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Ediert von Hermann-Josef Scheidgen, Norbert Hintersteiner and Yoshiro Nakamura

Der Begriff „Globalisierung“ wird zunehmend nicht nur in den Disziplinen der Ökonomie und der Kommunikationswissenschaft diskutiert, sondern auch in den Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften sowie insbesondere in der Interkulturellen Philosophie. Der Diskurs über Globalisierung verläuft dabei
teilweise analog demjenigen über Inter- und Multikulturalität.
Die Beiträge dieses Bandes geben ein breites Spektrum wieder. Sie reichen von der Konstatierung der Globalisierung als einer Rahmenbedingung, zu der man sich als Wissenschaftler reflexiv oder reaktiv zu verhalten habe, über die Analyse diverser Teilaspekte und über visionäre Einforderungen utopischer Globalisierungsauslegungen bis zur Negierung ihrer erkenntnistheoretischen Bedeutung. Das Gemeinsame dieser Vielfältigkeit ist die Bestimmung des Globalen als eines Szenarios der Begegnung.

Konversionen

Fremderfahrungen in ethnologischer und interkultureller Perspektive

Ediert von Iris Därmann, Steffi Hobuß and Ulrich Lölke

Unter dem Begriff der Konversionen erkundet dieser kulturwissenschaftliche Band Formen einer Umkehrung, die einsetzt, wenn die Erfahrung des Beobachtetwerdens als zentraler Bestandteil von Fremderfahrungen anerkannt wird. In den versammelten Texten wird ausgeführt, wie diese aus der ethnologischen Feldforschung gewonnene Erinnerung als Vorbild für andere disziplinäre Perspektiven dienen kann.
Die Ethnologie liefert dabei den viel zu lange vernachlässigten Hinweis auf die Wichtigkeit des Blicks des anderen in der Fremderfahrung; die philosophische Perspektive auf interkulturelle Dialoge liefert den Hinweis auf die Wichtigkeit des Sprechens des anderen. Aus diesen Hinweisen ergeben sich Ansprüche an ethnographische und literarische Texte und an andere wissenschaftliche Disziplinen sowie an eine angemessene Lektürepraxis. Die Texte des vorliegenden Bandes versuchen, diese Ansprüche exemplarisch einzulösen. Sie zeigen in einer neuartigen interdisziplinären Zusammenstellung sowohl einzelne Fälle der Umkehrung von Blickrichtungen als auch das Prinzip der Kritik und Erweiterung einer eurozentristischen Philosophie durch die Einführung einer ethnologischen und interkulturellen Perspektive.

Transkulturelle Beziehungen

Spanien und Österreich im 19. und 20. Jahrhundert

Ediert von Marisa Siguán and Karl Wagner

Der vorliegende Band versammelt die Arbeiten von spanischen und österreichischen Literaturwissenschaftlern, die im Rahmen eines von Marisa Siguán (Universität Barcelona) und Karl Wagner (Universität Wien) geleiteten bilateralen Forschungsprojekts intertextuelle und interkulturelle Beziehungen zwischen österreichischer und spanischer Literatur im 19. und 20. Jahrhundert erforscht haben.
Die Beiträge des Bandes konzentrieren auf folgende symptomatische Aspekte der literarisch-kulturellen Entwicklung in Spanien und Österreich:
- auf Differenzen, Besonderheiten und unterschiedliche Prozesse, die Epochenbegriffe wie Realismus und Fin de siècle nachhaltig transformiert haben.
- auf das dynamische Verhältnis von Zentrum und Peripherie in den literarischen Manifestationen, das in besonderer Weise vergleichende Kultur-Analysen herausfordert.
- auf Bewältigungsversuche des Horrors der Geschichte in der Literatur beider Länder, die ein fundamentales Thema für die Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts darstellt. Dabei interessiert insbesondere auch die Frage, inwieweit sich bei den Tätern und deren Nachfahren ein Bewusstsein von dem gebildet hat, was sie taten; Versuchen, die Monstrosität der je eigenen Vergangenheit revisionistisch zu verharmlosen und mit einer selbstzufriedenen Geschichtslosigkeit kompatibel zu machen, gilt besondere kritische Aufmerksamkeit.

Schuld und Sühne? 1

Kriegserlebnis und Kriegsdeutung in deutschen Medien der Nachkriegszeit (1945-1961) Internationale Konferenz vom 01.-04.09.1999 in Berlin

Serie:

