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Photographie als Wissenschaft

Positionen um 1900

Series:

Josef Maria Eder

Edited by Ulrike Matzer and Maren Gröning

Der österreichische Photochemiker und -historiker Josef Maria Eder (1855-1944) verkörpert in mancher Hinsicht die Summe der photographischen Kultur des 19. Jahrhunderts.

Er wird in Photographie als Wissenschaft mit eigenen programmatischen Texten sowie Beiträgen seiner Zeitgenossen vorgestellt, die seine Position als Schulgründer, sein Verhältnis zur Idee der Photographie als Kunst und sein Konzept der Geschichte der Photographie beleuchten. Im Zentrum steht dabei die nach Eders Entwurf 1888 eröffnete „K.k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproductionsverfahren“, die ein äußerst breit gefächertes Spektrum von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Hochschulstudenten wie Lehrlinge, Amateure und Professoren ebenso wie für Angestellte photographischer und druckgraphischer Betriebe bieten sollte. Als weit über Österreich hinaus beachtete Institution von enzyklopädischer Perspektive war sie die Plattform, von der aus Eder Wien um 1900 als Zentrum der wissenschaftlichen Photographie und anderer moderner Bildtechnologien etablierte.

Edited by Adam L. Brackin and Natacha Guyot

Edited by Segah Sak

Auslassen, Andeuten, Auffüllen

Der Film und die Imagination des Zuschauers

Edited by Julian Hanich and Hans Jürgen Wulff

Das Publikum nimmt Filme nicht nur mit Augen und Ohren wahr – es imaginiert sie auch. Film bedeutet daher immer auch: »Kino im Kopf«.
Das gilt vor allem dann, wenn uns Filme auf anspielungsreiche Weise etwas vorenthalten: Dann werden wir als Zuschauer dazu eingeladen, herausgefordert, uns das Ausgesparte sinnlich vorzustellen. Die Filmwissenschaft hat Fragen zur Imagination des Zuschauers lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt. Dieser Band setzt sich nun erstmals im deutschsprachigen Raum systematisch mit dem vertrackten Zusammenspiel von Film und Zuschauerimagination auseinander. Die Autoren klären begriffliche Fragen, diskutieren ästhetische Mittel wie Ellipse oder Filmmusik, gehen der Imagination im Dokumentarfilm und im Stummfilmkino nach und verfolgen die Zuschauerimagination über die medialen Grenzen des Films hinaus.

Beyond the Family

Inszenierungen von Gemeinschaft in der zeitgenössischen Fotografie

Meike Kröncke

Wen meinen wir, wenn wir von Familie sprechen? Mit welchen Vorstellungen und Bildern assoziieren wir sie? In der Familienfotografie wird mit einer Ikonographie von Nähe gearbeitet, die uns vertraut ist. Aber stimmt das wirklich?
Die kulturelle Konstruktion dieses Blicks bleibt oft unbemerkt, weil es Bilder sind, deren Inszenierung wir nicht hinterfragen. Es sind die im Bild vermittelten Affekte, Gesten und Blicke, die Aufschluss darüber geben, wie die im Bild Dargestellten zueinander stehen. Das Ungewöhnliche an diesen Fotoarbeiten ist der absichtsvolle Wechsel zwischen Blickführungen aus großer Nähe, die den Körper als Oberfläche zeigen und solchen, die seine Beziehung zu anderen, zum Ort oder Ereignis, in Szene setzen. Im Mittelpunkt stehen die Arbeiten von Ruth Erdt (The Gang), Elinor Carucci (Closer) und Nan Goldin (The Devil’s Playground).

Handbuch der Mediologie

Signaturen des Medialen

Edited by Ludwig Jäger, Erika Linz, Marcus Krause and Christina Bartz

Das Handbuch Mediologie präsentiert zweiundvierzig Stichworte zu einer kulturwissenschaftlichen Medientheorie, wie sie während des zehnjährigen Bestehens des Forschungskollegs »Medien und kulturelle Kommunikation« nicht zuletzt in der Kolleg-Schriftenreihe »Mediologie« entworfen worden ist.
Diesem Kontext entsprechend verzichtet das Handbuch auf mögliche Definitionsversuche des Medialen oder bestimmter Einzelmedien. An deren Stelle setzt es Beschreibungen der Operationsweisen von Medien, die deren technologisch-apparativen Grundlagen genauso zu erfassen suchen wie ihre Verflechtungen mit sozialen Institutionen und ästhetisch-semiotischen Ordnungen. Neben Darstellungen zu den wichtigsten medialen Verfahren versammelt der vorliegende Band vor allem Beiträge, die die interdisziplinäre Reichweite einer kulturwissenschaftlichen Medientheorie dokumentieren.

Die Magie des Bewegungsstudiums

Photographie und Film im Dienst der Psychotechnik und der Wissenschaftlichen Betriebsführung

Series:

Frank Bunker Gilbreth and Lillian Moller Gilbreth

Edited by Bernd Stiegler

»Zeit, Lebenszeit ist unser hauptsächlichstes Erbe. Verschwenden wir Zeit, so verschwenden wir einen Teil unseres höchsten Gutes, des Lebens.« So bringt der amerikanische Wissenschaftler Frank Bunker Gilbreth seine theoretische Grundannahme auf den Punkt.
Zeit ist Geld: Das ist mehr als nur ein Sprichwort, es ist eine Haltung, die Menschen wie Maschinen zu behandeln sucht, um, so die Theorie, Arbeit menschlicher zu machen. In Fortsetzung und Anwendung der Lehren Taylors entwickelt Gilbreth zusammen mit seiner Frau Lilian Moller immer neue Verfahren der Optimierung von Arbeitsprozessen. Dabei spielen Bewegungsphotographie, Mehrfach- und Langzeitbelichtungen sowie Filmaufnahmen eine entscheidende Rolle. Sie sind ihre Mittel der Analyse und führen schlechte Angewohnheiten ebenso vor Augen wie Optimierungsmöglichkeiten. Eines der zentralen Kapitel der Moderne wird hier anhand von überraschenden Texten und Bildern neu erschlossen.

Michelangelo Antonioni

Wege in die filmische Moderne

Edited by Jörn Glasenapp

In diesem Jahr wäre Michelangelo Antonioni (1912-2007), einer der großen Kinovisionäre des 20. Jahrhunderts und Hauptrepräsentant der filmischen Moderne, hundert Jahre alt geworden.
Das Jubiläum nimmt der vorliegende Band zum Anlass, das wirkmächtige Œuvre des Italieners einer Neusichtung zu unterziehen – und zwar in seiner ganzen Breite, das heißt angefangen bei dem bereits erstaunlich eigenwilligen Spielfilmdebüt, dem etwas anderen Film noir Cronaca di un amore, über die in den 1960er Jahren entstandenen Meisterwerke wie La notte, L’eclisse oder Blow up, mit denen der Regisseur Weltruhm erlangte, bis hin zum Episodenfilm Jenseits der Wolken, den der damals 83-jährige Antonioni in Kooperation mit Wim Wenders, einem seiner großen Bewunderer, realisierte.