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Theorie und Praxis in der Philosophie der Antike

Demokrit, die Sokratiker, Platon und Aristoteles

Torsten Hitz

Die bekannte Aristotelische Unterscheidung zwischen theoretischer und praktischer Philosophie resultiert aus einer Abfolge von begrifflichen Übertragungen und Anwendungen. Erst durch ihre Vorgeschichte wird sie verständlich.
In der Antike wurden Denkformen, die zur Unterscheidung von Gegenständen dienten, auf die Philosophie und die Wissenschaften selbst übertragen. Voraussetzung alles weiteren war die polare Entgegensetzung von menschlicher und göttlicher Weisheit bei den Sokratikern. Durch sie wurde die praktische Philosophie aus dem umfassenden Weisheitsideal der Vorsokratiker herausgelöst. Die bei Platon angedeutete, aber nicht durchgeführte Konzeption des Theorie-Praxis-Verhältnisses nach dem Muster von Vorbild und Abbild fand bei Aristoteles ihre Fortsetzung.

Platonici minores

1. Jh.v.Chr. – 2. Jh.n.Chr. Prosopographie. Fragmente und Testimonien mit deutscher Übersetzung

Serie:

Marie-Luise Lakmann

In Platonici minores Marie-Luise Lakmann offers a collection of all philosophers considered to be “Middle Platonists” (1st century BC to AD 2nd century). The collection includes 85 “minor” Platonists, arranged in alphabetical order, little known figures seldom discussed in modern research. For each philosopher all known facts about life and teaching are presented with a bibliography. This is followed by a collection of fragments and testimonia relating to the Platonist. Each original text is accompanied by a German translation. An appendix includes a brief presentation of all “major” Platonists of this period.

The volume provides a complete conspectus of an important period in the history of philosophy, bringing together many scattered materials and throwing new light on what is already known of the Middle Platonism.

Prometheus gibt nicht auf

Antike Welt und modernes Leben in Hans Blumenbergs Philosophie

Ediert von Melanie Möller

Die Literatur der griechisch-römischen Antike spielt in Hans Blumenbergs Werk eine tragende, aber ambivalente Rolle. Auch wo Blumenberg kritisch über die Erkenntnisse und Methoden der Vergangenheit urteilt, legt er das denkerische Potential der Texte frei: In phänomenologischer Hinsicht erscheint die Antike geradezu als das erste Gesicht der Neuzeit, die Neuzeit als Allegorie der Antike.
Der Band erschließt erstmalig systematisch Blumenbergs Antike-Bild und reflektiert dessen Folgen für das wissenschaftliche Selbstverständnis der Neuzeit bzw. Moderne, wie Blumenberg es konturiert. Fächerübergreifend werden Blumenbergs Antike-Lektüren auf ihre Konsequenzen für den Stellenwert anthropologischer Konstanten und phäno-
menologischer Prinzipien, aber auch für die Genese und Entwicklung möglicher geistesgeschichtlicher Paradigmenwechsel hin überprüft. Im Fokus stehen die kritischen Platon-Deutungen, phänomenologische Analysen antiker Literatur und Überlegungen zum Spannungsverhältnis von Rhetorik und Philosophie. Auch diese Facetten des Blumenbergschen Denkens repräsentieren eine spezifische Form seiner Arbeit am Mythos.

Der Philosoph

Die Gedankenwelt des Aristoteles

Wolfgang Welsch

Was immer später Philosophie heißen sollte, verdankt sich nicht Platon, sondern seinem genialen Schüler Aristoteles. Wolfgang Welsch legt eine Gesamtdarstellung der aristotelischen Philosophie vor.

Behandelt werden sämtliche Bereiche, denen Aristoteles sich gewidmet hat, also neben der Logik und Metaphysik auch die umfangreichen Schriften zur Natur und zur menschlichen Welt. In exemplarischen Analysen werden die grundlegenden Gedanken des Aristoteles deutlich gemacht, so dass ein lebendiges und für jedermann zugängliches Bild seiner Philosophie entsteht. Zudem wird erörtert, wie die aristotelischen Auffassungen im Lauf der Geschichte bewertet wurden und was von ihnen heute als überholt, was andererseits als noch immer gültig anzusehen ist oder wie manche Auffassungen für unsere Zeit zu aktualisieren wären. Der Stil ist – bei aller Eindringlichkeit in der Sache – nicht akademisch-trocken, sondern anregend und engagiert. – Ein Buch für alle an lebendiger und großer Philosophie Interessierten.

