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Kunst am Pranger

Die Moderne im Nationalsozialismus

Andreas Hüneke

Erstmals seit Jahrzehnten liegt mit diesem Buch wieder ein Überblick über die Verfolgung der künstlerischen Moderne durch die Nationalsozialisten vor.
Die Nationalsozialisten haben die »Argumente«, mit denen die künstlerische Moderne verspottet und beschimpft wurde, nicht erfunden, sondern die Äußerungen des Unverständnisses und der Ablehnung begleiteten den Aufstieg der modernen Kunst von Anfang an. Auch solche Anschauungen fallen – sofern sie nicht juristisch relevante Tatbestände erfüllen – unter das Recht auf freie Meinungsäußerung in einer Demokratie. Das Besondere nationalsozialistischer Kunstpolitik liegt in dem Umstand, dass diese privaten Meinungen staatlich sanktioniert und zum Leitfaden für das Handeln öffentlicher Einrichtungen und schließlich des Staates selbst umfunktioniert wurden. Die moderne Kunst wurde öffentlich an den Pranger gestellt.

Kunst und Dokument

Bilanz einer Debatte

Daniel Hornuff

Seit rund fünfzehn Jahren wird das Verhältnis von Kunst und Dokument heiß diskutiert. Das Buch bilanziert diese Debatte – und stellt die Frage nach ihrem Ertrag.
So ambitioniert die Diskussion geführt wird, so unklar bleibt ihr Gewinn. Dreht sie sich einerseits um die Rolle der Kunst in der Gesellschaft, neigt sie andererseits zur Verselbstständigung. Denn aus dem Blick geraten Kunstformen, die das Dokumentarische spielerisch, mit Witz und Ironie erproben. Daniel Hornuff arbeitet die Hauptströmungen dieser Debatte heraus. Und er gewichtet sie, indem er sie in Bezug zu aktuellen künstlerischen Positionen setzt. Untersucht werden Beiträge u.a. von Boris Groys, Diedrich Diederichsen und Jacques Rancière ebenso wie Arbeiten von Lois Hechenblaikner, Martin Parr und Andri Pol.

Series:

Edited by Francine Giese, Mercedes Volait and Ariane Varela Braga

The present volume offers a collection of essays that examine the mechanisms and strategies of collecting, displaying and appropriating islamic art in the nineteenth and early twentieth centuries. Many studies in this book concentrate on lesser known collections of islamic art, situated in Central and Eastern Europe that until now have received little attention from scholars. A section of the volume focuses on the figure of the Swiss collector Henri Moser Charlottenfels, whose important, still largely unstudied collection of islamic art is now being preserved at the Bernisches Historisches Museum, Switzerland. Contributors to the volume include young researchers and established scholars from Western and Eastern Europe and beyond: Albert Lutz (foreword), Roger Nicholas Balsiger, Moya Carey, Valentina Colonna, Francine Giese, Hélène Guérin, Barbara Karl, Katrin Kaufmann, Sarah Keller, Agnieszka Kluczewska Wójcik, Inessa Kouteinikova, Axel Langer, Maria Medvedeva, Ágnes Sebestyén, Alban von Stockhausen, Ariane Varela Braga, Mercedes Volait. Les contributions de l’ouvrage examinent le mécanisme et les stratégies relatifs à la collection, la présentation et l’appropriation des arts de l’Islam au XIXe siècle et début du XXe siècle. Elles mettent l’accent sur des collections situées en Europe centrale et orientale, lesquelles ont été peu étudiées jusqu’à présent. Une partie de l’ouvrage est dédiée à la figure du collectionneur Suisse Henri Moser Charlottenfels, dont les objets se trouvent aujourd’hui au Bernisches Historisches Museum (Suisse) et qui ont été de même peu étudiés. Les textes émanent de jeunes chercheurs comme de chercheurs confirmés, basés en Europe occidentale et orientale, et au-delà.

Series:

Heather McAlpine

In this book, Heather McAlpine argues that emblematic strategies play a more central role in Pre-Raphaelite poetics than has been acknowledged, and that reading Pre-Raphaelite works with an awareness of these strategies permits a new understanding of the movement’s engagements with ontology, religion, representation, and politics. The emblem is a discursive practice that promises to stabilize language in the face of doubt, making it especially interesting as a site of conflicting responses to Victorian crises of representation. Through analyses of works by the Pre-Raphaelite Brotherhood, Christina Rossetti, Dante Gabriel Rossetti, Gerard Manley Hopkins, A.C. Swinburne, and William Morris, Emblematic Strategies examines the Pre-Raphaelite movement’s common goal of conveying “truth” while highlighting differences in its adherents’ approaches to that task.

Fragile Images

Jews and Art in Yugoslavia, 1918-1945

Series:

Mirjam Rajner

In Fragile Images: Jews and Art in Yugoslavia, 1918-1945, Mirjam Rajner traces the lives and creativity of seven artists of Jewish origin. The artists - Moša Pijade, Daniel Kabiljo, Adolf Weiller, Bora Baruh, Daniel Ozmo, Ivan Rein and Johanna Lutzer - were characterized by multiple and changeable identities: nationalist and universalist, Zionist and Sephardic, communist and cosmopolitan.

