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Belebungskünste

Praktiken lebendiger Darstellung in Literatur, Kunst und Wissenschaft um 1800

Edited by Nicola Gess, Annette Kappeler and Agnes Hoffmann

Um 1800 entstand die Idee der ,lebendigen Darstellung‘ als Schlüsselbegriff in der ästhetischen Theorie und Praxis, der eine neue Popularität von Lesegesellschaften, deklamatorischen Veranstaltungen, öffentlichen Aufführungen von Tableaux vivants und vielen anderen Formen der Kunst- und sogar Wissenschaftsvermittlung auslöste.
Der vorliegende Band untersucht das neue Interesse an ästhetischer Lebendigkeit aus praxeologischer Sicht und nimmt z. B. das Werk von Ludwig Tieck, E.T.A. Hoffmann oder Johann Gottfried Herder in den Blick.

Kulturtechnik Malen

Die Welt aus Farbe erschaffen

Edited by Ludger Schwarte, Charlotte Warsen and Meret Kupczyk

Älter noch als das Rechnen, Schreiben und Lesen gehört Malerei zu den elementarsten Kulturtechniken.
Malend erschuf der Mensch Sehweisen und Weltanschauungen aus Farbe und entwickelte die Basis graphischer und bildlicher Systeme.
Welche Dimension gewinnt menschliche Wirklichkeit erst durch die Möglichkeit von Malerei? Entlang der Wände jungpaläolithischer Höhlen, durch den von der Interaktion mit Farbe geprägten Alltag der Maya, bis zu heutigen Malverfahren, die der Farbe neue Funktionen und Wirkungen entlocken, folgen die Beiträge der Arbeit des Menschen mit Farbe und fragen nach ihren lebensweltlichen Zusammenhängen und ihrer epistemischen, kulturellen und politischen Bedeutung.
Die Orientierung am Begriff der Kulturtechnik soll dabei eine neuartige Sichtweise auf die Malerei ermöglichen, die sie nicht nur im Rahmen kunstgeschichtlicher Entwicklungen betrachtet, sondern allgemeiner nach der Rolle des Malens in der Herausbildung kultureller Räume fragt.

Bild und Latenz

Impulse für eine Didaktik der Bildlatenz

Edited by Anja Pompe

Bilder spielen in allen Schulfächern immer schon eine zentrale Rolle. Die intellektuellen Energien, die in den Bildungs- und Erziehungswissenschaften aufgewendet werden, um Fragen des Einsatzes von Bildern zu beantworten, wirken daher beachtlich.
Eingeklammert bleiben dabei bisher jedoch Phänomene der Unsichtbarkeit, obwohl sie grundlegend für alles Bildliche sind. Denn sie gehören zu jener Dimension, die wir als „latent“ bezeichnen. Eine Auseinandersetzung mit den Funktionen von Bildern in Lehrkontexten kann deshalb nur erfolgreich sein, wenn die philosophischen Debatten über „Latenz“, die zwischen dem Zeitalter der Aufklärung und dem frühen 21. Jahrhundert stattgefunden haben, Eingang in die bildungswissenschaftliche Theoriebildung finden.

Series:

Edited by Dietrich Boschung and François Queyrel

Hatte sich die Forschung zum antiken Porträt traditionell um die Darstellungen berühmter Personen bemüht, so rückten im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts die Bildnisse der Vielen, der historisch Unwichtigen und Unbekannten, ins Interesse der Forschung. Mit ihnen beschäftigen sich die Beiträge dieses Bandes.
In vielen Gattungen der antiken Grabplastik waren Darstellungen der Verstorbenen und ihrer Angehörigen üblich, so dass Bildnisköpfe in diesem Bereich seriell gearbeitet und zu einem Massenphänomen wurden. Die Untersuchungen lokaler Gruppen, die hier vorgelegt werden, vermögen ein Spektrum von Unterschieden aufzuzeigen, in denen die jeweiligen Identitäten und Traditionen evident werden.

Applied Arts in British Exile from 1933

Changing Visual and Material Culture

Series:

Edited by Marian Malet, Rachel Dickson, Sarah MacDougall and Anna Nyburg

Yearbook Volume 19 continues an investigation which began with Arts in Exile in Britain 1933-45 (Volume 6, 2004). Twelve chapters, ten in English and two in German, address and analyse the significant contribution of émigrés across the applied arts, embracing mainstream practices such as photography, architecture, advertising, graphics, printing, textiles and illustration, alongside less well known fields of animation, typography and puppetry. New research adds to narratives surrounding familiar émigré names such as Oskar Kokoschka and Wolf Suschitzky, while revealing previously hidden contributions from lesser known practitioners. Overall, the volume provides a valuable addition to the understanding of the applied arts in Britain from the 1930s onwards, particularly highlighting difficulties faced by refugees attempting to continue fractured careers in a new homeland.

Contributors are: Rachel Dickson, Burcu Dogramaci, Deirdre Fernand, Fran Lloyd, David Low, John March, Sarah MacDougall, Anna Nyburg, Pauline Paucker, Ines Schlenker, Wilfried Weinke, and Julia Winckler.

