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Der koloniale Blick gen Osten

Osteuropa im Diskurs des Deutschen Kaiserreiches von 1871

Christoph Kienemann

Lag das deutsche Indien in Polen? Der Osten Europas war für die Deutschen im 19. Jahrhundert ein Sehnsuchtsort, in dem man die ideale Projektionsfläche für die eigenen kolonialen Ambitionen gefunden hatte.
Im Kaiserreich galt Osteuropa vielen Deutschen als unzivilisiert, chaotisch, primitiv und auf deutsche Kulturleistungen angewiesen. Die östlichen Nachbarn schienen so fern wie der Wilde Westen oder die afrikanische Steppe. Christoph Kienemann analysiert den deutschen Osteuropadiskurs hinsichtlich der Frage, ob er als kolonialer Diskurs gelesen werden muss. Auf diese Weise zeigt sich nicht nur, dass Osteuropa für viele Deutsche ein Sehnsuchtsort kolonialistischer Phantasien war, sondern dass der Kolonialismus eine viel größere Bedeutung für die deutsche Gesellschaft um 1900 besaß, als ihm bisher zugeschrieben wurde.

Richelieu

Ein Leben im Dienste des Königs und Frankreichs

Klaus Malettke

Der oftmals kontrovers beurteilte Kardinal und Staatsmann Richelieu hat die Geschichte Frankreichs nachhaltig geprägt und über seinen Tod hinaus tiefe Spuren in der Geschichte Europas hinterlassen. Klaus Malettke legt nach jahrzehntelanger Forschung zu Richelieu und dessen Epoche eine neue, umfassende Biographie vor. Leben und Agieren des Menschen, Theologen und Staatsmannes behandelt der Autor in seinen positiven wie kritischen Aspekten.
Einen breiten Raum widmet der Verfasser dem außenpolitischen Handeln des „Prinzipalministers“ Richelieu in der Phase des „offenen Krieges“ von 1635 bis 1642. Malettke beleuchtet insbesondere die Vorstellungen des Staatsmanns über die Gestaltung eines umfassenden Friedens in Europa und dessen dauerhafte Bewahrung durch die Verwirklichung eines Systems kollektiver Sicherheit. Aber auch die von Richelieu und seinen Gefolgsleuten entfaltete propagandistische Öffentlichkeitsarbeit sowie sein Wirken als Mäzen weiß der Autor kenntnisreich zu schildern. Nicht weniger Aufmerksamkeit gilt Richelieus Klientelpolitik sowie seinen vielfältigen und weitgespannten Aktivitäten beim Aufbau des eigenen großen Vermögens. Dabei ist es Klaus Malettke immer wichtig zu rekonstruieren, welche Prinzipien und Kategorien damals das Handeln Richelieus und der anderen Akteure bestimmten – wie Dynastie, Konfession, Staatsinteresse, Staatsräson und Tradition.

Materialschlachten 1916

Ereignis, Bedeutung, Erinnerung

Series:

Edited by Christian Stachelbeck

Verdun, Somme, die Südtirol- und die Brusilov-Offensive symbolisieren millionenfaches Leid und Sterben. Historikerinnen und Historiker aus dem In- und Ausland nehmen die Materialschlachten 1916 im Rahmen einer modernen Militärgeschichte in den Blick.
Die blutigen Materialschlachten des Jahres 1916 haben die kollektive Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Europa nachhaltig geprägt. Die damit verbundenen Orte und Personen versinnbildlichen darüber hinaus beispielhaft den Weg zum neuartigen, industrialisierten Massenkrieg. Dieser erfasste in ungeahnter Totalität Front und Heimat sowie Politik, Gesellschaft und Wirtschaft der kriegführenden Nationen.
Fachwissenschaftler diskutieren in diesem Band ausführlich Aspekte der Kriegsführung, der Mobilisierung von Streitkräften und der Nation wie auch die Erlebnisse der Menschen sowie die Erinnerung an den Krieg.

