Nach Titel durchsuchen

Perspektiven der Philosophie

Neues Jahrbuch. Band 45 – 2019

Serie:

Ediert von Georges Goedert and Martina Scherbel

Perspektiven der Philosophie. Neues Jahrbuch eröffnet Forschern, denen die philosophische Begründung des Denkens wichtig ist, eine Publikationsmöglichkeit. Wir verstehen uns nicht als Schulorgan einer philosophischen Lehrmeinung, sondern sehen unsere Aufgabe darin, an der Intensivierung des wissenschaftlichen Philosophierens mitzuwirken. Besonders fördern wir den wissenschaftlichen Nachwuchs und laden ihn zur Mitarbeit ein. Beitragende sind Paola-Ludovika Coriando, Dagmar Fenner, Jutta Georg, Georges Goedert, Boris Hogenmüller, Christian E. W. Kremser, Rolf Kühn, Lucie Lebreton, Thorsten Lerchner, Rosa Maria Marafioti, Rudi Ott, Birger P. Priddat, Harald Seubert und Thorsten Streubel,

Kulturtransfer um 1900

Rilke und Russland

Serie:

Ediert von Dirk Kemper, Ulrich von Bülow and Jurij Lileev

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts interessierten sich russische Schriftsteller und Intellektuelle intensiv für die deutsche Romantik, sogen sie auf und transformierten sie in etwas spezifisch Russisches. Ein Ergebnis dieses Transformationsprozesse war das slavophile Denken seit der Mitte des Jahrhunderts. In den Jahren um 1900 interessierten sich wiederum deutsche Schriftsteller und Intellektuelle intensiv für diese angeblich „genuin russische“ Slavophilie.
Thomas Mann etwa gewann daraus die geistige Grundlage für seine Betrachtungen eines Unpolitischen. Früher noch als Mann nahm Rilke begierig slavophiles Denken auf, das ihm vor allem von Lou Andreas-Salomé vor und während ihrer gemeinsamen Russlandreisen vermittelt wurde.

Akzessorische Fragen im kanonischen Prozess

Eine Untersuchung anhand der Rechtsprechung der Römischen Rota

Serie:

Johannes Klösges

Das kirchliche Prozessrecht manifestiert sich in einem detailreichen Normenkomplex, der nur selten in den Blick wissenschaftlicher Untersuchung gerät. Grund genug, einigen Detailfragen Raum zu geben, die gleichzeitig paradigmatische Problemanzeigen für den gegenwärtigen Zustand kirchlicher Rechtskultur darstellen.
Neben der eigentlichen Hauptsache können im kanonischen Prozess auch so genannte akzessorische Fragen auftreten, die von der Hauptsache abhängig sind, aber eine eigene richterliche Entscheidung verlangen. Die auf derartige Fragen fokussierte Untersuchung der Rechtsprechung der Römischen Rota offenbart einen höchst bedenklichen Zustand des geltenden Prozessrechts. Ist der Untergang des kanonischen Prozesses längst besiegelt?

Epiphanien

Religiöse Erfahrungen in deutschsprachiger Prosa der ästhetischen Moderne

Serie:

Hendrick Heimböckel

Seit den frühen Schriftzeugnissen ist die religiöse Erfahrung ein wesentlicher Topos von Literatur: in kosmologischen und prophetischen Texten über philosophische Dialoge bis hin zu Epos, Drama und Lyrik.
In der deutschsprachigen Prosa der Romantik zeichnet sich ein Funktionswandel von religiösen Erfahrungen ab, der sich durch die ästhetische Moderne zieht. Diesen Auswirkungen widmet sich die hier vorliegende Studie anhand der systematischen Analyse von Epiphanien in deutschsprachiger Prosa der Romantik und der 1920er bis 1950er Jahre.

Welt-Komposita

Ein Lexikon

Serie:

Ediert von Thomas Erthel and Robert Stockhammer

Weltgeschichte, Halbwelt, Weltanschauung: Es gibt keine Welt ohne Welt-Komposita. Das vorliegende Lexikon entfaltet diese These in ungefähr sechzig Artikeln im Grenzbereich von Essay und Wortgeschichte.
Die Rede von der Welt ist in aller Munde, zumal angesichts der aktuellen Dynamik, die als fortgeschrittene ‚Globalisierung‘ begriffen wird. Besonders in der deutschen Sprache tritt das kleine Wort mit der großen Bedeutung häufig in zusammengesetzten Wörtern auf. Solche Welt-Komposita sind immer auch Verfahren, Welten – die es ja nicht an sich und je schon gibt – zu komponieren, und ihre genauere Analyse ermöglicht Einblicke in die Vielfalt der Kompositionsweisen.

