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Ediert von Rahel Villinger and Christian Jany

Der Band widmet sich Formen und Formgebungsprozessen von Zeit in der europäischen Literatur der Moderne. Den theoretischen Horizont des Bandes bilden aktuelle Forschungsansätze, in denen das Verhältnis von modernen Formtheorien zur Zeitlichkeit ästhetischer Prozesse reflektiert und problematisiert wird.
Im Zentrum steht damit die Frage nach dem Wie der literarischen Zeitdarstellung. Die versammelten Beiträge zu Werken von Goethe, Novalis, Kleist, Baudelaire, Musil, Arendt oder Celan untersuchen gattungsspezifische, rhetorische und poetologische Verfahren, durch die Zeit dargestellt, erzählt, erfahrbar oder zumindest denkbar gemacht wird.

Ediert von Tobias Lachmann

Es gilt die kulturkonstitutiven Potentiale der Zerstreuung zu erforschen, weil sie unser Orientierungswissen in Frage stellen und die ‚Ordnung des Diskurses‘ karnevalistisch subvertieren.

Ausgangspunkt des Bands Ästhetik und Politik der Zerstreuung ist die Annahme, dass die eigentlich produktive Instanz von Kultur ein anonymer Prozess diskursiver Zerstreuung und Zerstreutheit ist, dem als entgegengesetzte Operationen Formen von Sammlung und Konzentration entgegenwirken. Während letztere die Funktionen der Hierarchisierung, Totalisierung und Identifizierung übernehmen, also Ordnung stiften in Bereichen, die eigentlich vom Prinzip der Dispersion gekennzeichnet sind, interessieren sich die Beiträge des vorliegenden Bands für ebenjene Momente kultureller Produktion, in denen das Prinzip der Zerstreuung entfesselt wird, Schlupflöcher findet, Grenzen überwindet und Fluchtlinien eröffnet. Angeregt von Überlegungen der Dortmunder Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Ute Gerhard widmen sie sich in exemplarischen Studien den Praktiken, Räumen, Dingen, Diskursen, Subjekten und Subjektivitäten der Zerstreuung und tragen so dazu bei, deren spezifische Ästhetik und Politik genauer zu konturieren.

Aus der Welt gefallen

Die Geographie der Verschollenen

Kristina Kuhn and Wolfgang Struck

Ediert von Wolfgang Struck and Kristina Kuhn

Zwischen Philologie, Wissens- und Kulturgeschichte angesiedelt, rekonstruiert das Buch eine Kunst des Verschollengehens, die im 19. Jahrhundert Geographie, Kartographie und realistische Literatur gleichermaßen fasziniert.
Im Archiv des Gothaer Perthes Verlages lagern Materialien, in denen sich ein Wissen von der Welt konsolidiert, so wie es Petermanns Geographische Mitteilungen im 19. Jahrhundert ihrem europaweiten Publikum präsentierten. Das Archiv versammelt Korrespondenzen und Karten, wissensgeschichtlich spannungsvolles, multimedial angelegtes Material, und verwaltet Geschichten des Verschollengehens als gleichermaßen literarische wie nationenbildende Ereignisse.

Serie:

Ediert von Iuditha Balint and Thomas Wortmann

Die Beiträge des Bandes verstehen „Krise“ als einen zentralen Bestandteil kultureller und gesellschaftlicher Institutionen – und gleichermaßen als Ursprung und Effekt von Erzählungen: Einerseits müssen Krisenphänomene narrativ hergestellt, medien-, gattungs- und disziplinspezifisch in Szene gesetzt werden, andererseits dient die Kulturtechnik des Erzählens – nicht nur im engeren Sinne einer talking cure – der Überwindung von und dem Lernen aus Krisen. Dabei stellen Krisen in Erzählprozessen als Ereignis meist den Zeitpunkt unmittelbar vor einem Wendepunkt dar: Krisen erfordern Entscheidungen.

Serie:

Ediert von Mariaelisa Dimino, Elmar Locher and Massimo Salgaro

Robert Musil (1880–1942), der österreichische Autor, der mit dem Roman Der Mann ohne Eigenschaften (1930) bekannt wurde, war von Juni 1916 bis zum April 1917 zunächst Redakteur, dann ab Oktober 1916 Schriftleiter der Tiroler Soldaten-Zeitung.
Mit diesem Band liegt nun erstmals eine Studie zur Aktivität Musils in der Tiroler Soldaten-Zeitung vor. Die Beiträge in diesem Band versuchen Musils Rolle als Schriftleiter der nationalistischen Artikel der Soldaten-Zeitung unter die Lupe zu nehmen und im Kontext seines publizistischen Werks zur verorten. Eine besondere Rolle spielt dabei die Diskussion der Autorschaft.

Ediert von Philipp Theisohn, Philipp Auchter, Boris Buzek and Mateusz Cwik

Welche Auswirkungen hat die Ausweitung des Erzählens auf die Galaxis eigentlich für das Erzählen selbst? Und inwiefern zeichnet die galaktische Einbildungskraft nicht nur verantwortlich für Umbrüche auf dem Feld des astronomischen Wissens, sondern auch auf dem Feld der literarischen Ästhetik?
Der vorliegende Band nimmt sich dieser Fragen an und lässt dabei die Imagination des Außerirdischen in ihren historischen Verlaufsformen, ihrer epistemologischen Fundierung wie vor allem auch in ihrer poetischen Funktionalität sichtbar werden.

