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Kaum eine Erfahrung dürfte ein bündigeres Resümee der Befindlichkeiten der Gegenwartskultur, ihrer Verunsicherungen und Verlockungen, ihrer Erwartungen und Zweifel geben als jene des Schwindels, in der Angst und Lust nah beieinander liegen und Taumel und Täuschung zweideutig ineinander spielen.
Folgt man dem Schwindel als einem Leitsymptom der kulturhistorischen Diagnose, so stößt man in den ästhetischen und wissenschaftlichen Diskursen, in denen Schwindelerfahrungen zumal in den letzten zwei Jahrhunderten thematisiert und inszeniert wurden, auf jene irritierenden Herausforderungen an den Gleichgewichtssinn moderner Subjekte, die den Weg der Modernisierung von ihren emphatischen Anfängen bis zur Enttäuschung in der Posthistoire begleitet haben.
Dieser Band versammelt Annäherungen an vielfältigen Schwindelphänomene aus der Sicht der Medizin, der Kulturgeschichte, der Literatur- und Filmwissenschaft.
Editor: J.M. Ritchie
Mallorca läßt zunächst einmal nicht an deutschsprachige Schriftsteller als Exilanten des Dritten Reiches denken. Doch verschlug es einige von ihnen auch dorthin, so Albert Vigoleis Thelen, Harry Graf Kessler, Franz Blei, Karl Otten, Marte Brill, Erich Arendt, Klaus Mann und Herbert Schlüter. Einmal auf der Insel angelangt, verbrachten sie ihre Exilzeit dort unter unterschiedlichen Umständen und verließen Mallorca spätestens 1936, als der Spanische Bürgerkrieg anfing und sie sich gewissermaßen wieder auf der falschen Seite befanden. Ihre Inselerlebnisse haben sie z.T. auch literarisch verarbeitet: Otten und Thelen in den Romanen Torquemadas Schatten und Die Insel des zweiten Gesichts, Blei in einem Romanfragment mit dem Titel Lydwina und Arendt in Gedichten. In den Emigrantenromanen Der Vulkan und Der Schmelztiegel von Mann und Brill hat sich die Insel ebenfalls niedergeschlagen. Die vorliegende Studie setzt sich das Ziel, dieses unbekannte Kapitel in der deutschen Exilforschung aufzuarbeiten. Dabei werden die näheren Umstände der Exilzeit auf Mallorca beleuchtet und die erwähnten Werke analysiert. Zu einem großen Teil stützt sich diese Studie auf unveröffentlichte Quellen
Ansichten vom Rhein
Wie das Meer haben auch Flüsse schon immer eine starke Anziehungskraft auf die Menschen ausgeübt - nicht nur wegen der Wasserversorgung. Flüsse garantieren einen besseren und leichteren Kontakt mit anderen Regionen und Ländern, indem man sie als Verkehrswege benützen kann.
Diesem verbindenden Element steht aber eine trennende Komponente gegenüber. Ein extremes Beispiel dafür ist die Spree, die im geteilten Berlin viele Jahre auf einen gefürchteten Todesstreifen reduziert wurde. Im Folgenden steht ein Fluss im Mittelpunkt, dessen Lage zwischen Deutschland und Frankreich den Geschichtsverlauf in Europa in hohem Maße geprägt hat und der in den Niederlanden immer noch als Mentalitätsgrenze zwischen dem mehrheitlich protestantischen Norden und dem als katholisch geltenden Süden gesehen wird: der Rhein. So wie die meisten großen Flüsse ist auch der Rhein geheimnisvoll und sagenumwoben. Bis heute regt die Loreley die Phantasie vieler Menschen an. Im Laufe der Zeit haben sich viele Schriftsteller, Maler und Musiker immer wieder von der Schönheit des Rheins und der Rheinlandschaft inspirieren lassen. Dass sich die Künstler dabei nicht immer von rein ästhetischen Motiven leiten ließen, zeigt sich in der Tatsache, dass der Rhein sowohl in Deutschland als auch in Frankreich in manchen Schriften, Gemälden und Musikstücken zum nationalen Fluss hochstilisiert wurde, dessen Größe und Stärke auf eine ganze Nation projiziert wurde.
