsent ist. Interpretationen, welche die poetische Gerechtigkeit verwerfen, operieren jedoch mit einem traditionellen, textorientierten Begriff und behandeln sie als Strukturelement des Plots. Im vorliegenden Buch wird das Konzept im kognitionstheoretischen Rahmen neu interpretiert und nicht mehr als Bestandteil der Handlung, sondern als Interpretation des Lesers verstanden, motiviert von verschiedenen kognitiven Dispositionen, wie z.B. dem ‚Rechtsgefühl‘, dem ‚Glauben an eine gerechte Welt‘ oder der ‚altruistischen Bestrafung‘. Diese Neuinterpretation wird anhand von Arthur Schnitzlers Verräter-Narrativen erprobt, in denen eine für die Zeit um 1900 typische psychologisierende Version von poetischer Gerechtigkeit rekonstruiert wird.
Entheimatung
Open Access
Der Ursprung des Denkens und das Denken seines Ursprungs
Author:
Ausgehend von ausgewählten Themen der Cognitive Science wird ein Brückenschlag erprobt zu einer Sichtweise des menschlichen Denkens, wie sie sich aus Heideggers Interpretation der menschlichen Existenz als In-der-Welt-sein herauslesen lässt. Alles, was ist, erschließt sich dem Menschen vor dem Hintergrund einer Vertrautheit mit den Dingen. Diese Vertrautheit bedarf eines Weckrufs, den Heidegger an einem Prozess der Entheimatung diagnostiziert. Verortet man das menschliche Denken in dem unauflösbaren Spannungsfeld von Vertrautheit und Unvertrautheit, so wäre der Mensch nicht dazu in der Lage, einen Zustand zu beschreiben, der einem solchen Spannungsfeld noch vorausgeht. Dies lässt sich zum einen retrospektiv an Platons zwiespältiger Auseinandersetzung mit der Schrift und zum anderen prospektiv an Derridas différance aufzeigen. Auf die Folgen einer Auflösung jenes Spannungsfeldes, abzulesen an der Verdrängung des Todes, wird am Beispiel des Posthumanismus hingewiesen.