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Hermann Rein und die Flugmedizin

Erkenntnisstreben und Entgrenzung

Katharina Trittel

Die Laufbahn des Göttinger Flugmediziners Hermann Rein (1898–1953) steht stellvertretend für die Karrieren einer Forscherelite zwischen dem Kaiserreich und der jungen Bundesrepublik. Die deutschen Flugmediziner jener Zeit, meist selbst Piloten seit dem Ersten Weltkrieg, bauten in den Universitäten, im Militär und in der Luftfahrtforschung ein stabiles Netzwerk auf. Getrieben von einem Erkenntnisstreben, das in Entgrenzung umschlug, beteiligten sie sich auch an Menschenversuchen.

Katharina Trittel zeichnet ein Porträt Hermann Reins. Sie zeigt, wie sein Selbstverständnis als Angehöriger einer opferbereiten Elite, die Behauptung einer „reinen“ Wissenschaft und der Mythos der „sauberen“ Wehrmacht das Selbstverständnis der Flugmediziner seiner Generation prägte. Durch ihr Handeln stabilisierten diese Forscher nicht nur das NS-Unrechtssystem. Ihre Rechtfertigungen und ihr Selbstbild wirkten deutlich über die Zeit zwischen 1933 und 1945 hinaus.

Die »Bollwerk-Ingenieure«

Technikwissenschaft in Breslau 1900–1945

Kai Kranich

Eine Geschichte über Hochschulpolitik und Konkurrenzkampf im Zeichen des Nationalsozialismus.
Die Technische Hochschule Breslau nimmt unter den deutschen Hochschulen eine Sonderstellung ein. Sie war die letzte Neugründung Preußens und die erste in unmittelbarer Nähe zu einer etablierten Universität. Anfang der 1930er Jahre sollte die TH an die Universität angegliedert werden. Mit der NS-Machtübernahme konnte die Umsetzung dieser Planung zunächst aufgeschoben werden. Forschung und wissenschaftliches Personal wurden dem NS-Regime angepasst. Doch auch die Neuausrichtung half nicht. Der Reichserziehungsminister griff die Idee der Zusammenlegung wieder auf, was für Aufregung sorgte. Wie unter einer Lupe lässt sich die Konkurrenz der beiden Hochschulen nachzeichnen. Beide Institutionen traten in zunehmenden Wettbewerb um Ressourcen, Studenten und Spezialisten.

„Crimes against Humanity“

Eine Ideengeschichte der Zivilisierung von Kriegsgewalt 1864–1945

Series:

Kerstin von Lingen and Kerstin von Lingen

Der Kampf um Polen

Die abenteuerliche Geschichte der Zweiten Polnischen Republik 1918–1939

Wolfgang Templin

Wolfgang Templin erzählt die unwahrscheinliche und abenteuerliche Geschichte der zweiten Gründung des polnischen Staates: Nach 123 Jahren der Aufteilung zwischen Russland, Österreich und Preußen ließen die Polen im November 1918 ihr Land als souveräner Staat wieder entstehen, während die drei Großmächte mit dem Ende des Weltkriegs in Niederlage und Revolution taumelten. Der Zweiten Polnischen Republik aber gab kaum einer seiner Nachbarn eine Überlebenschance.
Die Zweite Polnische Republik Polen wurde in Europa als „Saisonstaat“ oder störender Raum zwischen Deutschland und Rußland betrachtet. Auseinandersetzungen zwischen extremen Linken und Rechten beförderten die Instabilität der neuen Republik. Dennoch gelang es über 20 Jahre Polen als selbständigen Staat zu erhalten. Erst der gemeinsame Überfall Deutschlands und der Sowjetunion beendete 1939 die Existenz Polens zeitweilig wieder. Wolfgang Templins Buch schildert die frappierenden Umstände der Gründung der Zweiten Polnischen Republik, ihre äußere Bedrohung durch die Nachbarstaaten wie etwa den Krieg gegen Sowjetrußland, aber auch die inneren Konflikte. Die Zeit von 198 bis 1939 war ein an vielen Fronten geführter Kampf um die Existenz Polens. Heute ist jene Zeit in Polen wieder umstritten: Es geht um die historische Deutung der Zweiten Republik, um das Aufbrechen alter Spannungen und Gegensätze, die bis vor 1939 zurückreichen. So liefert Wolfgang Templins Blick auf die Geschichte auch einen Schlüssel zum besseren Verständnis der aktuellen polnischen Auseinandersetzungen.

Jenseits der Materialschlacht

Der Erste Weltkrieg als Bewegungskrieg

Christian Th. Müller

Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg wird bis heute maßgeblich durch die langwierigen Stellungskämpfe und Materialschlachten in Frankreich und Belgien bestimmt. Dabei wird jedoch übersehen, dass der Erste Weltkrieg an der Ostfront, auf dem Balkan, im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika sowie in seiner Anfangs- und Endphase selbst an der Westfront zum Teil höchst dynamische Züge mit manöverreichen Operationen aufweist.