Der Gebrauch und Missbrauch der schönen Künste zur Bestimmung der nationalen Identität und bei der Sicherstellung der nationalen Einheit stehen im vorliegenden Band genauso im Mittelpunkt wie ästhetische Analysen künstlerischer Darstellungen.
Avantgarde – Avantgardekritik – Avantgardeforschung
Volume Editors: Wolfgang Asholt and Walter Fähnders
Zur Poetik der Reise- und Länderberichte. Vorträge eines interdisziplinären Symposiums vom 8. bis 13. Juni 1998 an der Justus-Liebig-Universität Gießen
Series:  Chloe, Volume: 31
Die Vorträge dieses Bandes gewähren mit Herodot einen Blick auf die Anfänge der antiken Berichte über außergriechische Völker und Länder, lassen teilhaben an der Reise eines Römers in die Vergangenheit und an den legendären Reisen Brendans zur “terra repromissionis” und der Isländer nach “Vinland”. Untersucht werden Erscheinungsformen des Raumes im Pilgerbericht des chinesischen Mönches Xuanzang, Strukturen und Topoi arabischer Reiseberichte und die Sinaibeschreibung des Metropoliten von Rhodos von 1577/92. Ein Forschungsbericht über Palästrina-Pilgerberichte der deutschen Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit im allgemeinen fehlt genausowenig wie der über das Evagatorium des Dominikanermönchs Felix Fabri im speziellen. Die Orientreise des Joos van Ghistele, Ludovico de Varthemas Itinerar und die wundersamen Reisen des Portugiesen Mendes Pinto im Fernen Osten sind ebenso Themen dieses faszinierenden Tagungsbandes eines interdisziplinären Symposiums aus dem Jahre 1998 wie die Muscowitische vnd Persische Reise von Olearius und Fleming, ein Kabinettstück des Hofjuweliers Dinglinger aus Gold, Edelsteinen und Perlen, die Weltumsegelung Bougainvilles, Sternes Sentimental Journey oder Stil und Beobachtung beim reisenden Alexander von Humboldt. Die Untersuchung der Poetik früher chinesischer Berichte von Reisen in den Westen und ein Ausblick in Form von Wünschen an den Reisebericht 2000 schließen den Band, der mit umfangreichem Namen- und Werktitelregister vesehen ist, ab. Die Beiträge dieses Buches verstehen sich als Beisteine zu einer Literaturgeschichte der Reiseberichte und Länderbeschreibungen.
Authentische Stimmen in der deutschen Frauenliteratur der Frühneuzeit oder Vertreter einer poetischen Gattung (das Frauenlied)?
Diese Edition präsentiert zum ersten Mal sogenannte Frauenlieder des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts, die, soweit es sich heute noch sagen läßt, wahrscheinlich in der Tat von Frauen verfaßt wurden. Diese Frauenlieder, weitgehend in Liederbüchern enthalten, haben bis heute praktisch noch nicht die Aufmerksamkeit der Forschung auf sich gelenkt, was ihrer Entdeckung ein besonderes Gewicht verleiht. Obwohl uns bisher noch der letzte Beweis für die Behauptung fehlt, daß Frauen als die Verfasserinnen bezeichnet werden können, weil die Lieder alle anonym aufgezeichnet wurden, weisen doch sowohl die Liedinhalte als auch die Selbstbezeichnungen der Sängerinnen darauf hin, daß dies der Fall gewesen sein wird. Die Edition beruht auf umfangreichen Archivforschungen und bietet Frauenlieder, die uns entschieden dazu drängen, die Rolle von Frauen im frühneuzeitlichen literarischen Diskurs über Liebe neu zu interpretieren. Wie immer man die Gattung beurteilen wird, so liegt doch fest, daß diese Frauenlieder an erster Stelle für ein weibliches Publikum gedacht waren, das mit diesen Texten seine individuelle Anliegen, Sorgen, Erfahrungen und Hoffnungen auszudrücken vermochte. Diese Anthologie demonstriert zudem, daß die mittelhochdeutsche Liedgattung Frauenlied eine erstaunlich lange Tradition bis weit in die Frühneuzeit erlebte, obwohl die hier vorgestellten Liedtexte einen entschiedenen, vielleicht als typisch weiblich zu bezeichnenden Tonfall und ein neuartiges Selbstbewußtsein reflektieren.
