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Edited by Historische Kommission für Westfalen

Hardehausen war eines der großen und bedeutenden Zisterzienserklöster Westfalens und das wichtigste im Bistum Paderborn, wo es der größte geistliche Grundherr war. Im Grenzbereich der ehemaligen Territorien Kurkölnisches Herzogtum Westfalen, Fürstentum (Hochstift) Paderborn und Grafschaft Waldeck nahm Hardehausen eine äußerst wichtige Stellung ein. Umso schmerzlicher war es, daß der umfangreiche überlieferte Urkundenbestand - er zählt zu den reichsten Westfalens - bislang nicht aufbereitet einer größeren Öffentlichkeit zur Verfügung stand. Die nun vorliegende Edition bedeutet für die regionale, aber auch die überregionale Forschung einen großen Fortschritt. Die zügige Erschließung der alten Klosterlandschaft des südostwestfälischen Raumes ist mit diesem Band einen erheblichen Schritt weitergekommen. Der Bearbeiter, Dr. Helmut Müller vom NRW-Staatsarchiv Münster, hat insgesamt 1006 historische Urkunden aus der Zeit von 1140 (Gründung des Klosters) bis 1803 (Aufhebung im Zuge der Säkularisation) gesichtet, überSetzt, bearbeitet und ausgewertet. Der Band gibt Einblicke in die Rechts- und Verwaltungsgeschichte dieses bedeutenden Klosters, aber in den Urkunden spiegelt sich auch das Alltagsleben über einen Zeitraum von fast 700 Jahren: Die Urkundentexte geben Aufschluß über Grundstücksverkäufe, über Steuern und Abgaben, über Vieh- und Bierpreise sowie über das soziale Leben der Menschen im und außerhalb des Klosters, gerade auch in Zeiten der Wirren wie der Gegenreformation und des 30-jährigen Krieges. Abt Stephan Overgaer (1675-1713) gelang erst lange nach Beendigung des großen Krieges eine Konsolidierung der wirtschaftlichen Lage. Ihm ist im wesentlichen auch der Wiederaufbau einzelner Gebäude und der barocke Ausbau der Klosteranlage zu verdanken, wie sie auch heute noch besichtigt werden kann. Durch zwei umfangreiche Register (Sachindex und Glossar sowie Orts- und Personenindex) wird der Inhalt der Urkunden äußerst differenziert erschlossen.