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Imperiale Aneignung

Diskursive Strategie der Kolonisation Sibriens durch die russische Kultur

Susanne Frank and Susi K. Frank

Kunst der Dantezeit

Diskurse und Figurationen

Edited by Friederike Wille and Klaus Krüger

Class Trouble

Klassifikation und Klassenkampf um 1700

Stephan Gregory

Am Beginn der europäischen Klassengesellschaften steht ein ›Klassenkampf‹ – noch kein Kampf zwischen den Klassen, sondern ein Kampf um die Klassifizierung, um die Durchsetzung des klassifikatorischen Prinzips als neuem Einteilungsmodus von Gesellschaft.
»Class Trouble« nähert sich diesem Kampf um die Neuaufteilung des Sozialen aus einer medienhistorischen Perspektive. Das Buch beschreibt, wie der Imperativ der Klassenteilung im England des 17. Jahrhunderts in die politischen Debatten eindringt, durch welche politischen Technologien er auf das gesellschaftliche Feld ausgreift und wie er in den Massenmedien um 1700 (Kaffeehaus, Club, Presse) als geschmäcklerisches »Classing« populäre Zustimmung gewinnt. Prozesse des Kopierens, Vervielfältigens und Nachäffens spielen hier eine besondere Rolle: In der Entstehung von Klassengesellschaft sind Erfindung und Nachahmung eng verschwistert.

Chateaubriand

Une identité trinitaire

Series:

Béatrice Didier

Par sa situation historique, par la variété des expériences qu'il a vécues, Chateaubriand dans les Mémoires d'Outre-tombe semble parfois être pris de vertige : comment affirmer qu'il est bien le même ? La défense de la liberté lui semble être une constante de son identité. Mas ce combat suffit-il à gommer ses contradictions ? N'y a-t-il pas des failles dans le portrait qu'il entend donner de lui-même ? Faut-il les camoufler, ou permettent-elles, au contraire, d'explorer la richesse d'un (ou plusieurs) moi virtuel qui sous-tendrait toute son existence et que cet « autre moi » de l’écrivain ne parvient pas non plus à épuiser complètement ?

Interventionen in die Zeit

Kontrafaktisches Erzählen und Erinnerungskultur

Edited by Riccardo Nicolosi, Brigitte Obermayr and Nina Weller

Mit der Frage „Was wäre gewesen, wenn...?“ setzen die Autoren von „Interventionen in die Zeit“ ein. In Umbruchzeiten – Mauerfall oder das Ende des Sowjetimperiums – haben derlei kontrafaktische Geschichten Konjunktur. Bekanntes erscheint anders, Vergessenes oder Verbotenes als Fakt.
Der Band versammelt Beiträge über kontrafaktische historische Narrative aus vergleichender literatur-, medien- und geschichtswissenschaftlicher Perspektive. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf den postsozialistischen Kulturen Osteuropas sowie auf der Frage danach, wie kontrafaktische Narrative als konstituierende und dynamisierende Elemente von Erinnerungskulturen fungieren. Das Kontrafaktische kann ‚Ungeschehenes‘ geschehen machen, kann Geschichte erfinden, Verhandlungsspielräume erweitern, läuft dabei aber immer Gefahr, eine Allianz mit politisch restaurativen Kräften zu bilden.

Visualisierung des Ungeborenen

Interdisziplinäre Perspektiven

Edited by Heiner Fangerau and Daniel Hornuff

Obwohl das Ungeborene ein Unsichtbares ist, zählen Darstellungen von ihm zu den überzeugungsstärksten Bildern der westlichen Kultur. Der Band fragt nach den Gründen – und lässt unterschiedlichste Disziplinen zu Wort kommen.
Antworten auf die Frage nach dem visuellen Status des Ungeborenen geben Positionen aus der Medizin- und Rechtsgeschichte, aus der Kunstgeschichte ebenso wie aus der Körperforschung, und nicht zuletzt sind es ethische und allgemein kulturwissenschaftliche Perspektiven, die sich Bildern vom Ungeborenen widmen. So liegt erstmals ein breites Panorama an Zugängen zu einer Bildform vor, die sowohl in medizindiagnostischen als auch privaten und populären Zusammenhängen zentrale Funktionen übernimmt. Die Frage, welche Rollen Bilder von Ungeborenen spielen, gibt somit auch Hinweise darauf, welche Bedeutung beginnendem Leben jeweils zugedacht wird.