Aller Dinge Maß ist der Mensch

Die Lehren der Sophisten

Klaus Meister

Die Sophistik, die um die Mitte des 5. Jahrhunderts in Griechenland entstand und gegen Ende des Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte, bezeichnet die anthropologische Wende der griechischen Philosophie.
Im Unterschied zu den ionischen Naturphilosophen erklärten die Sophisten den Menschen zum Maß aller Dinge. Diese von Platon heftig kritisierte und in der Moderne vielfach verkannte und verdammte geistige Bewegung erfährt in der vorliegenden Untersuchung eine grundlegende Neubewertung: Die Sophisten werden als ungemein anregende, vielseitige, moderne und aktuelle Denker vorgestellt.
Klaus Meister wendet sich zunächst den definitorischen Fragen zu, um danach die Lehrmeinungen und Hauptthemen der Sophisten ausführlich vorzustellen und zu erörtern. So z. B. die sophistische Ontologie und Erkenntnistheorie, die Universalität und die polyhistorische Ausrichtung, Bildung, Erziehung, Unterrichtskonzepte, die Bedeutung von Rhetorik, Dialektik, Sprache, Literatur und Dichtung. Anschließend geht es in diesem einführenden und gut lesbaren Buch um speziellere Themen, wie z. B. das Verhältnis von positivem Recht und Naturrecht, die Entstehung von Staat, Kultur und Zivilisation, den Gesellschaftsvertrag, die Religionskritik der Sophisten, sophis-
tische Ökonomie und naturwissenschaftliche Themen. Das letzte Kapitel gilt den Hauptvertretern, nämlich Protagoras, Gorgias, Prodikos, Hippias, Antiphon, Thrasymachos und anderen: Leben und Lehre werden hier anhand von Zeugnissen und Fragmenten in Auseinandersetzung mit der Forschung dargestellt; historische Bedeutung und Weiterwirken bis in die Gegenwart aufgezeigt.

Musik und Mathematik I

Hellas 2: Eros

Serie:

Susanne Holl and Friedrich Kittler

Dialektische Tugenden

Untersuchungen zur Gesprächsform in den Platonischen Dialogen

Rolf Geiger

In den Platonischen Dialogen wird immer wieder auch darüber diskutiert, ob das von Sokrates bevorzugte dialektische Gespräch (in dem einer fragt und der andere antwortet) die richtige Form der philosophischen AuseinanderSetzung ist. Dabei wird erörtert, welche Ziele man mit einem solchen Gespräch verfolgt und wie ein solches Gespräch geführt werden muß, um diese Ziele zu erreichen. So ist es für dialektische Gespräche wesentlich, daß allen Aussagen, aus denen sich eine Argumentation zusammenSetzt, eine Zustimmung entweder gegeben oder verweigert wird. Diese Zustimmungen müssen jedoch bestimmten Bedingungen genügen, um als aussagekräftige und wahrheitszuträgliche Zustimmungen gelten zu können. Deshalb werden in den Platonischen Dialogen nicht nur die Zustimmungen im dialektischen Gespräch dargestellt, sondern auch die besonderen Merkmale beschrieben, durch die sie zu qualifizierten oder unqualifizierten Zustimmungen werden. Die Gesprächsteilnehmer müssen bestimmte dialektische Regeln beachten und besondere dialektische Tugenden besitzen. Das vorliegende Buch bietet eine umfassende Analyse dieser Selbstthematisierungen des dialektischen Gesprächs.

Ediert von Franz Josef Weber

Gesammelte Aufsätze

Bd. I: Zur Philosophie des Aristoteles

Theodor Ebert

Der Band I enthält insgesamt neun Beiträge zur Philosophie des Aristoteles. Sechs Aufsätze gelten Themen der aristotelischen Logik und Ontologie; diskutiert werden Fragen der Deutung der Analytica Priora und der Topik/Metaphysik. Die übrigen Beiträge befassen sich mit der Wahrnehmungstheorie des Aristoteles und mit Themen seiner praktischen Philosophie: der Unterscheidung von Praxis (Handeln) und Poiesis (Herstellen) sowie dem Begriff der Klugheit (Phronesis).

Theodor Ebert

In zwei Bänden erscheinen die wichtigsten Aufsätze Theodor Ebert s aus den Jahren 1976 bis 2002. Band I enthält insgesamt neun Beiträge zur Philosophie des Aristoteles. Sechs Aufsätze gelten Themen der aristotelischen Logik und Ontologie; diskutiert werden Fragen der Deutung der Analytica Priora und der Topik/Metaphysik. Die übrigen Beiträge befassen sich mit der Wahrnehmungstheorie des Aristoteles und mit Themen seiner praktischen Philosophie: der Unterscheidung von Praxis (Handeln) und Poiesis (Herstellen) sowie dem Begriff der Klugheit (Phronesis). Band II enthält sechzehn Beiträge zur Geschichte der Philosophie: Elf sind Philosophen der griechischen Antike gewidmet, acht davon Platon, die übrigen vorsokratischen Philosophen (Parmenides und Empedokles) sowie der hellenistischen Philosophie. In den Aufsätzen zur Philosophie der Neuzeit werden Descartes, Spinoza, Leibniz und Kant diskutiert.