These fluctuating identities found expression in their art, as did their wartime fate as refugees, camp inmates, partisans and survivors. A wealth of newly-discovered images, diaries and letters highlight this little-known aspect of Jewish life and art in Yugoslavia, illuminating a turbulent era that included integration into a newly-founded country, the catastrophe of the Holocaust, and renewal in its aftermath.

Edited by Christoph Wagner

Ist die Moderne tatsächlich unsere Antike, wie man auf der documenta XII behauptete? Keine Epoche hat die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts so nachhaltig mit neuen Ideen, künstlerischen Konzepten, Programmschriften und geistesgeschichtlichen Denkfiguren versorgt wie die Moderne.
Auf diese Anerkennung folgte aber die Kritik: Die Konzepte und Forderungen der Moderne wurden in Frage gestellt, ihre künstlerischen Gestaltungslehren und Programme auf ihre Brauchbarkeit und ideologischen Gehalte hin überprüft.
Aus der Distanz des 21. Jahrhunderts eröffnen sich veränderte Perspektiven, aus denen die Dispositive der Moderne und ihre zahlreichen rezeptionsgeschichtlichen Brechungen neu befragt werden können: Ausgehend vom Stichjahr 1910 zeigen die Beiträge neue Aspekte der Moderne und ihrer Rezeption bis hinein in die Gegenwartskunst.

Gewaltsames Wissen

Szenographien der Desubjektivierung

Edited by Adam Czirak and Barbara Gronau

Konstitution sowie Destitution von Subjekten ist auf die strukturbildende Kraft von Szenen angewiesen. Welche inszenatorischen Elemente sind an Bildung und Destabilisierung, ja Auslöschung des Subjekts beteiligt? Welches Wissen wird darin produziert?
In einem interdisziplinären Ansatz konturiert der Band das Verhältnis von Wahrnehmung und Wissen, Politik und szenischer Öffentlichkeit entlang der Schwerpunkte Tribunal, Folter und künstlerischen Verfahren der Selbstverletzung. So wie Tribunale an der Schnittstelle von Rechtsperformanz und Theatralität operieren, ist in der Folter die Verletzung des Subjekts Teil eines Gefüges aus Geheimhaltung, Offenbarung, Mitwisserschaft. Eperimentell erprobte und szenisch aufgeführte Desubjektivierung in künstlerischen Verfahren zeigen kulturelle und gesellschaftliche Restriktionen ebenso wie Vorstellungen über das Subjekt und dessen Grenzen.

Igor’ Stravinskijs Theater der Zukunft

Das Choreodrama "Le Sacre du printemps" im Spiegel der 'Theaterreform um 1900'

Leila Zickgraf

Igor’ Stravinskijs Le Sacre du printemps gilt als Meilenstein der Musik- und Tanzgeschichte. Gleichwohl hat die Wissenschaft einen Schlüsselaspekt zum Verständnis des Werkes bislang übersehen: die ‚Theaterreform um 1900‘.
Leila Zickgraf zeigt erstmals, dass Stravinskij mit dem Sacre sein höchst eigenes ‚Theater der Zukunft‘ verwirklichte. Durch die Rhythmen seiner Komposition versetzte er Tänzer wie Publikum in einen körperlich erfahrbaren Rausch, wodurch er die Zuschauer ins Bühnengeschehen integrierte. Mit seiner interdisziplinären Ausrichtung sowie seiner umfassenden Quellenerschließung leistet das Buch einen wichtigen Forschungsbeitrag zu einem noch immer ungenügend ausgeleuchteten Meisterwerk.

Adolf Hölzel

Edited by Christoph Wagner and Oliver Jehle

Adolf Hölzel war nicht nur ein Kunstpädagoge von ungeheurer Bedeutung, sondern auch ein Pionier in der theoretischen Bestimmung der ungegenständlichen Kunst: »Absolute Malerei« ist der Begriff, den Adolf Hölzel prägte.
In zahlreichen Aufsätzen und auf 4000 überlieferten Schriftblättern aus dem sogenannten »kunsttheoretischen Nachlass« entwickelt Adolf Hölzel seine Theorie, die allein an den Mitteln orientiert ist, die ein Bild konstituieren – unabhängig davon, ob etwas Gegenständliches dargestellt wird oder nicht. Denn jedes Bild ist, so Adolf Hölzel, allein ein abstraktes Gebilde von Linien, Formen und Farben. Seine kunsttheoretischen Schriften sind nun kommentiert und in chronologischer Reihenfolge erstmals zugänglich, inklusive seiner zentralen Aufsätze und Schriften, bisher unpublizierter Manuskripte und ausgewählter Briefe des vielleicht wichtigsten Kunstpädagogen des 20. Jahrhunderts

Europäischer Musiktransfer

Russland im späten 18. Jahrhundert

Sonja Erhardt

Die vorliegende Monografie widmet sich den musikkulturellen Transferprozessen zwischen dem westlichen Europa und Russland in den Jahren 1775 bis 1800.
Diese Zeit kann als Ausgangspunkt für die spätere nationale Entwicklung der Musik in Russland erachtet werden, die zwar im musikalischen Kontext in der Nationaloper Glinkas ihren historiografischen Beginn nahm, ihren Ursprung allerdings im Wechselspiel der europäischen Musikkulturen hatte. Im Fokus steht das enge Beziehungsgeflecht von Kulturvermittlern innerhalb der dynastischen Kontakte sowie innerhalb des europäischen Kommunikationssystems.