Serie:

Ediert von Dirk Kemper, Natalia Bakshi, Elisabeth Cheauré and Paweł Zajas

Seit 1919 befasst sich im Auswärtigen Amt eine eigene Abteilung mit auswärtiger Kulturpolitik: Mit deutscher Kultur sollte implizit eine Vorstellung von Identität und Gesellschaftsform vermittelt werden.
Heute geht es nicht mehr nur um Imagewerbung, sondern auch um die Herstellung von Dialogräumen, die ein internationales Miteinander ermöglichen. Denkmodelle, Diskursverhalten oder gesellschaftliche Selbstorganisationsformen sollen vermittelt werden, auf die sich die politische Selbstbegründung der Bundesrepublik stützt. Der vorliegende Band untersucht das Thema aus literaturwissenschaftlicher Perspektive.

Serie:

Ediert von Jochen Sattler

Mit diesem Band wird die Dokumentation einer Tagungsreihe zur Philosophie Oskar Beckers fortgeführt. Die Tagungen wurden im Zusammenhang mit der Herausgabe der Gesammelten Werke von Becker in den Jahren 1999–2008 an der FernUniversität in Hagen durchgeführt.
Der Band enthält Beiträge zu Fragen der Erkenntnistheorie und der Ethik in der Phänomenologie; ferner werden Beckers wissenschaftstheoretische und -historische Arbeiten zu den Grundlagen der Mathematik untersucht. Aus dem Nachlass des Philosophen wird eine Mitschrift der Freiburger Vorlesung „Grundfragen der Phänomenologie“ aus dem Wintersemester 1924/25 veröffentlicht.

An den Rändern des Lebens

Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten

Serie:

Ediert von Mauro Fosco Bertola and Christiane Solte-Gresser

Literarisch-künstlerische Traumerzählungen und Traumbilder finden höchst originelle Ausdrucksformen, um das Abwesende, Unvorstellbare oder nicht realistisch Erzählbare zu vergegenwärtigen. In diesem Band werden Träume in Literatur, Kunst, Musik und Film von der Antike bis zur Gegenwart untersucht, bei denen die leibliche und sinnliche Erfahrung von den Grenzen des Lebens im Mittelpunkt steht.
Dieser im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs „Europäische Traumkulturen“ entstandene Band liefert einen wichtigen Beitrag zur Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte des Traums. Den gemeinsamen Fokus bilden Phänomene des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, ihre komplexen künstlerischen Realisierungen und die damit verbundenen Wissensdiskurse.

Dès le début

Die Friedensnote Papst Benedikts XV. von 1917

Serie:

Ediert von Birgit Aschmann and Heinz-Gerhard Justenhoven

Drei Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges veröffentlichte Papst Benedikt XV. eine Friedensnote, mit der er den kriegführenden Nationen einen Weg aus dem „allgemeinen Wahnsinn“ weisen wollte. Der Sammelband würdigt diese halb vergessene Friedensinitiative.
Die Beiträge von Historikern, Theologen und Kirchenhistorikern loten die Realisierungschancen der päpstlichen Initiative aus und fragen nach ihren unmittelbaren Folgen. Zugleich gehen die Aufsätze der Frage nach, inwiefern das Engagement Benedikts XV. in der Kontinuität einer vatikanischen Friedensethik zu sehen ist.

Gerechtigkeit in Russland

Sprachen, Konzepte, Praktiken

Serie:

Ediert von Nikolaj Plotnikov

Die aktuellen Nachrichten in den Medien bringen fast täglich Meldungen aus Russland über staatliche Willkür und Unrecht, aber auch über die Proteste der Menschen gegen die herrschende Ungerechtigkeit. Wie denken jedoch die Menschen in Russland über die Gerechtigkeit nach? Und wie wurde in der Geschichte Russlands über die Idee der Gerechtigkeit nachgedacht?
In den Beiträgen des Bandes setzen sich ausgewiesene Russland-Spezialisten mit der Stellung von Gerechtigkeitsvorstellungen in der Geschichte und Gegenwart Russlands auseinander. Aus der Perspektive verschiedener Disziplinen wird das Zusammenspiel sprachlicher Artikulationen, literarischer Inszenierungen, philosophischer und religiöser Diskurse sowie politischer und gesellschaftlicher Praktiken untersucht. In diesem Kontext werden auch die gegenwärtigen Defizite an Rechtstaatlichkeit in Russland problematisiert.