Terrorismus und Autokratie

Staatliche Reaktionen auf den Russischen Terrorismus 1870-1890

Tim-Lorenz Wurr

Die Ursprünge des modernen Terrorismus liegen in Russland. In den 1870er und 1880er Jahren wurde das Imperium durch eine Reihe von Anschlägen erschüttert. Im März 1881 gelang es der terroristischen Gruppierung »Narodnaja Volja«, Zar Alexander II. zu ermorden. Die spektakulären Attentate und der Kampf der Sicherheitsbehörden gegen die Terroristen erlangten internationale Aufmerksamkeit.
Tim-Lorenz Wurr untersucht erstmals, wie die russische Autokratie auf die neue Bedrohung des Terrorismus reagierte. Wie erklärte sich die Regierung die Ursachen der politischen Gewalt? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sprach sie den Terroristen zu? Und welche Strategien entwickelte sie zur Bekämpfung des neuen Phänomens? Innenpolitische Kurswechsel, verschärfte Gesetze und eine umfassende Umstrukturierung der Sicherheitsbehörden ermöglichten es der Autokratie – zumindest kurzfristig – die terroristische Bedrohung einzuschränken. Das Phänomen des Terrorismus prägte die Politik des Zarenreiches hingegen bis zum Ende des Imperiums.

Tsushima 1905

Ostasiens Trafalgar

Series:

Frank Jacob

Die Seeschlacht von Tsushima brachte die Entscheidung im Russisch-Japanischen Krieg von 1904/05. Sie hatte einen prägenden Einfluss auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Dieses Buch schildert nicht nur die Hintergründe und den Verlauf der Schlacht, sondern auch, wie die Ereignisse in Ostasien die Weltgeschichte – den Ersten Weltkrieg, die Russische Revolution, Pearl Harbor – mitbestimmten.
Der Sieg, den der japanische Admiral Togo in der Koreastraße über das russische Geschwader unter Admiral Rožestvenskij errang, stellte die Weichen für das Ende des Russisch-Japanischen Krieges. Japans Aufstieg zur Großmacht im Pazifikraum nahm seinen Anfang. Das bereits marode Zarenreich hingegen glitt in eine Epoche der Unruhen und Revolutionen. Dass die modern ausgerüsteten und effizient geführten japanischen Streitkräfte der Großmacht Russland eine empfindliche Niederlage beibringen konnten, wurde weltweit von der Öffentlichkeit und den Militärs mit Erstaunen wahrgenommen. Konnte es sein, dass kluge Planung, neueste Militärtechnik und schnelle Mobilisierung den sicheren Sieg über einen an Material und Personal überlegenen Gegner bedeuteten?

Gettysburg 1863

Lees gescheiterte Invasion

Series:

Georg Schild

Die Schlacht von Gettysburg war eine der entscheidenden Konfrontationen im Amerikanischen Bürgerkrieg. Zu keinem Zeitpunkt schien ein Erfolg der Südstaatler im Krieg so greifbar wie am Nachmittag des 3. Juli 1863, als General George Picketts Männer gegen Verteidigungsstellungen der Union anstürmten. Der Angriff wurde jedoch abgewehrt; diese Wende markiert den Moment, an dem kein Zweifel mehr an der Niederlage des Südens bestehen konnte.
Die Bewohner der Nord- und Südstaaten bewerteten den Ausgang der Schlacht höchst unterschiedlich. Für Präsident Lincoln war der Sieg der Union in Gettysburg Ausgangspunkt für eine »Wiedergeburt der Freiheit« in Amerika. Im Süden etablierte sich eine alternative Erinnerung, nach der die Konföderierten heldenhaft für eine gerechte Sache gegen einen übermächtigen Norden gekämpft hätten.
Das Buch beleuchtet strategische Diskussionen im Vorfeld des Feldzuges von Gettysburg, schildert den Verlauf des Kampfes, die Wahrnehmung seitens der Beteiligten und geht der Mythologisierung der Schlacht im amerikanischen Süden nach.

