Browse results

You are looking at 1 - 10 of 2,508 items for :

  • Brill | Fink x
  • Search level: All x
  • Status (Books): Published x
Clear All
Visualität in der literarischen Geschichtsdarstellung
Author:
„Geschichte zerfällt in Bilder, nicht in Geschichten“ – so verwies Walter Benjamin bereits 1940 auf die Relevanz von Visualität für die Darstellung von Geschichte. Benjamin hat damit vorweggenommen, was sich in der Folge nicht nur zunehmend im wissenschaftlichen, sondern auch im literarischen Diskurs etabliert hat: Zwischen verschiedenen Medien können Varianten des Zusammenspiels bestehen und besonders die Darstellung vergangener Realität gewinnt durch den textuellen Rekurs auf Visualität an Aussagekraft. Für die Darstellung von Geschichte im postmodernen historischen Roman bietet der Rekurs auf Modi visueller Repräsentation und auf Zuschreibungsmerkmale fotografischer und filmischer Visualität einen signifikanten Mehrwert. Narratologische Aspekte sind bei der Analyse entsprechender Werke ebenso zu beachten wie deren Auseinandersetzung mit den Aporien der traditionellen Historiografie. In diesem Band wird ein hierauf zugeschnittenes Analyse- und Beschreibungsmodell vorgestellt.
„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“. Was heißt es, dass ich ein sprachliches Wesen bin? Wie spreche ich über Liebe, tiefe Beunruhigungen, Glück und Schmerz? Ludwig Wittgenstein hat in seinem bedeutenden Werk das 20. Jahrhundert so beeinflusst, dass die Auffassung der Sprache danach eine andere war. Geboren 1889 in eine kultivierte Familie in Österreich, kannte Wittgenstein früh die Nuancen feinfühliger Unterscheidung und Weltwahrnehmung. Vom frühen Werk bis zu den späteren Überlegungen zu Sprachspiel, Lebensform, Regelfolgen und Grammatik zeigt er unsere Verbundenheit mit dem Medium der Sprache – es ist nicht nur Werkzeug der Vermittlung, sondern prägt von Grund auf, wer wir sind und wie wir unsere Umgebung wahrnehmen. Die Sprachanalyse ist die zentrale Methode seiner Philosophie. Das Ziel ist es, scheinbare Probleme der Philosophie als sprachliche Missverständnisse aufzulösen – und damit der Fliege den Weg aus dem Fliegenglas zu zeigen.
Editors: and
Die Armen sind immer die Menge der Armen – aber wie wird diese Menge in Literatur und Kulturgeschichte dargestellt? Was heißt es, die Menge der Armen zu repräsentieren oder für sie Partei zu ergreifen? Die Beiträge dieses Bandes nähern sich dem Phänomen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und fragen nach dem Bild und den Repräsentationsmöglichkeiten der Armen in Europa und Lateinamerika; den Konstellationen und Konvergenzen von Menge und Masse; den Sichtbarkeiten von Subjekten in der Menge und der Menge als (politisches) Subjekt. Der Band untersucht die Begriffe, Praktiken und Ästhetiken, die sich im Verhältnis von Menge und Armut überschneiden.
Zum Verhältnis von Praktiken, Inszenierung und Infrastrukturen
Literarisches Schreiben wird seit der Romantik als Gegenentwurf zur Erwerbsarbeit konzipiert. Allerdings muss auch das literarische Werk entworfen, geschrieben, verlegt, vertrieben und gelesen werden. Die Beiträge des Bandes beschäftigen sich mit den ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen literarischer Arbeit. In welchem Verhältnis stehen Autor:innenschaft und Arbeit in einer Zeit, in der das Digitale in allen gesellschaftlichen Bereichen das leitende Paradigma ist? Auf welche Konzepte geht dieses Verhältnis historisch zurück? Im Zentrum stehen dabei erstens die (Arbeits-)Bedingungen des Schreibens und damit die materiellen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen von Autor:innenschaft. Zweitens geht es um die Akteur:innen des Schreibens, ihre Arbeitsbedingungen und Inszenierungspraktiken im zeitgenössischen Literaturbetrieb sowie Formen der Kollaboration. Drittens beschäftigt sich der Band mit dem Verhältnis zwischen literarischem Schreiben und Brotberufen.
Dingwelten und Traumkulturen in interdisziplinärer Perspektive
Der Band untersucht den Zusammenhang von Dingkulturen und Traumwelten in interdisziplinärer Perspektive. Gegenstände der Wachwelt finden Einlass in Träume, haben Anteil an deren ästhetischer Repräsentation und verändern den Blick auf die Alltäglichkeit der Dinge. Die Beiträge gehen dem Wechselspiel von Dingen und ästhetischer Traumimagination vom Mittelalter bis in die konsumgeprägte Moderne nach. Die Schwerpunkte liegen auf dem liminalen Charakter der Dinge zwischen Wach- und Traumwelt, dem poietisch-kreativen Potenzial geträumter Gegenstände und dem Traumobjekt als kritischer Reflexionsform verdinglichter Lebenswelten.
