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Barocktheater als Spektakel

Maschine, Blick und Bewegung auf der Opernbühne des Ancien Régime

Series:

Edited by Nicola Gess, Tina Hartmann and Dominika Hens

Die Opernbühne des Ancien Régime gehorcht dem Paradigma des Spektakels. Sie will Schaulust und Staunen hervorrufen und zielt auf die Konstitution und Repräsentation von Herrschaft. Der visuellen Überwältigungsrhetorik der Gegenreformation und des absolutistischen Hofes steht sie in nichts nach; sie ist Bestandteil von deren machtpolitischen Strategien. Zugleich bewirkt die spektakuläre Visualität eine Destabilisierung des dem Barock zugeschriebenen »Imperialismus des Bildes« und seiner visuellen Ordnungen.
Die französische Barockoper hat in Bezug auf diese Ordnungen stark desorientierende und verwirrende Implikationen. Aus interdisziplinären Blickwinkeln werden die historische Dimension der Praktiken des Spektakulären sowie Fragen der gegenwärtigen Aufführungspraxis erörtert.

Sowohl als auch dazwischen

Erfahrungsräume der Kunst

Edited by Benjamin Wihstutz and Jörn Schafaff

Ästhetische Erfahrungsräume sind als Zwischenräume zu begreifen, die sowohl Aspekte des realen als auch des gedachten Raums aufweisen. Die Entgrenzung der Künste hat im 20. Jahrhundert dazu geführt, dass oftmals unterschiedliche Raumkonzepte innerhalb derselben künstlerischen Arbeit aufeinandertreffen. Welche Eigenschaften und Potenziale sich hieraus ergeben, ist die Frage, welcher der Band nachgeht.
Die Beiträge erörtern Raumerfahrungen zwischen An- und Abwesenheit, Selbst- und Weltbezug, zwischen sinnlichem Erleben und gedanklicher Reflexion, zwischen Immersion und Distanzierung. Damit sind sie Ausdruck einer Komplexität, die nicht nur das Verhältnis der Künste untereinander, sondern auch die soziale Lebenswelt auszeichnet, auf die sich die künstlerische Arbeit heutzutage bezieht.

Franz Liszt

A Story of Central European Subjectivity

Series:

Erika Quinn

This biography of the musician Franz Liszt contributes to our understanding of national identity formation and its interaction with cosmopolitanism. Liszt exemplified the nineteenth-century quest for subjective definition and fulfillment. Seeking to gain agency, authority, and community, Liszt experimented with various subject positions from which to forward his goals. The stances he selected, anchored in ideas about nation, religion, and art, allowed him to retain his cosmopolitan sensibility while making specific aesthetic and creative claims. Quinn’s analysis of Liszt’s correspondence and musical criticism, as well as of contemporary reviews of his performances, compositions, and essays, demonstrates the lack of a nationalist exclusivity in Liszt’s life was a historical phenomenon rather than a personal quirk as previous scholarship has often claimed.

A New Kind of Public

Community, Solidarity, and Political Economy in New Deal Cinema, 1935-1948

Series:

Graham Cassano

In 1936, director John Ford claimed to be making movies for “a new kind of public” that wanted more honest pictures. Graham Cassano’s A New Kind of Public: Community, solidarity, and political economy in New Deal cinema, 1935-1948 argues that this new kind of public was forged in the fires of class struggle and economic calamity. Those struggles appeared in Hollywood productions, as the movies themselves tried to explain the causes and consequence of the Great Depression. Using the tools of critical Marxism and cultural theory, Cassano surveys Hollywood’s political economic explanations and finds a field of symbolic struggle in which radical visions of solidarity and conflict competed with the dominant class ideology for the loyalty of this new audience.

Series:

Hilaire Kallendorf

A panoramic, state-of-the-art handbook destined to chart a course for future work in the field of early modern Hispanic theater studies. It begins in the closet with an essay on Celestina as closet drama and moves out into the court to explore intersections with courtly love. An essay on the comedia and the classics demonstrates this genre’s firm grounding in the classical tradition, despite Lope de Vega’s famous protestations to the contrary. Distinct but related genres such as the autos sacramentales and the entremeses also make an appearance. The traditional themes of honor and wife-murder share the stage with less familiar topics like the incorporation of animals into performance. This volume covers the urban space of the city in Spain and Portugal as well as uncharted territories in the New World and Japan. Essays on emblems and the picaresque round out this anthology, along with studies of theatrical representations of early modern innovations in science and technology. The book concludes with two different psychoanalytical approaches, focused on melancholy and Lacanian tragedy, respectively. This collection incorporates the work of younger scholars along with established names in the field to synthesize the most exciting recent work on the comedia and related forms of early modern Hispanic theatrical production.

Contributors include: Ignacio Arellano, Frederick de Armas, Henry Sullivan, Edward Friedman, A. Robert Lauer, Manuel Delgado, Adrienne Martín, Enrique García Santo Tomás, Matthew Stroud, Teresa Scott Soufas, Enrique Fernández, María Mercedes Carrión, Robert Bayliss, Ted Bergman, Cory Reed, Maryrica Lottman, Christina Lee, and Enrique Duarte.

