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Ikonizität

Medialität und Bildlichkeit

Dieter Mersch

Grundlegung einer medien-philosophischen Theorie der Bildlichkeit.
Bild und Bildlichkeit bilden zentrale Themen derzeitiger philosophischer, kunstwissenschaftlicher, medientheoretischer und kulturwissenschaftlicher Debatten. Dennoch bleibt der Begriff des »Bildlichen«, verstanden als ein theoretisches Prinzip, das alle Formen der Sichtbarmachung und Veranschaulichung umfasst, merkwürdig unscharf und ungeklärt. Unter dem Titel »Ikonizität« legt der Autor eine umfassende medienphilosophische Analyse des Begriffs vor, der vor allem eine zentrale Leistung des Bildlichen - im Unterschied zur diskursiven Rede - in den Vordergrund stellt: das Zeigen. Ausgehend von einer »Logik des Zeigens« geht es um eine Revision des besonderen Erkenntnisstatus des Bildlichen jenseits von Sprache und Diskursivität - das Bild als Ort »nichtpropositionalen« Wissens, das seine eigene Weise der Argumentation und Reflexivität behauptet. Dazu behandelt der Autor nicht nur Kunstbilder, Installationen, visuelle Medienkunst, Film und Video, sondern auch technische Bilder sowie den Bildgebrauch in den Wissenschaften.

Imperiale Aneignung

Diskursive Strategie der Kolonisation Sibriens durch die russische Kultur

Susanne Frank and Susi K. Frank

Ana Ofak

Sigrid Weigel

Sigrid Weigel verfolgt die Kontaminierung des Generationengedächtnisses »nach 1945« durch eine monetäre Symbolik und deckt auf, wie vormoderne Konzepte der Entschädigung bis heute nachwirken.
Im Lichte der gegenwärtigen Debatte über die Verschuldung und die moralische Schuld gegenüber künftigen Generationen werden verschiedene Stationen der Konversion von Schuld und Schulden untersucht. Die Symbolik von Schuld und Zins, die im Gedächtnis »nach 1945« am Werk ist, wird als Wiederkehr dessen gedeutet, was im Projekt der »Wiedergutmachung« verdrängt und aus ihm herausgefallen ist: die an-ökonomischen Anteile dieser Art Entschädigung. Symptome dafür sind das Begehren nach einer Reinheit des Geldes und die Wiederkehr der Shylock-Figur auf die Bühne. Diese gegenwärtigen Schauplätze werden in kultur- und literaturgeschichtlichen Ausblicken vertieft: auf die plurale Semantik der Konversion, die kultische Herkunft des Geldes, vor-monetäre Formen der Entschädigung und Shakespeares geniale Inszenierung der unheilvollen Verquickung von genealogischer und monetärer Logik im Kaufmann von Venedig.

Osteuropäische Rechtskultur

Studien zu Literatur und Recht in Russland und der Ukraine von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart

Serie:

Alfred Sproede, Georg Schomacher and Oleksandr Zabirko

Ediert von Alfred Sproede, Georg Schomacher and Oleksandr Zabirko

Weshalb haben sich die seit der Wende für Russland und die Ukraine gehegten Hoffnungen auf institutionellen Wandel und Rechtsstaatlichkeit nicht erfüllt? Der Band dokumentiert Ergebnisse der Forschungsprojekte »Erzählte Justiz in Russland: Narrative Übersetzungen einer Rechtsordnung, 1864–1917« und »Recht und Rhetorik im Postsozialismus«.
Der Band erforscht zwei Modernisierungsetappen der russischen und ukrainischen Justiz. In Konkurrenz zur Literatur illustrieren Anwälte seit der Justizreform (1864) mit Fallbeschreibungen als »narrativen Übersetzungen von Rechtsordnung« ihre Plädoyers. »Recht und Rhetorik« wiederum untersucht ›Paratexte‹ wie den Justizjournalismus, die die jüngeren Rechtsreformen begleiten.

Ediert von Georg Witte, Brigitte Obermayr, Aage Ansgar Hansen-Löve and Aage A. Hansen-Löve

Neben der gut erforschten Verfremdungsästhetik des russischen Formalismus entwickelt sich in den 1920er Jahren eine bislang wenig rezipierte phänomenologische Formphilosophie. Interdisziplinäre Forschungsgruppen in Moskau und Leningrad arbeiteten an einer synthetischen Kunstwissenschaft.
Die Anthologie präsentiert grundlegende, teilweise auch im Original unpublizierte Texte erstmals in deutscher Übersetzung. Schlüsselkonzepte und -begriffe der sowjetischen phänomenologischen Ästhetik werden ebenso zugänglich wie originelle Ansätze, die für die aktuelle Ästhetik und Kunstwissenschaft von großem Interesse sind. Dies trifft auf exemplarische Studien der empirisch-psychologischen Kunstforschung sowie auf ausgewählte Lemmata aus dem »Wörterbuch der Begriffe der Kunstwissenschaften« zu, welches erst 2005 auf Russisch erscheinen konnte.