Das Wunderbare und die narrative Refiguration im Roman (Wieland, Tieck, Goethe)
Author:
Mithilfe der poetologischen Diskriminierung des Wunderbaren gelingt es der Gattung Roman, sich als kulturelles Leitmedium der anbrechenden Moderne zu konstituieren. Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass in Romane immer wieder wunderbare Erzählungen eingeschaltet werden. Wie ist diese spannungsvolle Konstellation einander gegenüberstehender erzählerischer Normen zu verstehen? „Thauma(u)topoiesis“ rekonstruiert eine literatur- und geistesgeschichtliche Verschiebung im Problemfeld des Wunderbaren von der ontologischen Skepsis der Aufklärung gegenüber dem Wunder zu ästhetischen, poetologischen und ethischen Dimensionen einer poietischen Verwunderung. Vor diesem Hintergrund lässt sich verdeutlichen, wie sich die Diegese des aufgeklärten Romans durch das Inserat thaumaturgischer Erzählungen auf eine Hermeneutik der Selbst-Auslegung hin öffnet.
Krisen von Abenteuer und Männlichkeit in der deutschen Kolonialliteratur
Die Studie untersucht, wie in deutschen Kolonialromanen mittels Abenteuernarrationen Krisenerfahrungen der Jahrhundertwende verhandelt werden. Das Abenteuer als um 1900 gleichermaßen tradiertes wie problematisiertes Erzähl- und Handlungsmodell bietet durch verschiedene Formen der Transgression die Gelegenheit, gesellschaftliche Ordnungsentwürfe und die darin vorgesehene Rolle des männlichen Kolonialakteurs kritisch zu reflektieren. Die abenteuerliche Eskapade als fester Bestandteil exotistischer Imaginationen steht in den untersuchten Romanen in Konflikt mit der zugleich erwarteten (Selbst-)Beherrschung. Die erzählerische Evokation von Hilflosigkeit zwischen Abenteuer und Ordnung bleibt indes nicht auf den kolonialen Kontext begrenzt. Indem koloniale Herausforderungen diskursiv aufs Engste mit denen der Heimat verwoben werden, wird deutlich, dass die deutsche Kolonialliteratur als kulturkritischer Kommentar zu Entwicklungen der Moderne zu verstehen ist.
Formen, Funktionen und komparatistische Analysen von Traum-im-Traum-Strukturen
Der Traum im Traum kann Potenzierung des Traums sein oder in Abgründe falschen Erwachens führen. Diese erste komparatistische Monografie zu der Thematik zeigt nicht nur das Spektrum der Formen, sondern auch ihre Anbindung an grundlegende Fragen nach der Zuverlässigkeit der Wahrnehmung und der Realität der Welt. Im Rahmen der vergleichenden Untersuchung von Werken aus Literatur, Film, Fernsehserie und Comic aus diversen kulturellen Kontexten zeigt sich der Traum im Traum in all seinen Gestalten. Diese werden dabei in strukturalistischer Tradition als Traum-im-Traum-Strukturen begriffen. Zahlreiche Einzeluntersuchungen oft komplexer und ambivalenter Beispiele bilden neben Einblicken in die Literaturgeschichte des Traum im Traum den Kern des Buches. Unter Rückgriff auf Methoden der Narratologie, der Phantastiktheorie und der kulturwissenschaftlichen Beschreibung von Traumdarstellungen entsteht ein umfassendes Bild dieses Phänomens.
Schriftstellerische Arbeit im literarischen Feld der Gegenwart
Author:
Jeden Text kennzeichnen die sozio-ökonomischen Bedingungen, unter denen er entstanden ist. Aber wie können sie zu einem selbstverständlichen und sinnvollen Teil der literaturwissenschaftlichen Analyse werden? Wo sich schriftstellerische Arbeit jahrhundertelang als kontemplativer Schonraum und Negation klassischer Lohnarbeit definiert hat, finden sich bis heute allenfalls vereinzelte ökonomische Perspektiven in der Gegenwartsliteraturforschung. Dabei verschärfen sich seit den 1990er Jahren die Marktbedingungen im literarischen Feld – auch für Autorinnen und Autoren. Wie sie ihr Selbstbild zwischen Autonomie und ökonomischen Handlungslogiken in Text und Paratext reflektieren und inszenieren, untersucht diese Studie exemplarisch. In der Verschränkung von literatursoziologischen und literarästhetischen Beobachtungen nähert sie sich einer post-autonomen schriftstellerischen Arbeitsästhetik der Gegenwart.