Gerechtigkeit im späten Zarenreich

Ideen, Konzepte, Wahrnehmungen

Series:

Anna Lenkewitz-Salminen

„Gerechtigkeit bildet einen zentralen Grundsatz des gesellschaftlichen Lebens überhaupt und ist aus der moralischen Reflexion sowie aus der normativen Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens nicht wegzudenken.“ Weil dem so ist, haben sich Menschen schon immer und ohne, dass das Thema jemals an Aktualität eingebüßt hätte, mit der Frage beschäftigt, was Gerechtigkeit sei und wie sie sich verwirklichen lasse.
Das betrifft die Frage nach einem gerecht gestalteten menschlichen Zusammenleben ebenso wie die Frage nach einer angemessenen Verteilung von Gütern und Lasten, Rechten und Pflichten in einer Gesellschaft. Letzten Endes aber ist das Nachdenken über gerechte gesellschaftliche Verhältnisse unweigerlich verbunden mit der Frage nach der Gerechtigkeit von Machtverhältnissen und damit von Herrschaft.

Persephone in Buenos Aires

Die argentinische Mäzenin Victoria Ocampo

Hans Peter Thurn

Die argentinische Mäzenin Victoria Ocampo war die bedeutendste Kulturvermittlerin Lateinamerikas im 20. Jahrhundert. Sie gründete, finanzierte und leitete jahrzehntelang die Zeitschrift SUR sowie den gleichnamigen Verlag. Überdies erwarb sie sich hohes Renommee als Essayistin und Übersetzerin. Ihren Wohnsitz nahe Buenos Aires, die „Villa Ocampo“ in San Isidro, machte sie zu einem Treffpunkt von Schriftstellern, Musikern, Wissenschaftlern, Philosophen aus aller Welt. Ähnlich der legendären Persephone wirkte sie als Geburtshelferin einer geistigen Erneuerung über Grenzen hinweg.

Lose Leute

Figuren, Schauplätze und Künste des Vaganten in der Frühen Neuzeit

Edited by Franz Fromholzer, Jörg Wesche and Julia Amslinger

Anhand von literarischen und historischen Textzeugen des 16. bis 18. Jahrhunderts beschreibt das Buch ›lose Leute‹ und ihre Künste jenseits der abwertenden Sammelkategorie des Vagabunden. Erstmals systematisch sichtbar gemacht wird auf diese Weise die kulturdynamische Bedeutung frühneuzeitlicher Mobilität.
›Lose Leute‹: Mit dieser Formel Harsdörffers unternimmt das Buch die (literar-)historische Bestandsaufnahme eines Gattungs- und Medienhorizonts des Vaganten, der sich von indizierenden Quellen (z. B. Liber vagatorum) über fiktionale Genres (z.B. Schelmenroman, Fastnachtspiel) bis zu ephemeren Textzeugen (z.B. Flugblatt, Theaterzettel) erstreckt. Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion zeitgenössischer Existenz- und Ausdrucksformen des Vaganten in Literatur, Musik und bildender Kunst. Auf diese Weise konturiert sich frühneuzeitliche Mobilität als neuer Forschungsgegenstand.

Sociability Associations

A Literature Review

Robert A Stebbins

Friendly social relations during free time, referred to here as leisure-based sociability, constitute a prominent reward of participation in groups based on voluntary membership, consisting for this review mainly of amateurs, hobbyists, volunteers, and their associations. This benefit is analyzed according to two subtypes: sociable nonprofit associations and social clubs. The goal of this issue of the Voluntaristics Review is to examine the leisure component of these two subtypes as framed in the serious leisure perspective (SLP), put nonprofit sociability in organizational context, and then review the empirical literature bearing on it. Excluded are the studies and theoretic treatises approaching nonprofit groups from another angle (e.g., organizational structure, management issues, funding sources, governmental regulation, type of employment). Specifically, this review centers on the relevant publications listed in the SLP website bearing on amateurs, hobbyists, and career volunteers (the serious pursuits), casual leisure, and project-based interests. It includes several extensions of the theory and research on leisure-related aspects of aging and retirement, arts and science administration, library and information science, positive psychology, therapeutic recreation and disability studies, and tourism and event analysis. Compared with the specialties in leisure studies, the SLP casts by far the broadest theoretical and empirical net in that interdisciplinary field. The research reviewed shows that such talk—generically known as socializing—reflects one or more of 14 themes. In general, members find sociability in these clubs and associations in and around the core activities they pursue there and on which the two subtypes have formed. The studies reviewed, taken together, provide considerable validation of the proposition that leisure-based sociability is a prominent reward of participating in a multitude of volunteer groups. Leisure-based sociability is essentially micro-analytic, but when viewed through the lens of the SLP, it can be further understood using meso and macro levels of analysis.