Sonic Modernities in the Malay World

A History of Popular Music, Social Distinction and Novel Lifestyles (1930s – 2000s)

Series:

Edited by Bart Barendregt

Sonic Modernities situates Southeast Asian popular music in specific socio-historical settings, hoping that a focus on popular culture and history may shed light on how some people in a particular part of the world have been witnessing the emergence of all things modern. In its focus on pioneering artists, their creative use of new genres and border crossing technologies it aims at a rewriting of Southeast Asia’s twentieth century from the perspective of popular music makers, the entertainment industry and its ever changing audiences.
Contributors include: Bart Barendregt, Philip Yampolsky, Jan van der Putten, Adil Johan, Andrew Weintraub, Emma Baulch, Lars Gjelstad, Bettina David, Jeremy Wallach, Kees van Dijk, Wim van Zanten and Tan Sooi Beng.
Full text (Open Access)

Series:

Edited by Ulrike Haß, Norbert Otto Eke and Irina Kaldrack

Der vorliegende Band fragt nach dem Begriff der »Bühne« als Übergangszone par excellence, ihrer experimentellen Entgrenzung, Umformulierung bzw. ihres möglichen Verschwindens in der Gegenwart medialer Figurationen.
Historisch betrachtet wird die Bühne des Theaters im 18. Jahrhundert zunächst als Bild/Tableau definiert und erst in den Avantgardebewegungen des frühen 20. Jahrhunderts als Raum entdeckt und begriffen. Zwar bilden Bild und Raum dabei ein Gegensatzpaar, die Vorstellung des Raums als Container allerdings bleibt davon unberührt. Die Bühne bleibt der Alternative von Nacheinander und Nebeneinander unterstellt und wird bis heute fast ausschließlich unter dem Aspekt der Zwei- oder Dreidimensionalität diskutiert. Demgegenüber beleuchtet der Band, welche Kategorien von Bühne zeitgenössische Theater- und Tanzperformances nahe legen.

Intermediale Szenographie

Raum-Ästhetiken des Theaters am Beginn des 21. Jahrhunderts

Birgit Wiens

Das Theater erkundet seit einiger Zeit Räume, die ihm eigentlich fremd sind. Im Spannungsfeld zwischen Bühne, dem sogenannten »Realraum« und virtuellen Räumen werden neue Relationen erforscht: sei es im kaleidoskopischen Zusammenspiel mit Fernsehen und Film oder »verschaltet« mit den globalen Netzwerken und Online-Zonen des Internets. Diese am Beginn des 21. Jahrhunderts erkennbar werdende Vielfalt künstlerischer Konfigurationen diskutiert die vorliegende Studie als Ästhetik des Raums und entfaltet ihr Spektrum unter dem Leitbegriff Intermediale Szenographie. In einer Reihe exemplarischer Analysen – v.a. von Arbeiten von Penelope Wehrli, Bert Neumann, Rimini Protokoll und Christopher Kondek – sowie im Anschluss an den Spatial turn unternimmt die Studie eine Revision der bisher geltenden theaterwissenschaftlichen Kategorie ›Raum‹ und ermöglicht einen differenzierenden Blick auf Spielarten eines Theaters »zwischen den Räumen«.

Theater der Zäsur

Antike Tragödie im Theater seit den 1960er Jahren

Matthias Dreyer

Theater sucht das Zeitgenössische – und findet es in der Auseinandersetzung mit der antiken Tragödie. Besonders seit den 1960er Jahren wird sie zentral für die ästhetische Erneuerung. Das Fremde des Materials eignet sich, um das gegenwärtige Theater anders zu denken. Das schafft nur, wer mit der Antike nicht das ›Zeitlose‹ verfolgt, sondern mit der produktiven Kraft des Geschichtlichen experimentiert.
Die Studie deckt die ›andere‹ Geschichte der antiken Tragödie auf, die von Brechts Theaterarbeit ausgeht, Künstler wie Klaus-Michael Grüber, Einar Schleef oder Robert Wilson betrifft und bis zum experimentellen Theater und zur Performance unserer Zeit führt. Die ästhetischen Positionen werden in ihren Kontexten von Tragödientheorie, Ästhetik und Geschichtsphilosophie dargestellt. Sie widersetzen sich einer herkömmlichen Vergegenwärtigung, die universelle Wahrheiten beschwört. Stattdessen arbeiten sie die historischen Spuren heraus, von denen die Präsenz des Theaters durchzogen ist. Jenes Bewusstsein für Geschichtlichkeit, das in der Begegnung mit der antiken Tragödie entsteht, ist für die Entwicklung des kritischen Theaters von zentraler Bedeutung. So wird die Tragödie wieder zu einem Ort, um die Möglichkeiten eines verändernden Einschnitts zu denken, einer Zäsur.