Editor: Jörg Thunecke
Editor: Axel Goodbody
Dieser Band verfolgt einen in der deutschen Literaturwissenschaft bisher wenig entwickelten Ansatz, indem er Lyrik und Prosa der Gegenwart einer ökologisch orientierten Betrachtung unterzieht. Im Hintergrund der hier versammelten Aufsätze steht die Grundfrage, wie die Beziehungen des einzelnen und der modernen Gesellschaft zur natürlichen Umwelt gestaltet sein müßten, um eine lebenswürdige Zukunft längerfristig zu sichern. In Überblicken und Einzelanalysen wird die literarische Umsetzung ökologischer Prinzipien seit den siebziger Jahren in der Bundesrepublik Deutschland, der DDR, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz exemplifiziert. Dabei kommen Kritik der gegenwärtigen Mensch-Natur-Beziehung, Deutungen der Krise, und Bilder eines neuen Umgangs mit der Natur zur Sprache. Der Einleitung, die allgemeine Perspektiven einer ökologisch ausgerichteten Literaturkritik skizziert, folgen fünfzehn Aufsätze, die die Adäquatheit des jeweiligen Naturbegriffs bzw. der Naturdarstellung, sowie Schreibstrategien und ästhetische Leistung einzelner Gattungen, Autoren und Werke erörtern. Zu den behandelten Autoren zählen Hans Magnus Enzensberger, Günter Kunert, Heinz Czechowski, Wulf Kirsten, Silvio Blatter, Walter Vogt, Otto F. Walter, Jurij Brezan, Jurij Koch, Franz Josef Degenhardt, Volker Braun, Günter Grass, Franz Fühmann, Heiner Müller, Christa Wolf und Elfriede Jelinek. Neben den Bezügen zu verschiedenen Ausrichtungen des ökologischen Denkens (Naturschutz, Ökosozialismus, Ökofeminismus) stehen auch solche zur geistesgeschichtlichen und literarischen Tradition (romantische Naturauffassung, Zivilisationskritik, Apokalyptik) im Mittelpunkt der Untersuchungen.
Children in the Holocaust. Children in Exile. Children under Fascism
Die vorliegenden siebzehn Beiträge basieren weitgehend auf den Vorträgen der im Oktober 1996 an der University of Nevada in Reno veranstaltenden Konferenz Children in the Holocaust - Children in Exile - Children under Fascism. Die Tagung beschäftigte sich erstmals mit den einschneidenden, oft nicht wieder auszulöschenden traumatischen Erfahrungen von Kindern im nationalsozialistischen Deutschland, im Exil und im Holocaust. Mit dem Jahr 2000 - also in weniger als zwei Jahren - gehört der Holocaust, den auch Daniel J. Goldhagen als das schockierendsten Ereignis des zwanzigsten Jahrhunderts bezeichnet, das innerhalb der deutschen Geschichte am schwierigsten zu verstehen sei, zu den Ereignissen des sogenannten 'Letzten Jahrhunderts'. Ist es darum nicht geboten, die Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen, die für viele Menschen selbst heute noch mit schweren Ängsten verbunden sind, unter neuen Gesichtspunkten zur Diskussion zu bringen, damit die Thematik auch über die Schwelle zum nächsten Jahrhundert hinweg in unseren Sichtweite nichts an ihrer Ungeheuerlichkeit einbüße?