Ediert von Ursula Heukenkamp

Der Beginn des Zweiten Weltkrieges liegt mehr als 50 Jahre zurück. Bis heute haben aber die Fragen, mit denen dieses katastrophale Ereignis alle Deutschen konfrontiert, nicht an Bedeutung und Aktualität verloren. Vielmehr fordert das öffentliche Gedächtnis mit jedem Generationswechsel neue Bilder von diesem Krieg. Im Rückblick auf den Zeitraum seit 1945 läßt sich ein Zyklus von Erinnern, Verstummen und erneutem Erinnern ausmachen, der bereits dreifach durchlaufen worden ist. Insofern ist der Umgang mit dem Thema in den deutschen Medien gleich nach Kriegsende auch für die Gegenwart aufschlußreich. Deutungen und Formen des Gedenkens, die heute praktiziert werden, haben selber inzwischen eine Geschichte. Mehrfach glaubte man bereits in beiden Teilen Deutschlands, daß die Schuldfrage gelöst sei und die Kriegserfahrung bewältigt. Jedesmal stellte sich heraus, daß die Deutschen
noch immer in der Schuld sind, nicht nur aus der Perspektive ihrer europäischen Nachbarn. Die Beiträge in diesem Band gehen auf den Anfang eines unabgeschlossenen Prozesses zurück. Die Befragung gilt nicht den Menschen, sondern den Medien. Gefragt wird, wie in der Literatur, in der Presse, im Fernsehen und Film in den 40er und 50er Jahren mit dem Krieg umgegangen worden ist, welche Bilder davon die Literatur, die Presse, Fernsehen, Film und Hörspiel anzubieten hatten und welche Tendenzen sich dabei in den beiden deutschen Staaten, in Österreich, Polen und Frankreich nachweisen lassen. Eine Reflexion auf die neunziger Jahre macht das Thema spannend, denn dadurch wird den Bildern vom Krieg, die im wiedervereinigten Deutschland im Umlauf sind, ihr Ort im Zyklus zugewiesen: Ein Beitrag zur wieder nötig gewordenen Orientierung.

Schuld und Sühne? 2

Kriegserlebnis und Kriegsdeutung in deutschen Medien der Nachkriegszeit (1945-1961) Internationale Konferenz vom 01.-04.09.1999 in Berlin

Serie:

Ediert von Ursula Heukenkamp

Der Beginn des Zweiten Weltkrieges liegt mehr als 50 Jahre zurück. Bis heute haben aber die Fragen, mit denen dieses katastrophale Ereignis alle Deutschen konfrontiert, nicht an Bedeutung und Aktualität verloren. Vielmehr fordert das öffentliche Gedächtnis mit jedem Generationswechsel neue Bilder von diesem Krieg. Im Rückblick auf den Zeitraum seit 1945 läßt sich ein Zyklus von Erinnern, Verstummen und erneutem Erinnern ausmachen, der bereits dreifach durchlaufen worden ist. Insofern ist der Umgang mit dem Thema in den deutschen Medien gleich nach Kriegsende auch für die Gegenwart aufschlußreich. Deutungen und Formen des Gedenkens, die heute praktiziert werden, haben selber inzwischen eine Geschichte. Mehrfach glaubte man bereits in beiden Teilen Deutschlands, daß die Schuldfrage gelöst sei und die Kriegserfahrung bewältigt. Jedesmal stellte sich heraus, daß die Deutschen
noch immer in der Schuld sind, nicht nur aus der Perspektive ihrer europäischen Nachbarn. Die Beiträge in diesem Band gehen auf den Anfang eines unabgeschlossenen Prozesses zurück. Die Befragung gilt nicht den Menschen, sondern den Medien. Gefragt wird, wie in der Literatur, in der Presse, im Fernsehen und Film in den 40er und 50er Jahren mit dem Krieg umgegangen worden ist, welche Bilder davon die Literatur, die Presse, Fernsehen, Film und Hörspiel anzubieten hatten und welche Tendenzen sich dabei in den beiden deutschen Staaten, in Österreich, Polen und Frankreich nachweisen lassen. Eine Reflexion auf die neunziger Jahre macht das Thema spannend, denn dadurch wird den Bildern vom Krieg, die im wiedervereinigten Deutschland im Umlauf sind, ihr Ort im Zyklus zugewiesen: Ein Beitrag zur wieder nötig gewordenen Orientierung.

Beschreibung der Welt

Zur Poetik der Reise- und Länderberichte. Vorträge eines interdisziplinären Symposiums vom 8. bis 13. Juni 1998 an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Ediert von Xenja von Ertzdorff and Rudolf Schulz

Die Vorträge dieses Bandes gewähren mit Herodot einen Blick auf die Anfänge der antiken Berichte über außergriechische Völker und Länder, lassen teilhaben an der Reise eines Römers in die Vergangenheit und an den legendären Reisen Brendans zur “terra repromissionis” und der Isländer nach “Vinland”. Untersucht werden Erscheinungsformen des Raumes im Pilgerbericht des chinesischen Mönches Xuanzang, Strukturen und Topoi arabischer Reiseberichte und die Sinaibeschreibung des Metropoliten von Rhodos von 1577/92. Ein Forschungsbericht über Palästrina-Pilgerberichte der deutschen Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit im allgemeinen fehlt genausowenig wie der über das Evagatorium des Dominikanermönchs Felix Fabri im speziellen. Die Orientreise des Joos van Ghistele, Ludovico de Varthemas Itinerar und die wundersamen Reisen des Portugiesen Mendes Pinto im Fernen Osten sind ebenso Themen dieses faszinierenden Tagungsbandes eines interdisziplinären Symposiums aus dem Jahre 1998 wie die Muscowitische vnd Persische Reise von Olearius und Fleming, ein Kabinettstück des Hofjuweliers Dinglinger aus Gold, Edelsteinen und Perlen, die Weltumsegelung Bougainvilles, Sternes Sentimental Journey oder Stil und Beobachtung beim reisenden Alexander von Humboldt. Die Untersuchung der Poetik früher chinesischer Berichte von Reisen in den Westen und ein Ausblick in Form von Wünschen an den Reisebericht 2000 schließen den Band, der mit umfangreichem Namen- und Werktitelregister vesehen ist, ab. Die Beiträge dieses Buches verstehen sich als Beisteine zu einer Literaturgeschichte der Reiseberichte und Länderbeschreibungen.