Serie:

Ediert von Andrea Bartl and Franziska Bergmann

Redaktion Thomas Wortmann, Brad Prager and Martin Jörg Schäfer

Der Band befasst sich unter Rückgriff auf Ansätze der Material Culture Studies mit der Darstellung von Objektwelten, d.h. einzelnen Dingen oder auch Ding-Ansammlungen, im Werk Thomas Manns.
In jüngster Zeit erfährt die materielle Seite von Kultur großes Interesse in den Geisteswissenschaften, die insbesondere die Frage nach der Welt der Dinge in den Fokus rücken. Obgleich sich in Thomas Manns Texten eine Vielzahl von Objekten finden lässt, denen als Dingmotiven zentrale Bedeutung zukommt, wurde das Werk eines der größten deutschen Erzähler des 20. Jahrhunderts noch nicht unter Rückgriff auf Ansätze der Material Culture Studies untersucht. Diese Forschungslücke schließt der vorliegende Band und eröffnet damit innovative Perspektiven für die Thomas Mann-Forschung.

Verhinderte Meisterwerke

Gescheiterte Projekte in Literatur und Film

Serie:

Ediert von Andrea Bartl, Corina Erk and Martin Kraus

Unter der Überschrift Verhinderte Meisterwerke versammelt der Band literatur- und filmwissenschaftliche Aufsätze, die sich mit nicht-verwirklichten künstlerischen Vorhaben beschäftigen.
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Die thematisierten Projekte aus Literatur und Film sind alle – aus unterschiedlichen Gründen und auf verschiedene Weise – gescheitert: Aus Ideen wurden keine Texte, Textversuche blieben Fragmente, Entwürfe wurden vergessen, vernichtet oder gingen verloren. Vielleicht hätten diese Anläufe zu kanonischen Romanen oder Filmklassikern werden können.
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Bisher fand die Auseinandersetzung mit solchen Fällen des Scheiterns vorwiegend im Rahmen textkritischer Werkaufarbeitungen, in biographischen Einzelstudien oder in essayistischen Beiträgen statt. Der Sammelband will sie nun nebeneinanderstellen und auf wissenschaftlicher Ebene diskutieren. .

Die Wetterseiten der Literatur

Poetologische Konstellationen und meteorologische Kontexte im 19. Jahrhundert

Serie:

Oliver Grill

Das Wetter wird im 19. Jahrhundert als undurchsichtiges Kräftegemisch beschrieben, das eine nicht kontrollierbare Unordnung, eine nicht kalkulierbare Überkomplexität und eine nicht vorhersehbare Zukunft impliziert.
Oliver Grill arbeitet diese Signatur heraus. Seine Studie erschließt meteorologische Wissenshorizonte und Denkfiguren für die Analyse literarischer Wettertexte – u.a. von Goethe, Büchner, Stifter, Raabe und Fontane. Dabei geht es um existentielle Erfahrungen der Schutzlosigkeit, um die intensive Durchmischung von Wetter- und Gefühlslagen, um die enge Verbindung des Wetters mit Zuständen politisch sozialer Unruhe und um die qua Wetter reflektierten Zukunfts- und Kontingenzerfahrungen der Moderne.

Gespenster des Realismus

Zur literarischen Wahrnehmung von Wirklichkeit

Elisabeth Strowick

Ausgehend von Goethes »Augengespenstern« und dem sich in ihnen artikulierenden epistemischen Umbruch im Verhältnis von Wahrnehmung und Wirklichkeit untersucht die Studie Wahrnehmung als grundlegendes Darstellungs- und Experimentierfeld der Literatur des Realismus. Wie die Lektüren der Inszenierung von Wahrnehmung bei Stifter, Storm und Fontane zeigen, erweist sich Wahrnehmung nicht nur als konstitutiv für Wirklichkeit, sondern überdies als Schauplatz eines Gespenstischen. Die Gespenster des Realismus – so die These – sind Gespenster der Moderne. Nicht nur situieren die Wahrnehmungsgespenster Realismus in epistemischen Formationen der Moderne; aus ihrem Bezug zum Gespenstischen generieren realistische Texte zudem eine moderne Poetologie. Die Studie eruiert diese Poetologie des Realismus anhand eines breiten Spektrums von Darstellungsweisen: Formen von Serialität, Wiederkehr und déjà vu, Aggregate, unheimliche Stellen, Nuancen, Rahmensprünge, Techniken der Mimikry, mise en abyme-Strukturen und szenische Akte erweisen sich als Verfahren zur literarischen Wahrnehmung von Wirklichkeit. Das Wirkliche, das sich in einem solchen Wahrnehmungsapparat generiert, ist prekär: Gespenstisches macht sich als Wirklichkeitseffekt geltend, Wirkliches stellt sich als Simulakrum dar. Es scheint m.a.W., dass sich Realismus gerade dadurch auszeichnet, dass ihm ›Wirklichkeit‹ epistemologisch radikal problematisch geworden ist.