Jenseits der Materialschlachten untersucht das vorliegende Buch daher wo, wie und bis zu welchem Grade der Erste Weltkrieg als Bewegungskrieg geführt werden konnte. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses stehen dabei vier Fragen: Unter welchen Bedingungen war im Ersten Weltkrieg eine bewegliche Kriegführung möglich? Welche Wege wurden beschritten, um das Dilemma des Stellungskrieges zu überwinden? Wie weit reichten deren technische und logistische Möglichkeiten und wo lagen deren Grenzen? Schließlich stellt sich die Frage, inwiefern bewegliche Operationsführung den Ersten Weltkrieg entscheiden konnte.

Albanische Muslime in der Waffen-SS

Von »Großalbanien« zur Division »Skanderbeg«

Series:

Franziska A. Zaugg

Die Rekrutierung muslimischer Albaner für die Waffen-SS auf dem Gebiet des heutigen Kosovo ist eine historische Tatsache, die man zunächst kaum glauben kann. Bis heute wird die-ses brisante Thema emotional diskutiert, insbesondere von Serben, Kosovaren und Albanern.
Der Balkan wird in Darstellungen zum Zweiten Weltkrieg nur selten berücksichtigt. Benito Mussolini machte aus dem kleinen Balkanstaat Albanien eine italienische Kolonie. Nach Hitlers Balkanfeldzug 1941 wurde der Kosovo unter den Achsenmächte aufgeteilt: Italien erhielt Mittel- und Südkosovo, die zusammen mit Albanien zu »Großalbanien« vereint wurden, während der Nordkosovo unter deutsche Militärherrschaft kam. Die Deutschen hegten vielerlei Absichten: Einerseits sollten wichtige Rohstoffvorkommen in deutschen Besitz gebracht werden, andererseits versuchten sie, Soldaten zu rekrutieren, um die enormen Verluste durch den Russlandfeldzug auszugleichen. Höhepunkt war der Aufbau der 21. Waffen-Gebirgs-Division der SS »Skanderbeg«.

Britische Feindaufklärung im Zweiten Weltkrieg

Stellenwert und Wirkung der »Human Intelligence« in der britischen Kriegführung 1939–1945

Series:

Falko Bell

Wissen über den Feind ist eine begehrte Ressource im Krieg. Diese Studie beleuchtet erstmals eingehend die Verwendung menschlicher Informationsquellen für die britische Kriegführung im Zweiten Weltkrieg. Von 1939 bis 1945 nutzten die Briten nicht nur entschlüsselte Funksignale, sondern auch eine große Anzahl von Personen als Informationsquelle, darunter Kriegsgefangene, Spione und Flüchtlinge. Diese sogenannte Human Intelligence verschaffte den britischen Entscheidungsträgern und Soldaten einen gewichtigen im Kampf gegen das Deutschland. Anhand von drei Fallbeispielen, der Luftschlacht um England, der Abwehr der Vergeltungswaffen
und der Einschätzungen zur deutschen Moral, wird die geheime Arbeit der britischen Feindaufklärung aufgedeckt. Falko Bell hat eine Vielzahl von Akten ausgewertet, die jahrzehntelang unter Verschluss waren, und eröffnet damit einen faszinierenden Einblick in die Arbeit von Nachrichtendiensten.

Friedrich Hielscher

Nationalrevolutionär, Widerständler, Heidenpriester

Kurt M. Lehner

Die Royal Air Force und der Luftkrieg 1922–1945

Personelle, kognitive und konzeptionelle Kontinuitäten und Entwicklungen

Series:

Martin Böhm

Die Vereinigte Stahlwerke AG im Nationalsozialismus

Konzernpolitik zwischen Marktwirtschaft und Staatswirtschaft

Series:

Alexander Donges

Im »Dritten Reich« zählte die Vereinigte Stahlwerke AG (Vestag) zu den führenden Industriekonzernen. Alexander Donges‘ Buch untersucht, wie stark staatliche Akteure die Konzernpolitik beeinflussten und welche autonomen Spielräume das unternehmerische Handeln hatte. Während die Konzernentwicklung für die Zeit vor 1933 in der unternehmenshistorischen Literatur bereits umfassend untersucht wurde, blieb sie für die Jahre 1933-1945 weitgehend unbeachtet. Die Studie knüpft an die Debatte über die Frage nach den Handlungsspielräumen von Unternehmen und die Charakteristika der nationalsozialistischen Wirtschaftsordnung an. Sie kombiniert die qualitative Quellenauswertung mit der quantitativen Analyse betriebswirtschaftlicher Kennziffern.