Serie:

Rainer Liedtke

Wie »jüdisch« waren wirtschaftliche Aktivitäten von Juden?
Ausgehend von dieser Leitfrage stellt der Band dar, wie sich die Berufsfelder, die ökonomische Lage und das wirtschaftliche Handeln von Juden seit dem 18. Jahrhundert veränderten und welche Auswirkungen dies auf ihre Integration in die Gesamtgesellschaft hatte. Durch einen Blick auf jüdische Wohltätigkeit und Philanthropie werden die Ungleichheiten des rapiden wirtschaftlichen Aufstiegs des jüdischen Bürgertums seit der Mitte des 19. Jahrhundert betrachtet. Dieser Aufstieg steht in einem starken Kontrast zu den zahlreichen Anfeindungen aufgrund angeblicher wirtschaftlicher jüdischer Dominanz, die ebenso thematisiert werden wie die Ausplünderung der Juden im Nationalsozialismus. Der Band schließt mit einer Darstellung der sogenannten Wiedergutmachung und der Probleme bei der Restitution jüdischer Vermögen. Auch die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland wird thematisiert.

Aufgeklärte Schulreformen

Ein interkultureller Vergleich zwischen dem Philanthropinum in Dessau und dem Colegio de las Vizcaínas in Mexiko-Stadt

Serie:

Eva Rautenberg

Aufklärung und Schule, Männer und Frauen in Dessau und in Mexiko. Eine kulturhistorische Betrachtung und Darstellung einer facettenreichen und vielfältigen Wirklichkeit.
Thematisiert werden Szenen des Alltags und des Schullebens, die in zwei verschiedenen westlichen Kontexten zur Zeit der Aufklärung stattfanden: Dessau und Neuspanien bzw. das koloniale Mexiko. In dieser Ausführung zeigen sich die Macht- und Herrschaftsverhältnisse, die sowohl innerhalb der politischen Kontrolle als auch im Bereich des Akademischen ausgeübt wurden. Das Werk versteht sich als ein alternativer methodologischer Ansatz für die Vergleichende Pädagogik.

Die Grundschule des Machbaren

Zur Kritik materialistischer Bildungstheorie und -praxis

Serie:

Roger Behrens

Die Debatten über Bildung und Erziehung sowie deren Sinn und Zweck haben Konjunktur. Obwohl unter einem allgemeinen Vorzeichen der Kritik stehend, spielt eine materialistische Bildungstheorie und -praxis in diesen Debatten keine Rolle mehr.
Noch in den 1970er Jahren gingen von der kritischen Theorie der Bildung, Erziehung und Pädagogik entscheidende Impulse aus; mit kritischen Konzepten wie »materialistische Bildungstheorie« oder »dialektische Pädagogik« konnte das humanistische Bildungsideal auch praktisch aktualisiert werden (antiautoritäre Erziehung, Kinderladenbewegung, freie Schulen etc.). Allerdings sind solche gesellschaftlichen Interventionen heute restlos integriert, die kritischen Motive weitgehend absorbiert, entschärft oder schlechterdings vergessen. Eingebettet in eine kritische Begriffs- und Gesellschaftsanalyse rekonstruiert die Studie historisch und systematisch dieses »Scheitern«, beleuchtet aber auch das »Machbare« einer materialistischen Bildungstheorie und -praxis.

Serie:

Ralf Koerrenz

Es gibt eine spezifisch hebräische Kultur der Bildung – das ist der Leitgedanke dieser Grundlegung. In dieser Kultur der Bildung spielt neben Aspekten wie Freiheit und Individualität ein bestimmtes Verständnis der Verantwortung des Menschen gegenüber sich selbst, der Mitwelt und der Umwelt eine entscheidende Rolle.
Dabei wird der Mensch als ein Wesen verstanden, das von der unaufhebbaren Gleichzeitigkeit von Entfremdung (Sünde) und Freiheit (als Befreiung) geprägt ist. Mit »hebräisch« wird dabei ein kultureller Überlieferungskontext bezeichnet, der sich in den Schriften der hebräischen Bibel gebündelt hat. Schöpfung und Sündenfall, Befreiung und prophetische Kulturkritik werden mit Blick auf das Bildungsmotiv anthropologisch ausgedeutet. Insgesamt entfaltet der Hebräische Humanismus nicht nur ein Verständnis von Kultur und Bildung, sondern kann insgesamt als eine bestimmte Ausprägung einer Kultur der Bildung verstanden werden. Der Hebräische Humanismus bildet die gemeinsame Grundlage für entsprechende Strömungen im Judentum, Christentum und Islam.