Winfried Baumgart and James Stone

Edited by James Stone and Winfried Baumgart

Der Briefwechsel des Prinzen Heinrich VII. Reuß, einer der Starbotschafter der Bismarckzeit und der beginnenden wilhelminischen Epoche, bietet einen intimen Einblick in die deutsche Außenpolitik nach der Reichsgründung 1871 bis 1894.
Der kanadische Historiker James Stone hat in den 1980er Jahren den Nachlass des Prinzen Heinrich VII. Reuß in Stonsdorf/Hirschberg (Schlesien) entdeckt. Reuß war einer der deutschen Starbotschafter der Bismarckzeit und der beginnenden wilhelminischen Epoche. Der Nachlass war zwar 1945 von der Roten Armee dezimiert worden, über drei Viertel sind aber von den polnischen Behörden gerettet und neu geordnet worden. In weiteren deutschen Archiven haben sich zusätzliche Privatbriefe des Prinzen Reuß an die höheren Beamten des Auswärtigen Amtes und an Botschafterkollegen (und umgekehrt) gefunden. Sie werden nun von Winfried Baumgart, in einer wissenschaftlichen Edition aufgearbeitet, vorgelegt. Sie geben einen intimen Einblick in die deutsche Außenpolitik von 1871 bis 1894 aus der Warte des Prinzen, der in dieser Zeit das Deutsche Reich in Petersburg, Konstantinopel und Wien vertrat.

"Slavocrat" und "Yankee"

Feindbilder und der Amerikanische Bürgerkrieg 1830-1865

Michael Koch M.A.

Die Untersuchung von Feindbildern zwischen Nord- und Südstaaten bietet einen völlig neuen Blick auf die Entstehungsgeschichte des Amerikanischen Bürgerkriegs.
Als freie Staaten und Sklavenstaaten zur Mitte des 19. Jahrhunderts über die Vorherrschaft in der amerikanischen Union stritten, heizten intersektionale Feindbilder die Lage zusätzlich auf. Im Süden wurden vermutete Eigenschaften der »Yankees«, etwa materielle Gier sowie eine Neigung zu Heuchelei und Fanatismus, als Bedrohung für die eigene Sicherheit wahrgenommen. Nordstaatler hetzten wiederum gegen Sklavenhalter, die sie für brutale, faule und zutiefst unamerikanische Aristokraten hielten. Diese Feindbilder untergruben das gegenseitige Vertrauen und führten das Land in einen blutigen Bürgerkrieg.

»Won't the law give me my freedom?«

Sklaverei vor Gericht (1750-1800)

Carolin Retzlaff

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörte Sklaverei in Nordamerika zum Alltag. Aber nicht nur weiße Abolitionisten begannen dagegen zu kämpfen. Auch Versklavte selbst gingen gegen ihren Status vor. Denn so eindeutig, wie die Grenzen zwischen Freiheit und Unfreiheit zunächst scheinen, waren sie keineswegs: Tatsächlich gab es Versklavte, die für ihre Freiheit vor Gericht zogen. In diesen Prozessen führten sie unterschiedliche Begründungen an: ihre Herkunft, Verträge und mündliche Vereinbarungen oder auch ihre Teilnahme am Unabhängigkeitskrieg. In Plädoyers, Stellungnahmen und Zeugenaussagen geben die Gerichtsakten Einblicke in die Lebenswelt von Sklavinnen und Sklaven, in ihre persönlichen Schicksale und die Beziehungen zu ihren Besitzern.

Heirat in der Fremde

Deutschamerikaner in Cincinnati im späten 19. Jahrhundert

Series:

Robert Fuchs

Die deutschen Einwanderer in den USA bildeten in manchen Großstädten eine abgeschlossene Gesellschaft, die dazu tendierte »unter sich« zu heiraten.
Doch was bedeutete »unter sich«? Heirateten katholische Süddeutsche lieber protestantische Norddeutsche oder doch eher katholische Iren? Existierten schichtspezifische Unterschiede? Welche Rolle spielten Generationszugehörigkeit oder Alter? Welche Rolle spielte die Struktur des Heiratsmarkts? Diesen Fragen geht die vorliegende Studie anhand der deutschamerikanischen Community von Cincinnati um 1880 nach. Aktuelle Debatten über die angebliche Abschottung von Migrantengruppen und »Parallelgesellschaften« erhalten so historische Tiefenschärfe.