Berührung

Taktiles in Kunst und Theorie

Edited by Carolin Meister and Kristin Marek

Berührung beschreibt ein Verhältnis zur Welt. Sie durchkreuzt die Aufteilung der Sinne ebenso, wie die Trennung von Subjekt und Objekt. Welche Potenziale und Problemstellungen ergeben sich daraus? Wie steht es um Formen der Berührung und Bedingungen des Taktilen in Kunst und Theorie?
Kunst betrachten heißt gemeinhin Distanz bewahren: sich dem Sehsinn überlassen, Abstand halten. Das ist nicht nur eine Schulung in Disziplin, die in den bürgerlichen Institutionen der Kunstausstellung eingeübt, sozial kontrolliert und längst auch technisch gesichert wird. Abstand zum Betrachter ist der Ausstellungskunst selbst eingeschrieben. Doch nicht erst seit technische Medien der Berührung und interaktive Ausstellungsformate die Museen erobert haben, stellt sich die Frage nach den Potenzialen des Taktilen in der Kunst.

Bild, Blick, Berührung

Optische und taktile Wahrnehmung in den Künsten

Edited by Steffen Haug, Thomas Helbig and Tina Zürn

Digitale Kulturtechniken beeinflussen das Verhältnis von Bild, Blick und Berührung grundlegend. Der Band ist der Frage gewidmet, wie sich unsere visuelle und taktile Wahrnehmung historisch herausgebildet hat und aktuell verändert.
Welche Auswirkungen hat das Berührungsgebot von Tastbildschirmen auf die Kunstrezeption? Wandelt sich aufgrund der neuen Vorrangstellung der Hand etwas an unserem Tast-Verlangen gegenüber den Werken der Kunst? Oder befriedigen wir diese Lust im Umgang mit den Alltagsbildern, die mit einer Wischbewegung hervorgezaubert und wieder zum Verschwinden gebracht werden? Mit welchen Werken antworten Künstlerinnen und Künstler auf den Dualismus von Sehen und Tasten? Einerseits geht es um eine Standort-Bestimmung der Gegenwart. Von ebenso großer Bedeutung ist die Wahrnehmungsgeschichte optisch-taktiler Erkenntnisprozesse. Das digitale Zeitalter wird sich in diese Geschichte einreihen und sie zugleich verändern.

Why Look at Plants?

The Botanical Emergence in Contemporary Art

Series:

Edited by Giovanni Aloi

Why Look at Plants? proposes a thought-provoking and fascinating look into the emerging cultural politics of plant-presence in contemporary art. Through the original contributions of artists, scholars, and curators who have creatively engaged with the ultimate otherness of plants in their work, this volume maps and problematizes new intra-active, agential interconnectedness involving human-non-human biosystems central to artistic and philosophical discourses of the Anthropocene.

Plant’s fixity, perceived passivity, and resilient silence have relegated the vegetal world to the cultural background of human civilization. However, the recent emergence of plants in the gallery space constitutes a wake-up-call to reappraise this relationship at a time of deep ecological and ontological crisis. Why Look at Plants? challenges readers’ pre-established notions through a diverse gathering of insights, stories, experiences, perspectives, and arguments encompassing multiple disciplines, media, and methodologies.

Series:

Edited by Tuuli Lähdesmäki

Time and Transformation in Architecture, edited by Tuuli Lähdesmäki, approaches architecture and the built environment from an interdisciplinary point of view by emphasizing in its theoretical discussions and empirical analysis the dimensions of time, temporality, and transformation—and their relation to human experiences, behavior, and practices. The volume consists of seven chapters that explore the following questions: How do architectural ideas, ideals, and meanings emerge, develop, and transform? How is architecture manifested in relation to time, time-space, and the social dimensions it entails and produces? The volume provides both multifaceted theoretical discussions on time and temporality in architecture and empirical case studies around the globe in which these theories and conceptualizations are tested and explored.

Contributors are Eiman Ahmed Elwidaa, André van Graan, June Jordaan, Joongsub Kim, Tuuli Lähdesmäki, Assumpta Nnaggenda-Musana, Sanja Rodeš and Smaranda Spânu.

Die Stadt und ihre Bildmedien

Das Paris des 19. Jahrhunderts

Series:

Edited by Gregor Wedekind and Steffen Haug

Der Band nimmt die vielfältigen Wechselverhältnisse zwischen der Metropole und ihren Bildern im Paris des 19. Jahrhunderts in den Blick und thematisiert die Frage, wie sich Stadtgeschichte und Mediengeschichte zueinander verhalten.
Paris wurde mit dem urbanen und sozialen Wandel zugleich Schauplatz einer modernen Bilderwelt, die von der Hochkunst bis zum Alltagsbild und von der Malerei bis zur neuen Technik der Fotografie reichte. Dabei nahmen die Künstler die Metropole selbst zum Motiv, dokumentierten und reflektierten kritisch die sich verändernde Lebenswelt. In der Summe entstand ein vielstimmiges Stadt-Bild, in dem sich die unterschiedlichen Medien in ihren Perspektiven ergänzten. Von der Druckgrafik über das Diorama bis zur ephemeren Weltausstellungsarchitektur – in exemplarischen Studien widmet sich dieser Band dem Verhältnis zwischen der Großstadt und ihren Bildern im Lauf des 19. Jahrhunderts.