Deutsch und andere Fremdsprachen – International

Länderberichte – Sprachenpolitische Analysen – Anregungen

Ediert von Albert Raasch

Sprachenpolitische Kenntnisse werden immer wichtiger: Welche Rolle spielen die Fremdsprachen heute in der Welt? Warum werden Fremdsprachen gelernt? In welcher Reihenfolge werden sie angeboten, welche werden überhaupt angeboten? Und welchen Status hat das Deutsche (als Fremdsprache) in dem Konzert der Sprachen? Bleibt neben Englisch noch Raum für andere Sprachen? Wie kann man Mehrsprachigkeit sicherstellen und Multikulturalität verwirklichen?
Sprachenpolitische Kenntnisse sind Voraussetzung für notwendiges sprachenpolitisches Handeln aller Spracheninteressierten.
Der vorliegende Band vermittelt Kenntnisse über die Situation in zahlreichen Ländern, von China über Tartarstan und Luxemburg bis Argentinien (Länderberichte); ein besonderen Schwerpunkt liegt auf der neuen Freihandelszone Mercosur/Mercosul, die ähnlich wie das zusammenwachsende Europa spezifische sprachenpolitische Aspekte aufweist. Damit ergänzt diese Publikation den Band Spachenpolitik Deutsch als Fremd-sprache, der mit zahlreichen Länderberichten anläßlich der Internationalen Deutschlehrertagung in Amsterdam 1997 erschienen ist. Deutsch und andere Fremdsprachen - international ist aus den Beiträgen der Sektion 1 (Sprachenpolitik) des Amsterdamer Kongresses hervorgegangen. Neben den Länderberichten enthält die vorliegende Veröffentlichung grundsätzliche Thesen zur Sprachenpolitik, die von anerkannten Experten zur Diskussion gestellt werden.
Beide Bände zusammen bieten einen umfassenden aktuellen Überblick über die Sprachenpolitik in mehr als 40 Ländern aller Kontinente unter besonderer Berücksichtigung des Deutschen als Fremdsprache.

Kitaro Nishida (1870-1945)

Moderne japanische Philosophie und die Frage nach der Interkulturalität

Rolf Elberfeld

Im Zentrum der Untersuchung steht die Philosophie des modernen japanischen Philosophen Kitar??o?? Nishida (1870-1945) und ihr Bezug zur Frage nach der Interkulturalität. Nishidas Philosophie ist einerseits interkulturell orientierte Philosophie - entstanden aus der interkulturellen Begegnung zwischen westlicher und japanischer Kultur im Rahmen des modernen Japans - und andererseits bietet sie einen Ansatz zu einer Philosophie der Interkulturalität. Der Ansatz gibt einen neuen Blick auf die globalen geschichtlichen Vorgänge frei - gesehen durch die Augen eines außereuropäischen Denkers. Mit Nishidas Philosophie und ihrer geschichtlichen Stellung wird somit die Frage nach der Moderne im interkulturellen Kontext auf neue Weise virulent, so daß sich neue Fragehorizonte für das Denken der Gegenwart ergeben.

Figuren der/des Dritten

Erkundungen kultureller Zwischenräume

Ediert von Claudia Breger and Tobias Döring

Dieser Band stellt sich aktuellen Theoriefragen, die an den Schnittstellen von Gender Studies, Postkolonialismus, Übersetzungswissenschaft und Kulturanthropologie greifbar werden. In der Rhetorik all dieser Disziplinen haben Metaphern und Figuren der/des 'Dritten' seit langem Konjunktur. Als Dritter Raum, Drittes Geschlecht, Hybridität, Fetisch, Sündenbock, Parasit oder Übersetzer/Verräter spielen sie höchst ambivalente Rollen im Raum zwischen binären Oppositionen, denn nicht selten affirmieren sie stabile Identitäten, die sie zugleich auch unterlaufen. Dieser Sammelband unternimmt es erstmals, die Gemeinsamkeiten und Differenzen all solcher Figuren zu erkunden, und untersucht ihre Funktionen in Diskursen über Zigeuner, Perverse, Geister, Gäste, Geiseln usw. auf komparatistischer Grundlage. Theoretische und historische Perspektiven verbindend, greift der Band auf vielfältige Weise in gegenwärtige kulturwissenschaftliche Debatten ein. Er richtet sich an Interessierte aus allen literatur- und sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen.